Altomünster

Novelle löst keine Jubelschreie aus

Die Novelle der bayerischen Bauordnung hat beim Bauausschuss der Marktgemeinde Altomünster nicht eben Jubelschreie ausgelöst. Nicht nur, dass die Neufassung erst im Dezember 2020 in eine Satzung gegossen worden war und in den ersten Januartagen in der Verwaltung ankam, auch die kurzfristige Durchsetzung überraschte die Gremiumsmitglieder. Bereits am 1. Februar soll die neue Satzung in Kraft treten.

„Normalerweise gibt es eine Übergangsphase“, so Altomünsters Bürgermeister Michael Reiter (FWG). „Hier wurde etwas übers Knie gebrochen.“ Die neue Bauordnung sieht in erster Linie eine Reduzierung der Abstandsflächen zur Nachbarbebauung vor. Damit soll laut Bayerischem Bauministerium die Innenraumverdichtung erleichtert und Flächenfraß verhindert werden. Bisher lautete die Grundregel: Der Mindestabstand zur Nachbarbebauung bemisst sich nach der Höhe der Gebäudewand (1 H). Jetzt verringert er sich um mehr als die Hälfte auf 0,4.

Kompliziert könnte es unter anderem bei Flachdächern werden. Die würden den Abstand noch mal reduzieren. Dachgeschossausbauten werden zudem erleichtert. „Das ist für den Bauherrn gut, städtebaulich könnten daraus jedoch Auswüchse entstehen“, so der Gemeindechef gegenüber den Dachauer Nachrichten. Der Bauausschuss sprach am Ende einmütig die Empfehlung an den Marktgemeinderat aus, zu versuchen, das alte Abstandsflächenrecht so weit wie möglich zu erhalten. Dazu erarbeitet Bauamtsleiterin Michaela Felber für die Sitzung am Dienstag, 26. Januar, eine Verordnung mit Maximalabständen. Nachjustieren könne man immer noch, so Michael Reiter. Die Abstände nachträglich zu vergrößern, sei hingegen schwierig. Reiter äußerte am Ende auch seinen Unmut darüber, dass die neuen Regelungen nicht für die großen Städte wie München, Nürnberg oder Augsburg gelten, sondern nur für Kommunen unter 250 000 Einwohnern. sas

Auch interessant

Kommentare