Entwicklung am Indersdorfer Bahnhof

Wohnungen und Geschäfte statt altem Bahnhofsgebäude

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Neben dem großen Neubau bei der Indersdorfer Klosterbrauerei wird es künftig eine zweite Baustelle geben, mit der sich das Ortsbild prägend verändern wird. Das Indersdorfer Bahnhofsgebäude wird verschwinden. Dafür entstehen drei moderne Gebäude mit Platz für Geschäfte, Praxen und Wohnungen.

 

An der Stelle des Indersdorfer Bahnhofsgebäudes werden drei moderne Baukörper mit jeweils drei Geschossen entstehen. Das Ganze wird eine Mischbebauung aus Wohnen und Gewerbe. Wo derzeit ein verlassenes Gebäude steht, könnte künftig viel Leben einkehren. Die Idee ist, dass sich im Erdgeschoss „zum Beispiel eine Bäckerei mit Café oder eine Arztpraxis ansiedeln könnten“, erklärt der Indersdorfer Bauamtsleiter Erich Weisser. Hierfür weichen nicht nur das Bahnhofsgebäude, sondern auch das Doppelhaus sowie das Nebengebäude nördlich des Bahnhofes.

Die Gemeinde hätte das alte Bahnhofsgebäude allerdings ursprünglich gerne erhalten, erklärt Weisser. Doch seit der Privatisierung der Bahn in den 90er Jahren gehörte das Bahnhofsgebäude und der Vorplatz einer Immobilienfirma in Luxemburg. Die Gemeinde konnte ihn zwar zwischenzeitlich pachten, jedoch nie kaufen. Vor einem Jahr kam die Gemeinde wieder nicht zum Zug. „Wir haben zwar mitgeboten, aber der Bahnhof wurde weit über dem Verkehrswert verkauft. Da kann eine Gemeinde nun mal nicht mithalten“, sagte Weisser. „Es ist sehr bedauerlich, dass dieses Zeitdokument nicht erhalten bleiben kann.“ Die Gemeinde hätte ihrerseits Pläne mit dem Areal gehabt. „Wir hätten das Gebäude erhalten und günstig an einen Laden oder einen Bäcker verpachtet.“ Weisser hat seine eigene Idealvorstellung von dem Areal: „Wir hätten hier einen schönen Platz mit Aufenthaltsqualität geschaffen, der Heimatverein hätte im Gebäude eine Ausstellung zum Thema Lokalbahn errichten können, und gerade Ortsfremde hätten am Bahnhof eine Anlaufstelle gehabt.“

Doch ein Investor aus München sicherte sich das Areal, die Gemeinde begann mit der Überplanung des Geländes. Zwei Bauträger wollen hier die drei neuen Gebäude errichten.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde das Hauptproblem bei der Bebauung nun schnell deutlich: Die Parkplätze. Da es sich um zwei verschiedene Eigentümer handelt, beschlossen die Gemeinderäte, dass der Planer zwei getrennte Tiefgaragen für die drei Baukörper vorsehen soll. Doch das große Problem bei der aktuellen Planung sind die oberirdischen Stellplätze: Florian Socher von den Umweltdenkern erklärte in der Sitzung: „Ältere Leute haben ohnehin oft Schwierigkeiten beim Einparken – da sind eine Tiefgarage oder enge Stellplätze keine Lösungen.“ Dem pflichtete auch Hans Lachner (CSU) bei: „Es fährt doch keiner, der zum Arzt oder in die Wirtschaft will, in die Tiefgarage.“ Er setzte sich, wie die einheitliche Mehrheit der Räte, für eine neue Planung in Punkto Stellplätze ein.

Architekt Heinz Kindhammer gab in der Sitzung allerdings zu bedenken: „Eine andere oberirdische Stellplatzsituation geht nur auf Kosten der Größe und der Wirtschaftlichkeit der Gebäude.“ Das heißt: Die Gebäude müssten wohl etwas kleiner werden. Florian Socher entgegnete: „Es hilft nichts, man muss kleiner bauen.“ Doch Karl Böller von der CSU gab zu bedenken: „Wohnraum wird gebraucht.“

Ein anderes Sorgenkind nannte Peter Keller (Freie Wähler): Der Fußweg entlang der Bahn für die Schüler des Gymnasiums müsse unbedingt so erhalten werden. Bürgermeister Franz Obesser fasste zusammen: „Da sind wir uns alle einig.“ Den Weg zu erhalten, sollte laut Bauamtsleiter Erich Weisser kein Problem sein. Er steht in Kontakt mit den Eigentümern.

Die nächsten Schritte für die neue, moderne Bebauung sind im Gange. Es wird ein Lärmgutachten erstellt, das Ingenieurbüro arbeitet die Planungen aus. Bauamtsleiter Erich Weisser fasst zusammen: Das Stellplatzproblem muss gelöst werden, es sollen ausreichend oberirdische Parkplätze für Besucher entstehen. Zudem sollen der Weg für die Schüler sowie einige Bäume erhalten werden. „Und dann sehen wir uns wahrscheinlich in sechs bis acht Wochen wieder.“

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