TSV Eintracht Karlsfeld

Ehrenmitglied Cremers lässt Dampf ab

Karlsfeld - Toni Cremers ist bei der Hauptversammlung des TSV Eintracht Karlsfeld zum Ehrenmitglied ernannt worden. Der völlig überraschte ehemalige Vereinschef nahm die Glückwünsche entgegen – und machte dann seinem Ärger Luft über die seit Jahren unverändert prekäre Lage des aus allen Nähten platzenden Vereins: „Die Gemeinde könnte mehr tun!“

Der TSV Eintracht Karlsfeld hat ein weiteres Ehrenmitglied, das elfte: Toni Cremers wurde diese seltene Auszeichnung am Freitagabend bei der Hauptversammlung des Vereins im Sportheim zuteil.

2006 war der heute 72-Jährige nach dem überraschenden Tod von Präsident Franz Schiebl kurz entschlossen als Vereinschef eingesprungen. „Toni Cremers hat den Verein damals vor einer misslichen Lage bewahrt“, sagte TSV-Präsident Rüdiger Meyer. Cremers wollte damals vor zehn Jahren nur Übergangspräsident sein, blieb aber dann bis 2014 im Amt. Seinem Nachfolger Meyer überantwortete er einen gesunden Verein.

Als Vereinschef war Schluss, ohne Aufgabe blieb Cremers jedoch nicht. Und wieder sprang er ein. Als Seniorenbeauftragter hielt er die Seniorengruppe Ü55 am Leben. Dieses Amt war bei den Wahlen vor zwei Jahren vakant geblieben.

Cremers, zum 1. Januar 1975 dem Verein beigetreten, muss als Ehrenmitglied keinen Mitgliedsbeitrag mehr zahlen, kündigte aber an, den Beitrag spenden zu wollen. Und noch etwas: „Ich bin nicht ganz weg!“

Nachdrücklich Präsenz zeigte Cremers schon wenig später beim Tagesordnungspunkt „Aussprache“. Seine Forderung: Die Gemeinde Karlsfeld sollte die unerwarteten Steuermehreinnahmen der vergangenen Jahre in die Infrastruktur der Eintracht investieren. Neu-Karlsfelder würden sich den Vereinen in Dachau und München anschließen, weil für sie das Sporttreiben in Karlsfeld nicht mehr möglich sei.

Bei der Eintracht wartet und hofft man seit Jahren auf einen Ausbau der Sportstätten. Sowohl auf den Freiflächen als auch in den Hallen gibt es beim mit rund 4000 Mitgliedern größten Verein im Landkreis so gut wie keine Kapazitäten mehr. „Wir können den Bedarf nur mit Mühe und unzureichend decken, wachsen kann der Verein nicht“, sagte Präsident Rüdiger Meyer. Die Klagen häuften sich.

Bürgermeister Stefan Kolbe, selbst Eintracht-Mitglied, kennt die Probleme. Die Forderung Cremers’ wies er zurück. Über die höher als erwartet ausgefallenen Steuereinnahmen habe man sich im Gemeinderat „fünf Minuten lang gefreut“. Denn Karlsfeld halte mit diesem Geld nur Defizite im Rahmen. Viele Großinvestitionen wie der Bau der Grundschule für rund 25 Millionen Euro stünden an, „außerdem haben wir in den vergangenen Jahren insgesamt sieben Millionen Euro für den TSV in die Hand genommen“. Kolbe teilte mit, dass noch in diesem Jahr mit dem Präsidium im Gemeinderat über die Entwicklung des Vereins beraten werde.

Präsident Meyer wiedergewählt

Mit Peter Nöbauer aus der Badminton-Abteilung hat der TSV Eintracht Karlsfeld wieder einen gewählten Seniorenbeauftragten. Nöbauer wurde ebenso einstimmig gewählt wie Vereinspräsident Rüdiger Meyer, die Vizepräsidenten Birgit Piroué und Udo Hattwig und Jugendleiter Andreas Hartwich. Zuvor war Nöbauer Kassenprüfer gewesen, und eigentlich wollte er es auch bleiben. Aber darf eine Person zwei Ämter ausüben? Diese Frage traf Rüdiger Meyer unvorbereitet. In der allgemeinen Verwirrung trug sich der Vereinschef sogar mit dem Gedanken, die Versammlung aufzulösen. Nach einer kurzen Beratungspause fand sich ein Ausweg: Barbara Hausen und Gerhard Kroll stellten sich als Kassenprüfer zur Verfügung, sie lösen Nöbauer und Klaus Tonnek ab. tol

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