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Neue Konzepte an den Schulen im Landkreis

Frontalunterricht war gestern

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Dachau - Schule verändert sich im Landkreis Dachau. Bei Schulhausneubauten und Anbauten entstehen völlig neue Raumkonzepte – um für den Unterricht der Zukunft gerüstet zu sein.

Eine Tafel, ein Pult, dahinter mehrere Reihen mit Stühlen und Tischen: So sehen Klassenzimmer in Regelschulen bisher aus. Bald könnte das anders sein. Denn die Klassenzimmer der Zukunft sollen zu Lernlandschaften werden. Bei den Schulen, die im Landkreis neu- oder umgebaut werden, werden neue Konzepte bereits berücksichtigt. Künftig steht nicht mehr nur der Lehrer vor der Klasse und bringt den Schülern im Frontalunterricht den Stoff bei. Stattdessen sollen die Kinder individueller und selbstständiger lernen. 

„In Dachau läuft einiges in dieser Richtung“, sagt Landtagsabgeordneter Martin Güll (SPD). Der Vorsitzende des Ausschusses für Bildung und Kultus setzt sich sehr stark für das Konzept der Lernlandschaften ein. Vor kurzem hat er für eine Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft für Bildung in der SPD Karin Doberer nach Dachau geholt, Geschäftsführerin des Büros Lernlandschaften. „Sie erarbeitet mit den Lehrern eine spezifische Raumumsetzung“, erklärt Martin Güll. 

Doberer war zum Beispiel bei der Planung der Erweiterung der Grundschule Augustenfeld beteiligt. „Unterricht alleine im Klassenzimmer machen wir schon lange nicht mehr“, sagt Schulleiterin Helga Schiller. Die neuen Räume sollen jetzt den neuen Unterrichtsmethoden angepasst werden. Die Klassenzimmer werden um einen so genannten Marktplatz mit PC und Stauraum für Lernmaterialien angeordnet. Es gibt einen Differenzierungsraum und Nischen, in die sich die Kinder zurückziehen und in Gruppen lernen können. „Die Lehrer können den Unterricht dadurch viel flexibler gestalten“, sagt Helga Schiller. 

Die Fenster der Klassenzimmer werden Richtung Marktplatz zum Boden reichen, „dadurch hat man als Lehrer die Schüler immer im Blick, wenn sie dort arbeiten“, so Schiller. Das ist zwar nicht gerade billig, die Schulhauserweiterung wird der Stadt Dachau 10,7 Millionen Euro kosten (wir haben berichtet). Trotzdem hat der Stadtrat beschlossen, den Plan so zu realisieren. 

Güll ist überzeugt, dass es die richtige Entscheidung war. „Für neue Lernformen braucht man auch ein spezielles Raumangebot.“ Nur so könnten offene Konzepte wie zum Beispiel Wochenplanarbeiten, Unterricht in Kleingruppen oder mit anderen Techniken umgesetzt werden. „Dazu brauchen die Schüler Rückzugsmöglichkeiten“, so Güll. Noch wichtiger ist aber etwas anderes: „Voraussetzung ist immer, dass die Lehrer die andere Art des Unterrichtens wollen“, so Güll. 

Groß ist das Interesse zum Beispiel bei den Grundschulen in Karlsfeld, die beide neu gebaut werden. Die Verbandsgrundschule München-Karlsfeld soll nach dem Lernhaus-Kozept gestaltet werden, für Schulleiterin Ursula Weber wird es „eine Traumschule“. Es soll Ganztagsbetreuung und Inklusion geben, durch die offene Architektur können die Lehrer weg vom Frontalunterricht und hin zum Lernen in kleineren Gruppen. Das neue Gebäude für die Grundschule in der Krenmoosstraße wird mit Clustern gebaut. „In jedem Cluster ist eine Jahrgangsstufe“, sagt Rektor Roland Karl. Geplant sind neben Klassenzimmern auch Gruppenräume und Aufenthaltsräume, alles ist um einen Mehrzweckraum angeordnet. „Es gibt nach wie vor Kernunterricht im klassischen Sinne“, so Karl. „Aber die Lehrer können mehr individualisieren.“ 

Auch beim Neubau von der Grund-, Mittel-, und Realschule Odelzhausen werden neue Unterrichtsmethoden berücksichtigt. „Es ist eine Mischung, wir bauen sehr offen und flexibel“, sagt Cordula Weber, Rektorin der Grund- und Mittelschule. Zu den Klassenzimmern gehören Gruppenräume, im Gang gibt es weitere Lern- und Lebensorte. Genauso ist es bei der Realschule: „Wir haben sowohl Klassenzimmer, als auch großzügige Lernzonen, in denen Unterricht in neuerer Form stattfinden kann“, sagt Schulleiterin Anette Schalk. „Unser junges Kollegium ist offen dafür.“ 

Auch in Schulen, bei denen es noch nicht feststeht, wie es baulich weitergehen soll, macht man sich bereits Gedanken über die Konzepte. In Petershausen zum Beispiel wird es einen Anbau an die Grundschule geben, weil ein Ganztagsangebot geschaffen wird. Ein pädagogisches Raumkonzept sei gerade dafür besonders wichtig, findet Schulleiterin Ulrike Schneider-Güll: „Für einen Ganztageszug braucht man andere räumliche Voraussetzungen.“ Schon jetzt würden die Lehrer versuchen, neue Unterrichtsmethoden umzusetzen wie Lernen in der Lernwerkstatt oder im Grünen. Aber noch gäbe es zu wenig Orte für Unterricht außerhalb der Klassenzimmer: „Die Aulen zu nutzen ist derzeit schwer“, so Schneider-Güll. Beim Anbau hofft sie, dass sich das bessert. Auch in Hilgertshausen-Tandern wird zur Zeit überlegt, wie es mit der Schule weitergeht. Diskutiert wird unter anderem ein Neubau des Schulgebäudes oder ein Anbau. Die Lehrer haben sich schon über das Konzept Gedanken gemacht. „Wir haben schon über Lernlandschaften diskutiert“, sagt Schulleiterin Elke Gold. „Wenn ein Neubau käme, wäre es auf jeden Fall ein Thema.

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