Der zehnjährige Maximilian Schmalhofer aus Dachau ist ein begabter Zauberlehrling und spricht über sein Hobby

„Mit Karten kann man Verrücktes machen“

Er ist das jüngste Mitglied des Magischen Zirkels. Er hat bereits einen Jugendmeistertitel. Er spielt im Sommer in einem Kinofilm mit – und er wird im September das Dachauer Publikum bei einer Gala verzaubern: „Magic Maxl“ alias Maximilian Schmalhofer. Der Zehnjährige ist Hobby-Zauberer. Im Interview berichtet er von seinem Zauber-Zimmer, seinen Zukunftsträumen – aber natürlich nicht von seinen Tricks.

Wie bist Du zur Zauberei gekommen? 

Durch den Papa. Als wir nach Dachau gezogen sind, haben wir unseren Keller in München umgeräumt. Dabei hab’ ich ein Säckchen mit Zaubertricks gefunden. Mein Papa hat mir dann die Tricks gezeigt und erklärt. Zum fünften Geburtstag hab’ ich deshalb von meiner Oma einen Zauberkasten geschenkt bekommen. Ich hab’ dann aber aufgehört. Nachdem wir vor drei Jahren in München eine Zaubershow besucht haben, wollte ich aber unbedingt wieder anfangen. 

Wie oft zauberst Du zu Hause? 

Immer, wenn ich will – also sehr oft. Ich habe im zweiten Stock ein Zauber-Zimmer, in dem ich immer übe. - 

Was fasziniert Dich an der Zauberei? 

Mir macht es Spaß, die Leute zu täuschen und zu verblüffen. 

Hast Du einen Lieblingszaubertrick?

 Ich mag besonders Tricks mit Karten. Mit Karten kann man viele verrückte Sachen machen. Man kann mit einem Kartendeck jederzeit zaubern, ohne dass man etwas vorbereiten muss. Ich glaube, ich habe 40 Decks – die im Handschuhfach und im Wohnzimmer nicht mitgezählt. 

Zauberer verraten ihre Tricks ja nicht, was ist mit Dir? 

Nein, ich verrate meine Tricks nicht. Wenn einer fragt, wie der Trick geht, sage ich: „Gut.“ - Wo hast Du Deine Tricks gelernt? Ich habe übers Wochenende in der Zauber-Akademie Deutschland in Pullach einen Kinderzauber-Kurs gemacht. Außerdem lerne ich Tricks aus Büchern, DVDs oder auch im Zauberring München. 

Was ist der Zauberring?

Der Magische Zirkel von Deutschland hat etwa 80 verschiedene Ortszirkel in Deutschland. Der Zauberring München ist einer dieser Ortszirkel und sozusagen eine Vereinigung von Zauberern aus München und Umgebung. Die Mitglieder treffen sich zweimal im Monat in ihrem Clublokal in Puchheim, um sich auszutauschen. Normalerweise müssen Zauberer eine Aufnahmeprüfung bestehen, damit sie im Magischen Zirkel von Deutschland aufgenommen werden. Da ich im Oktober 2016 den ersten Platz bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in der Sparte „Parlor Magic“ gewonnen habe, wurde ich dadurch Mitglied. Das ist eine sehr große Ehre für mich, da selbst das laut Satzung erst ab zwölf Jahren möglich wäre, und für mich der Vorstand eine Ausnahme gemacht hat. 

Was ist „Parlor Magic“? 

Parlor Magic bedeutet Salonmagie. Es handelt sich um Zauberei, die sich eher im kleineren Rahmen und auf einer Ebene mit dem Publikum abspielt. 

Wie läuft denn so eine Jugendmeisterschaft ab? 

Die Teilnehmer müssen unter 18 Jahren sein. Je nach Sparte werden unterschiedliche Dinge vorgeführt. Mindestens sind es aber zwei Kunststücke. Die Show darf nicht unter fünf Minuten, aber auch nicht über zehn Minuten dauern. Bewertet wird nach einem bestimmten Punktesystem. Ich war zwar der einzige Teilnehmer in meiner Kategorie, aber wegen des Punktesystems bedeutet das nicht automatisch, dass ich auch Erster werde. Manchmal gibt es viele Teilnehmer in einer Sparte, aber keinen ersten Platz. Doch meine Punkte haben für den ersten ausgereicht. Ich war mit damals neun Jahren der jüngste Teilnehmer, ich glaube, der zweitjüngste war 13. 

Was hast Du bei den Meisterschaften vorgeführt?

Ich habe meine Show gezeigt, die ich mir mit meinen Eltern und Freunden aus dem Zauberring ausgedacht habe. Ich steh’ als Bayer mit Lederhose acht Minuten vor dem Publikum und zeige einen Kartentrick und einen Trick mit Brezen und Bechern. Das Ganze ist verpackt in eine Geschichte, denn das Drumherum wird immer mitbewertet. 

Wie seid Ihr auf die Show gekommen? 

Als wir uns eine Show überlegten, war gerade Wiesnzeit. Also haben wir das Thema Wiesn und meine Herkunft für die Show benutzt. 

Wie lange hast Du Dich auf diesen Auftritt vorbereitet? 

Ich hab’ mich etwa sechs Wochen vorbereitet, weil ich mich recht kurzfristig dazu entschlossen hab, mitzumachen. Während den Meisterschaften gibt es am Wochenende Zauber-Seminare und da wollte ich hin. Da dachte ich mir, wenn wir eh schon  hinfahren, kann ich ja auch mitmachen. 

 Was braucht ein guter Zauberer auf jeden Fall? 

Auf jeden Fall viel Fingerfertigkeit. Und: Ein guter Zauberer muss auf der Bühne stehen können, sich dort wohlfühlen. 

Wie oft bist Du schon vor Publikum aufgetreten? 

Das war ungefähr achtmal, beispielsweise im Rationaltheater, im Bayerischen Hof, in einem Schützenverein und in einem Golflcub. 

Ist denn schon einmal etwas schief gegangen auf der Bühne? 

Ja. Beispielsweise war noch ein Brezenstück unterm Becher, obwohl es da nicht sein sollte. Aber ich denke, ich habe das gut gerade gebügelt, so dass der Zuschauer nicht gemerkt hat, dass was schief gelaufen ist. Und einmal ist ein Zuschauer aufgesprungen und hat gerufen „Ha! Ich weiß, wie das geht.“ Da hab’ ich dann gesagt: „Da hast du Glück – ich auch.“ 

Hast Du in der Zauberer-Szene ein Vorbild? 

Das Zauberer-Duo Ehrlich Brothers finde ich klasse. Es ist der Wahnsinn, was die alles zaubern und wie die auf der Bühne stehen. Außerdem mag ich Alexander de Cova, er hat viele Bücher geschrieben und gibt Seminare. Er war einmal Schüler im IgnazTaschner-Gymnasium in Dachau. Er erfindet selbst Zauber-Techniken und hat schon einige Preise gewonnen. 

Am 15. September hast du einen Auftritt im Ludwig-Thoma-Haus in Dachau. Was erwartet die Zuschauer dort? Das wird eine richtige Zaubergala. Es werden Zauberer vom Zauberring München und aus ganz Deutschland auftreten. Sogar einige internationale Größen der Zauberkunst sind mit von der Partie. Ich führe meine Wiesn-Show auf. 

Wie bist Du auf Deinen Zauberer-Namen Magic Maxl gekommen? 

Also, der Maxl bin ich schon immer, und Magic Maxl klingt einfach gut. Da haben wir gar nicht lange überlegt. - Was machst Du denn noch gerne in Deiner Freizeit? Ich spiel’ Klavier, löse gern Zauberwürfel und ich gehe gern tauchen. Und in der Schule bin ich in der Theatergruppe. 

Willst Du auch später Zauberer sein oder hast Du einen anderen Berufswunsch? 

Zauberer und Schauspieler sind schon die Hauptwünsche. Im Sommer letztes Jahr durfte ich sogar eine kleine Rolle im Film „Maria Mafiosi“ spielen. Der Film kommt im Sommer ins Kino. 

Die Zaubergala 

Die große Zaubershow mit Magic Maxl findet am Freitag, 15. September, im Thomahaus statt. Infos gibt es im Internet unter www.verzaubert.show.

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