Der Unfall war tödlich: 2012 starb bei Niederroth ein Mann. betz

Nach Todesfahrt muss 27-Jähriger ins Gefängnis

Dachau - Vor über zwei Jahren hat ein damals 25-Jähriger die Kontrolle über sein Auto verloren - weil die Reifen komplett abgefahren waren. Ein Mann starb bei dem Unfall. Nun musste sich der Unfallverursacher vor dem Dachauer Amtsgericht verantworten.

Die Straße war schneeglatt, die Reifen völlig abgefahren. Der damals 25-jährige Olchinger, der an jenem Freitagmorgen im Februar 2012 am Steuer des VW Golf saß, verlor in dem Waldstück zwischen dem Rumeltshauser Kreisel und Niederroth die Kontrolle über sein Auto. Er versuchte zu bremsen, zu lenken, Gas zu geben - vergeblich. Sein Golf stieß frontal mit einem Opel Corsa zusammen. Dessen 49-jähriger Fahrer wurde so schwer verletzt, dass er im Krankenhaus Dachau starb. Der junge Unfallverursacher musste sich jetzt wegen fahrlässiger Tötung vor dem Amtsgericht Dachau verantworten. Richter Tobias Bauer verurteilte ihn zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zwei Monaten - ohne Bewährung. Der Führerschein wurde ihm für 34 Monate entzogen.

Er war weder zu schnell unterwegs, noch unternahm er riskante Überholmanöver. Aber das Auto des 27-jährigen Angeklagten war in einem äußerst schlechten Zustand, wie der technische Sachverständige eindrucksvoll darstellte: Die Reifen seien bis auf den inneren Mantel abgefahren und teilweise in falscher Laufrichtung montiert gewesen. „Das bestärkt den Vorwurf der Fahrlässigkeit“, erklärte Richter Tobias Bauer. Zudem sei der TÜV seit mindestens einem Monat abgelaufen gewesen.

Die Unfallursache war laut Bauer eindeutig der schlechte Zustand des Fahrzeugs - nicht das Ergebnis eines Drogentestes. Demnach hatte der junge Unfallverursacher nämlich Restmengen von Cannabis oder Haschisch sowie Amphetaminen im Blut. Laut Gerichtsmediziner hatten diese Mengen die Fahrtüchtigkeit des Unfallfahrers nicht beeinträchtigt. Für Richter Bauer war somit erwiesen, dass es keinen Zusammenhang zwischen den Drogen und dem Unfall gebe. Daher war der weitere Vorwurf, nämlich der fahrlässigen Gefährdung des Straßenverkehrs, vom Tisch.

Der 27-Jährige war vor Gericht sichtlich betroffen. Er gab zu, sich um den Zustand seines Autos nicht gekümmert zu haben. Dass er schuld ist an dem Tod eines Menschen, macht dem Angeklagten sehr zu schaffen. Bereits kurz nach dem Unfall schrieb er den Angehörigen einen Brief. Vor Gericht hatte der Olchinger keine Gelegenheit, sich zu entschuldigen: Die Angehörigen waren nicht zur Verhandlung gekommen. In seinem letzten Wort bat er um eine Strafe, mit der auch die Angehörigen des Unfallopfers leben können.

(no)

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