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Willkommen beim neuen Spitzenreiter im deutschlandweiten Mietpreis-Ranking – Karlsfeld.

SPD Karlsfeld fordert „andere Bodenpolitik“ für Karlsfeld

Mietpreis-Spitzenreiter: SPD-Ortschef gibt CSU Mitschuld

Karlsfeld ist laut einem aktuellen Ranking Mietpreis-Spitzenreiter in Deutschland. Die SPD Karlsfeld fordert eine „andere Bodenpolitik“. Der Bürgermeister weist die Kritik zurück.

Karlsfeld – Die durchschnittliche Bestandsmiete ist in Karlsfeld so hoch wie nirgendwo sonst in Deutschland! Diese Nachricht hat für Schlagzeilen gesorgt. Thomas Kirmse, neuer Vorsitzender der Karlsfelder SPD, macht Bürgermeister Stefan Kolbe und die CSU mitverantwortlich für die Entwicklung. „Nur eine andere Bodenpolitik hilft uns weiter“, so Kirmse in einer Pressemitteilung. Kolbe weist die Kritik zurück.

Ob Karlsfeld nun den ersten oder zweiten Platz in dieser „traurigen Rangliste“ belege, spiele keine Rolle, so Kirmse. „Das Nachsehen haben die Menschen mit geringerem Einkommen.“ Das wirtschaftliche Wachstum in München und seiner angrenzenden Gemeinden und Regionen lasse der Bodenspekulation freien Lauf. Wohnungen, ob in Eigentum oder zur Miete, seien für die Mehrheit der Bevölkerung unerschwinglich geworden.

„Seit vielen Jahren ermöglicht die mehrheitlich CSU-regierte Gemeinde, trotz Vetos der SPD-Gemeinderäte, den Verkauf von Gemeindegrundstücken und veräußert somit das Tafelsilber der Gemeinde“, so Kirmse weiter. Zudem werde die Sozialgerechte Bodennutzung (SoBon) in Karlsfeld nicht durchgängig angewendet. „Selbst zum Verkauf stehende Grundstücke überlassen die CSU-Gemeinderäte lieber Spekulanten und investieren damit nicht in die Zukunft von Karlsfeld.“ Unter diesen Voraussetzungen weiterhin Gemeindegrund zu verkaufen, sei nicht akzeptabel. Kirmse: „Wo soll geförderter Wohnungsbau entstehen, wenn die Gemeinde keinen Baugrund mehr besitzt?“ Nicht verkaufen, sondern erhalten und kaufen solle die Devise lauten. Der SPD-Ortsvorsitzende fordert deshalb „eine vorausschauende Bodenpolitik“. Kirmse: „Heute müssen wir die Gelegenheiten beim Schopf packen, um morgen etwas für unsere Bürger tun zu können.“

Bürgermeister Stefan Kolbe (CSU) weist den Vorwurf, die Gemeinde veräußere ihr Tafelsilber, entschieden zurück. Zuletzt seien ausschließlich Erbbaugrundstücke den Erbbauberechtigten zum Verkauf angeboten worden. Diesen Beschluss habe die SPD im Gemeinderat mitgetragen. Es sei einfach, den Kauf von Grund zu fordern. „Aber es ist nicht so leicht, Grundstücke zu bekommen“, so Kolbe, in und um München würden „überzogene Preise verlangt, da können wir nicht mit. Wir müssen da in unsere Kasse schauen.“ Außerdem müsse bedacht werden, dass nach einem Kauf von Grundstücken auch eine Wohnbebauung ermöglicht werden müsse mit allen unerwünschten Folgen für die soziale Infrastruktur.

Kolbe verteidigt auch die im Dezember von der Gemeinderatsmehrheit getroffene Entscheidung, die SoBon am Burgfrieden nicht anzuwenden. Man sei nur der dringenden Empfehlung von Fachanwalt Mathias Reitberger gefolgt.  

Thomas Leichsenring

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