Eine intime Momentaufnahme: Azurjungfern (Kleinlibellen ) bei der Paarung hat Michael Matziol fotografiert. foto: kn

Zufällig vor dem perfekten Motiv

Karlsfeld - Wo andere achtlos durch die Natur gehen, ist Michael Matziol ganz aufmerksam. Der Karlsfelder ist Hobbyfotograf und immer auf der Suche nach dem perfekten Motiv. Seine Bilder gleichen Kunstwerken. Aber Künstler will er eigentlich gar keiner sein.

Kunst, das bedeutet für den Karlsfelder Michael Matziol, „wenn Hände etwas auf die Leinwand zaubern“. Kunst, das bedeutet, selbst etwas zu erschaffen. Ein Gemälde. Eine Skulptur. Ein Gebäude. Matziol selbst sieht sich nicht als Künstler. Er erfindet nichts, erschafft nichts. Was Michael Matziol kann, ist Realität abzubilden. „Und nicht einmal das wird mir je ganz gelingen“, sagt Michael Matziol. Er ist Fotograf. Hobbyfotograf, um genau zu sein.

„Man hat zwar Träume, aber die werden wohl immer nur Träume bleiben.“ Michael Matziol weiß, dass er von der Fotografie allein nicht leben kann. Er hat seinen Blick geschärft, geht achtsam durch die Welt, sieht Dinge, die den meisten Menschen verborgen bleiben. Auf der Suche nach dem perfekten Motiv ist er ein bis zwei Mal pro Woche im Karlsfelder Raum unterwegs.

Er nimmt sich die Zeit, Natur zu erleben - sie einzufangen und festzuhalten. Doch ein Künstler, das ist Matziol gewiss nicht. Findet er selbst zumindest. Auf das richtige Equipment komme es an. Ein bisschen Glück brauche es noch. Er selbst müsse dann nur noch den Abzug betätigen. Fertig. Ohne Kamera geht der Karlsfelder erst gar nicht außer Haus. Ist er auf der Suche nach neuen Motiven, dann ist er mit voller Montur ausgestattet. Manchmal tut es aber auch meine Kamera am Handy. „Natürlich werden die Bilder dann nicht so toll, aber manchmal steht man einfach ganz zufällig vor dem perfekten Motiv“, sagt Matziol.

Die Karlsfelder Natur hat es ihm besonders angetan. Er geht an der Würmschleife spazieren, ins Schwarzhölzl oder an den Karlsfelder See. Wenn er ein seltenes Insekt vor die Linse bekommen hat, ist es manchmal schwer rauszufinden, was Matziol da eigentlich fotografiert hat. „Dann blättere ich dann stundenlang in meinen Lexika, bis ich endlich den Namen des Tieres gefunden habe.“

Oft passiert dem Karlsfelder das aber nicht mehr. „Karlsfeld und seine Bewohner, die kenne ich mittlerweile.“ Mit dem Fotografieren hat Matziol schon in der Jugend begonnen. „Von meinem Ferienjob habe ich mir damals meine erste Kamera gekauft.“ Inspiriert von Papas Hobby entdeckte der Teenager die Kamera auch für sich. „Ich sehe die Fotografie als einen Ausgleich zu den vielen Zahlen, mit denen ich es in meiner Arbeit sonst immer zu tun habe.“ Der studierte BWLer arbeitet bei MAN: rational, logisch und durchdacht.

„Da bleibt nicht viel Raum für Kreativität.“ Wenn Michael Matziol könnte, würde er gerne viel mehr Zeit in sein Hobby investieren. Aber da gibt es ja auch noch die Familie. „Manchmal ist sie schon etwas genervt. Wenn wir zum Beispiel im Urlaub sind, und für ein tolles Motiv extra noch einmal umkehren müssen.“ Aber das Auto wenden und zurück fahren, diesen Gefallen tun ihm Frau und Tochter dann doch. Aus Matziols USA-Eindrücken hat ein Verlag sogar einen Kalender herausgebracht. Ein Karlsfeld- Kalender, das ist Matziols persönlicher Traum.

Auf seiner Internetseite www.naturfotos-karlsfeld.de stellt er immer ein Bild der Woche aus. Denn er findet es es schade, wenn seine Bilder nur auf der Festplatte verstauben würden. „Gerade überlege ich mir, welche Fotos dafür in Frage kommen“, verrät er. Karlsfeld mal ganz anders - das ist das Motto. Mithilfe von Bildbearbeitungsprogrammen hat Matziol seine Fotos nachbearbeitet und ihnen eine Menge Farbe verliehen. Futuristisch wirken die Bilder von Gebäuden, Freiheit und Sehnsucht strahlen seine Winterlandschaften aus. „Mit meinen Fotos möchte ich den Menschen zeigen, in welch schöner Umgebung sie leben.“ In einer Umgebung, an der die meisten Menschen achtlos vorbeigehen.

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