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Dr. Wolfgang Braun ist im Alter von 80 Jahren verstorben.

Dr. Wolfgang Braun ist tot

Trauer um einen hoch engagierten Naturschützer

Karlsfeld/Dachau - Trauer um einen über Jahrzehnte hinweg hoch engagierten Naturschützer aus Karlsfeld: Dr. Wolfgang Braun ist im Alter von 80 Jahren verstorben.

Dr. Wolfgang Braun, Gründungsvorsitzender der Kreisgruppe Dachau und der Ortsgruppe Karlsfeld im Bund Naturschutz, ist tot. Der leidenschaftliche Botaniker und Naturschützer ist im Alter von 80 Jahren verstorben.

Mit seinen vielen naturkundlichen Führungen und Vorträgen hat er schon als junger Biologe viele Menschen an seinem Wissen und seiner Begeisterung für Flora und Fauna teilhaben lassen. Braun beriet zudem die Regierung von Oberbayern und war am Landratsamt Dachau tätig.

Für sein Lebenswerk im Dienste der Natur wurde er im September auf dem Jubiläumsfest zum 40-jährigen Bestehen der BN-Kreisgruppe Dachau von Prof. Dr. Hubert Weiger, dem BN-Vorsitzenden in Bayern, im Karlsfelder Bürgerhaus ausgezeichnet.

Die Geburtsstunde des Bund Naturschutz im Landkreis vor 40 Jahren ist eng mit Wolfgang Braun verknüpft. Als es in den Jahren 1974 bis 1975 darum ging, in allen Landkreisen Kreisgruppen zu gründen, fühlte er sich als Karlsfelder geradezu verpflichtet, sich selbst für eine Kreisgruppe Dachau zur Verfügung zu stellen. Als Vorsitzender diente Braun ihr die ersten zehn Jahre. Später, im Jahr 1994, war er dann bei der Gründung der Ortsgruppe Karlsfeld als „Stammvater“ maßgeblich beteiligt und wirkte bis zu seinem Lebensende als Vorstandmitglied.

Wolfgang Braun vertrat die Überzeugung, dass möglichst viele Leute schutzwürdige Biotope kennenlernen sollten. Denn nur wer darüber ein ausreichendes Wissen habe, werde sich auch für deren Schutz und Pflege einsetzen.

Schon früh interessierte er sich für Pflanzen und Tiere. Die ersten Pflanzenbücher sah er sich mit dem Großvater an. Für Gartenarbeit begeisterte er sich, als sein Vater 1945 einen Schrebergarten anlegte um der Familie in den damaligen Notzeiten zusätzlich Nahrung zu verschaffen. Mit zwölf legte Braun ein Herbarium an, das er bis zum Sommer 2015 laufend erweiterte und pflegte.

Sein Vater nahm ihn zu naturkundlichen Wanderungen und Führungen des BN mit. So kam Braun früh in Kontakt mit engagierten Naturschützern wie Eugen Schuhmacher, einem erfolgreichen Produzenten von Naturfilmen. Später trat er der Jugendorganisation des Verbandes bei.

Braun verbrachte seine Kindheit und Jugend überwiegend in München-Ramersdorf. Nach dem Abitur 1956 am Wilhelmgymnasium studierte er Biologie, Chemie und Erdkunde an der Uni München. Anschließend machte er eine Ausbildung zum Gymnasiallehrer. Nach einem weiteren Jahr als Studienassessor bekam er „den Arbeitsplatz seines Lebens“ angeboten: Als Biologe wurde er 1965 Referent für angewandte Vegetationskunde und Naturschutz an der Bayerischen Landesanstalt für Bodenkultur und Pflanzenbau in München. Hier konnte er seine Dissertation mit einer Promotion abschließen und die höhere Beamtenlaufbahn durchlaufen, bevor er im Jahr 2000 in den Ruhestand verabschiedete wurde.

Braun trat stets für den Erhalt der Lebensräume bedrohter Pflanzen- und Tierarten ein. Daraus erwuchsen Schutzgebietsanträge bei den Naturschutzbehörden, die Anlage von Feuchtgebieten, die Aufstellung einer Pflegetruppe für Heide- und Streuwiesenreste sowie Nistkasten-Aktionen für Vögel und Insekten. Hier arbeitete Braun oft mit dem bekannten Karlsfelder Naturschützer Josef Koller zusammen.

Im Frühjahr 2015 feierte der mehrfach ausgezeichnete Dr. Braun seinen 80. Geburtstag. Bis zum Ende seiner Tage stand er der BN-Kreisgruppe und der Ortsgruppe Karlsfeld beratend zur Seite.

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