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Am liebsten bei den Gästen: Pächterin Christine Liebhart.

Dachauer Schranne

Neustart mit Charme

Dachau - Nach rund fünf Monaten Leerstand hat die Schranne gestern wieder geöffnet. Mit den Jahren hat das Alte Schulhaus bereits einige Pächter kommen und gehen sehen. Nun will die Dachauerin Christiane Liebhart mit einer komplett umgebauten Lokalität durchstarten.

Nach rund fünf Monaten hat die Schranne wieder eine neue Pächterin: Christiane Liebhart (28) strahlte bei der Eröffnung ihres „Kafferestaurants“ in der Altstadt, obwohl die Gäste sie mächtig auf Trab hielten. Die Dachauerin schwärmte: „Es war schon immer mein Traum hier in Dachau etwas eigenes aufzumachen. Das Ganze liegt mir schon sehr am Herzen“, erzählt sie.

Nachdem das vorherige Pächtertrio Matthias Rohleder, Lars Stadlbauer und Mike Maurer bereits im September 2015 wegen zu weniger Gäste das Handtuch warf, sieht Kulturamtsleiter Tobias Schneider mit den neuen Pächtern L&R Gastro GmbH und Geschäftsführerin Christiane Liebhart in eine positive Zukunft: „Wir haben eine nie dagewesene Qualität an Pächtern“, sagt Schneider.

In den vergangenen Jahren waren bereits einige Gastronomen am Alten Schulhaus gescheitert. Aber Schneider erklärt: „Die anderen Pächter haben nur immer etwas an der Oberfläche verändert, aber jetzt macht die Schranne ja einen komplett neuen Eindruck.“

Gemeinsam mit Architektin Katharina Kassner und dem Dachauer Graphiker Otto Kron hat die neue Geschäftsführerin Christiane Liebhart das Design in der Schranne völlig umgekrempelt. Als „rustikal, aber modern“, beschreibt die Ingenieurin für Lebensmittelmanagement die neue Einrichtung: helles Tischholz, mintfarbene und weiße Stühle, originelle Hängelampen, stilvolles Grün, das von der Decke baumelt, und liebevolle Details wie die Einarbeitung von Dachauer Sehenswürdigkeiten in den Tischen. Auf den Tischoberflächen sind auch Abbildungen typischer Dachauer Straßenlaternen, des Kirchturms von St. Jakob oder des Floriansbrunnens eingearbeitet. Insgesamt wirken die neuen Räume der Schranne sehr hell, offen und modern.

Auch die Kulturschranne im zweiten Stockwerk hat sich an das Design im Erdgeschoss angepasst, so Kulturamtsleiter Tobias Schneider: Das dunkle Holz der Tische wurde ausgetauscht, die Holzfassaden der Bar wurden mintfarben gestrichen. Außerdem haben die neuen Pächter die Bühne um zwei Meter erweitert und das bisherige Analogpult durch ein Digitalpult ersetzt. „Ab September werden dort auch die ersten Kulturveranstaltungen stattfinden“, so Schneider.

Aber nicht nur das räumliche Konzept soll überzeugen. Im Gegensatz zum letzten Eröffnungstag hat Christiane Liebhart mit rund 15 Servicekräften auch dafür gesorgt, dass niemand lange auf seine Bestellung warten muss. Aber die junge Gastronomin packte auch selbst mit an. Die 28-Jährige ist eine Macherin und jonglierte volle Tabletts mit Heißgetränken und Frühstückstellern durch das neugestaltete Erdgeschoss hinaus in den Biergarten. Denn nur Organisieren und Managen, das gehört nicht zu Liebharts Vorstellung als neue Chefin des Alten Schulhauses: „Ich sehe mich am liebsten bei den Gästen“, erzählt sie strahlend.

Die Gastronomie liegt ihr sozusagen im Blut, denn auch ihr Vater ist Franchise-Nehmer von McDonalds-Restaurants. Auch Christiane Liebhart hat während ihres Studiums Praktika in der Produktentwicklung von Develey und in der Qualitätssicherung von McDonalds gemacht, aber in der Systemgastronomie sah sie nicht ihre Zukunft.

Stattdessen setzt sie nun in der Schranne auf bayerische Schmankerl und leichte, mediterrane Küche: „Den Mittagstisch werden wir erst ab Montag starten.“ Insgesamt will die Geschäftsführerin mit „ganz viel Brunch“ und perfektem „Kaffee aus einer Privatrösterei“ überzeugen.

Am heutigen Samstag ist ab 8 Uhr ein Samstags-Frühstück geplant, und ab 12 Uhr kommen Steaks vom Angus-Rind auf den Grill. Am Sonntag wiederum wird Radiomoderator und Musiker Sascha Seelemann das lange Sonntags-Frühstück ab 8 Uhr mit Livemusik am Klavierflügel begleiten.

Auch in Zukunft will Christine Liebhart etwas bieten: „Jazz in allen Gassen steht ja schon vor der Tür, und auch zur Fußball-EM wollen wir vielleicht was machen. Wir sind für alles offen.“

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