Prachtvoller Klang: Die neue Orgel in der Kirche Mariä Himmelfahrt ist mit einem Festgottesdienst feierlich ihrer Bestimmung übergeben worden. mik

Neue Orgel für Dachauer Pfarrei: Das Halbe-Million-Euro-Instrument

Dachau - Mariä Himmelfahrt hat eine neue Orgel. Über eine halbe Million Euro hat das imposante Instrument gekostet. Ein hoher Kirchenvertreter verriet bei der Weihe, warum die Investition angemessen sei.

50 000 Arbeitsstunden, zehn Tonnen Gewicht, 1530 Pfeifen. Und 520 000 Euro: Die neue Orgel in der Kirche Mariä Himmelfahrt in Dachau ist mit einem zweistündigen Festgottesdienst geweiht worden. Weihbischof Werner Haßlberger nannte die Orgel ein Symbol der Lobpreisung Gottes. „Es ist ein schönes Instrument, unsere Freude zum Ausdruck zu bringen, oder unser Leid, wenn uns unsere Stimmen fehlen.“ Im Anschluss verglich er die Gemeinde mit einer Orgel. „Unterschiedliche Lebensstile und Meinungen können wie bei einer Orgel mit ihren verschiedenen Tönen und Pfeifen zum Missklang führen“, sagte Haßlberger. Doch wenn wir uns bemühten, könne gerade aus dieser Vielfältigkeit etwas Schönes und Großes entstehen.

„Wo es Stimmen gibt, wird es auch immer Gegenstimmen geben“, sagte Haßlberger. Diese würden sich fragen: „Wozu so eine teure Orgel?“ Es reiche doch ein einfaches Instrument. Doch Haßlberger hatte Argumente gegen diese Kritik. Es gäbe kein Instrument, das besser geeignet sei, Gott für seine „gewaltige“ Liebe zu den Menschen zu danken.

Als es nach der Weihe ganz still wurde, wartete die Gemeinde, darunter Landrat Stefan Löwl und OB Florian Hartmann, gespannt auf die ersten Klänge der neuen Investition der Pfarrkirche. Der Orgelsachverständige Karl Maureen entlockte der Orgel Melodien von Louis Vierne, Nicolas J. Lemmens und Margaretha de Jong. Im Laufe des Gottesdienstes drehten sich noch viele Messebesucher nach den Tönen um, um zu sehen, ob all die verschiedenen Klänge auch wirklich aus der Orgel kommen.

Damit dieses Instrument der Firma Kaps aus Eichenau, das überwiegend durch Spenden finanziert wurde, ihr volles Potenzial ausschöpfen konnte, dauerte es. „Laien denken, die Orgel wird aufgebaut und dann läuft alles“, weiß Kirchenmusiker Rainer Dietz. Doch er musste zusammen mit den Orgelbauern zweieinhalb Monate lang Pfeife für Pfeife auf den Raum abstimmen, „den Klang formen“, wie es Dietz formuliert.

In einer Fürbitte hieß es: „Möge der Klang der Orgel uns begleiten und viele Menschen bewegen.“ Der Festgottesdienst war dafür der Anfang. (mm)

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