Fast 50 Jahre bei Sumitomo Cyclo in Indersdorf

Nach einem halben Jahrhundert in der gleichen Firma: Eine Institution geht in Rente

Nur ein Jahr weniger als ein halbes Jahrhundert. Er erlebte alles – vom Lehrling bis zum Gruppenleiter. Für die Kollegen ist es es ein schmerzlicher Abschied. Denn Sailer galt in der Firma als: Institution.

Indersdorf – Bei Sumitomo Cyclo in Indersdorf gab es einen besonderen Anlass zu feiern: Nach 49 Jahren Betriebszugehörigkeit verabschiedete sich Michael Sailer aus Glonn in die Rente. Zwischen seinem Start als Lehrling zum Maschinenschlosser und seinem Abschied als Gruppenleiter der Instandhaltung Mechanik liegen bewegte und bewegende Jahre und Erlebnisse. 

Geschäftsführer Dr. Johann Hopfner lässt den 63-jährigen Sailer mit „einem lachenden und einem weinenden Auge“ gehen. Lachend, weil der Neu-Rentner sich bester Gesundheit und voller Tatendrang diesem nächsten Lebensabschnitt zuwendet. Weinend, weil er eine Institution geworden ist, ein echter Macher, dem man jederzeit auch herausfordernde Projekte übergeben konnte. Egal ob es sich um schwierige Maschinenreparaturen, Gebäudeumbauten oder um den Aufbau ganzer Montagestützpunkte in den Niederlassungen in Europa handelte. 

Sailer erlebte mit dem Unternehmen aufregende Zeiten. Seine Lehrzeit hat er noch unter Rudolf Braren, dem Sohn des Firmengründers und Erfinder des Cyclo-Getriebes, Lorenz Braren, angetreten. Danach folgten zahlreiche Veränderungen und Weiterentwicklungen: Neue Strategien, die 100prozentige Übernahme von Cyclo durch das japanische Unternehmen Sumitomo, neue Niederlassungen und der Bau einer neuen Fertigungshalle. „Michael Sailer war stets der Fels in der Brandung. Starke Nerven, eine gute Portion Humor, Einsatzfreude, ein gutes Netzwerk und viele kreative Lösungen haben diesen Ruf begründet“, sagte Geschäftsführer Hopfner bei der Verabschiedung im Kreise von rund 200 anwesenden Kollegen, Vorgesetzten, und Freunden. 

Michael Sailer ließ zum Abschied die Blasmusik aufspielen und die weißblaue Bayernfahne vor dem Firmengelände aufziehen. Seine Arbeitsschuhe hat er an einem großen Stein am Eingangsbereich befestigt und mit Hauswurtz’n bepflanzt. Anton Wessner hatte seine Norweger eingespannt und Michael Sailer in der Kutsche nach Glonn nach Hause gefahren. Dabei begleiteten ihn neben Hopfner noch der höchste Chef, Shaun Dean, und die Bereichsleiterin Karin Diebold, während die große Kollegenschar klatschend Spalier stand. 

So beliebte, urbayerische Mitarbeiter wie der Sailer Michi, wie er genannt wird, sind rar. Das wissen auch die Mitglieder der Glonner Stockschützen, wo der Michi schon seit vielen Jahren insbesondere bei größeren Festen zusammen mit seiner Ehefrau Roswitha sein Organisationstalent einbringt.

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