Neubau, Sanierung oder Erweiterung?

Das Landratsamt Dachau platzt aus allen Nähten

Dachau - Das Landratsamt platzt aus allen Nähten. Außerdem sind die Gebäude sanierungsbedürftig. Jetzt ist die Frage. Neubau oder Sanierung plus Erweiterung?

Die Arbeitsplatzsituation im Dachauer Landratsamt ist für die Beschäftigten mehr als schlecht: Überbelegung von Büroräumen, zu wenige Funktionszimmer und ein schlechter baulicher Zustand. Dazu kommt, dass sich die Zahl der Mitarbeiter ständig erhöht. Die Hauptverwaltung geht derzeit von einem jährlichen Personalzuwachs von fünf bis sieben Mitarbeitern aus – und das ohne den Bereich Asyl. Seit Jahren steht deswegen eine „Standortoptimierung“ im Raum. 

Im Kreistag wurde zunächst die Situation dargelegt. Aktuell gibt es drei Verwaltungsgebäude: das Hauptgebäude am Weiherweg, das Gesundheitsamt am Klinikum sowie die Zulassungsstelle im Gewerbegebiet Dachau-Ost. Am Weiherweg musste aus Platzgründen bereits zusätzlich ein Container aufgestellt werden. Aus einer Bedarfsermittlung geht hervor, dass bis 2045 mindestens von einer Verdoppelung der aktuellen Fläche ausgegangen werden muss. Zudem gehen die Planer von etwa 150 zustätzlichen Mitarbeitern aus.

Nun stellt sich die Frage: Geht diese Erweiterung auf dem Gelände am Weiherweg per Generalinstandsetzung oder Neubau oder muss das Gebäude an anderer Stelle neu errichtet werden? Jörg Bögeholz, Leiter des Sachgebiets Hochbau im Landratsamt, legte den Kreisräten mögliche Varianten vor. Begonnen werden könnte mit den Arbeiten laut Verwaltung im Jahr 2020, die Fertigstellung eines Neubaus an anderer Stelle sei nicht vor 2026 zu erwarten, erklärte Bögeholz. Bleibt der Standort gleich, müsse zudem ein Konzept zumindest über die zeitweise Auslagerung von Beschäftigten erstellt werden. 

„Die Sanierungskosten liegen in der Regel bei 80 Prozent der Neubaukosten“, erklärte Bögeholz. „Und da für das Landratsamt etwa 50 Prozent der Flächen erweitert werden müssen, liegt der Kostenvorteil der Erweiterung und Sanierung gegenüber einem kompletten Neubau bei nur noch zehn Prozent.“ Grundsätzlich bevorzuge die Verwaltung einen stufenweisen Aus- und Neubau des Amtes am bisherigen Standort, unter anderem aufgrund der verkehrsgünstigen Lage. 

„Ich denke, um einen Neubau kommen wir über kurz oder lang nicht herum“, hatte Franz Eichinger von den Freien Wählern im Landkreis Dachau schon im Kreisausschuss deutlich gemacht. „Allerdings gibt es hier immer viele Unwägbarkeiten.“ Ein Neubau könne zum Beispiel plötzlich auch mal zehn Prozent teurer werden als zuvor kalkuliert. CSU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Offenbeck forderte, dass sich auch die Stadt Dachau einbringen und ihren Standpunkt erläutern solle. OB Florian Hartmann (SPD) erwiderte: „Wir müssen doch erst einmal wissen, wie ist der Bedarf und was gibt es für Bedürfnisse?“ 

Und genau das soll nun ermittelt werden. Das entschied nun auch der Kreistag einstimmig und folgte der Entscheidung des Kreisausschusses, dass ein Raumprogramm sowie eine Machbarkeitsstudie mit grober Kostenschätzung erstellt werden soll. Außerdem sollen mögliche Standorte im Stadtbereich und dem direkten Umfeld geprüft werden.

Conny Kirmaier

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