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200 Menschen demonstrieren in Dachau Solidarität mit Flüchtlingen

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Demo durch Dachau: Der Protestzug führte vom Sonnenwinkel bis hinmauf zum Rathaus.  Foto: kn
Demo durch Dachau: Der Protestzug führte vom Sonnenwinkel bis hinmauf zum Rathaus. Foto: kn

Dachau - Rund 200 Menschen haben am Samstag in Dachau „Für grenzenlose Solidarität“ und „für die Rechte der Flüchtlinge und Migranten“ demonstriert. Mit bunten Schildern und Transparenten zogen sie vom Sonnenwinkel zum Rathaus, wo eine Kundgebung stattfand.

Dort rief Hauptredner Björn Mensing, Pfarrer der evangelischen Versöhnungskirche, die Dachauer dazu auf, Flüchtlinge offen aufzunehmen: „Es sollte unser Ziel sein, in Deutschland eine neue Willkommenskultur zu schaffen.“

Dazu müsse sich aber noch einiges ändern. Denn die derzeitige Situation für Migranten sei oft nicht leicht. Mensing erzählte von einer Frau aus Syrien, die im Sommer zusammen mit ihrem behinderten Sohn nach Deutschland geflüchtet ist. Weil sie in der EU jedoch zuerst italienischen Boden betreten hatte, hätte sie das Asylbewerberverfahren auch dort durchlaufen müssen. Um sich vor einer zwangsweisen Abschiebung zu schützen, mussten sich die Mutter und ihr Kind deshalb drei Wochen in einer Kirche im Landkreis Dachau verstecken.

„Wir brauche eine humanere Bleiberechtsregelung, die so etwas nicht mehr nötig macht“, forderte Mensing. Er bemängelte, dass in Deutschland seit der Wiedervereinigung einerseits über 180 Menschen wegen rechtsextremistischer Motive getötet worden seien, die Sicherheitsbehörden andererseits aber den harmlosen Holocaust-Überlebenden Ernst Grube noch immer als linksextremistisch einstuften.

Trotzdem sieht nicht Mensing alles negativ: „Es gibt auch Positives. Man findet immer wieder Beispiele, wo sich Menschen besonders engagieren.“ Besonders bedankte er sich beim Arbeitskreis Asyl und den Jugendlichen des Jugendzentrums „Freiraum“, die die Demonstration geplant hatten. Marian Wiesner, einer der Mitorganisatoren, zog ein positives Fazit: „Es war ein totaler Erfolg. Besonders schön war, dass viele verschiedene Leute gekommen sind. Die Problematik ist scheinbar durch alle Schichten hindurch ein Thema.“ (cla)

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