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Anton Wagatha wird der Leiter der FOS Indersdorf.

Schulgründung in Indersdorf

Die neue FOS schließt eine Lücke

Indersdorf - Anton Wagatha wird der Leiter der neuen FOS in Indersdorf sein. Im Interview spricht er über das neue Angebot.

 Als „Win-Win-Situation“ hat Landrat Stefan Löwl die zum nächsten Schuljahr startende Fachoberschule in Indersdorf im Kreistag stets bezeichnet. Ob das auch für die Schüler so ist, wird sich bei der Anmeldung im Februar zeigen. Anton Wagatha, Direktor der Erzbischöflichen Realschule Vinzenz-von-Paul in Indersdorf und bald auch Leiter der neuen FOS, spricht im Interview über das neue Angebot mit den Ausbildungsrichtungen Sozialwesen sowie Wirtschaft und Verwaltung.

-Herr Wagatha, Sie haben die Indersdorfer FOS auf den Weg gebracht. Was war der Auslöser dafür, dass Sie sich dafür eingesetzt haben?

 Wagatha: Auslöser waren eigentlich meine Schüler der zehnten Klasse, die recht gute Abschlüsse gemacht, aber den weiten Weg zur nächstgelegenen Fachoberschule nicht auf sich genommen haben. Da habe ich mir gedacht, für die muss ich was tun, weil im Zentrum des Landkreises Dachau in Indersdorf nichts angeboten wird. Da gab es auch noch keine S-Bahn. Wir haben uns überlegt, wir könnten eine FOS angeliedern. Das wäre doch der natürliche Weg für die Realschüler. Und dann habe ich die einzelnen Gremien in der Diözese und im Landkreis immer wieder befragt, ob es da keine Möglichkeit gibt. Das war vor vier Jahren. Und steter Tropfen höhlt den Stein.... Vor einem Jahr ist das Okay gekommen. Das ist ein Gemeinschaftsprodukt der Erzdiözese München-Freising und des Landkreises. Der Landkreis stellt die Gebäude, die Diözese sorgt für den Betrieb. Was will man mehr?

 -Wie war die Reaktion in Ihrem Umfeld auf die Zusage? 

Ich bin von Leuten spontan auf der Straße angesprochen worden, die sich bedankt und Glückwünsche ausgesprochen haben. So was habe ich noch nie erlebt, wie begeistert die Eltern sind.

 -Für eine Schulneugründung sind vier Jahre Einsatz vermutlich gar nicht so viel. Andere müssen wohl länger kämpfen... 

Nachdem Diözese und Landratsamt die FOS beschlossen haben, haben wir gleich einen festen Termin gesetzt: Wir fangen 2016 an, ich habe noch ein Klassenzimmer frei, das reicht für zwei Klassen. Und nach einem Jahr (wenn die Sanierung fertig gestellt ist; Anm. der Red.) haben wir den ganzen Pavillon, dann sind zehn Klassenzimmer frei. 

-In dieser Woche gab es an Ihrer Schule einen Elternabend zum Thema FOS. Wie war die Resonanz? Sehr gut. Wir waren ganz überrascht. Es waren rund 240 Interessierte da. Man hat gesehen, welch große Lücke in der Fachoberschullandschaft im Landkreis war und dass diese Lücke nun Gott sei Dank gefüllt wird. Ich habe keine Bedenken, dass wir nicht genügend Schüler zum 13. September bekommen werden. 

-An der neuen FOS werden bevorzugt Realschüler aus Indersdorf und Weichs angenommen. Waren bei dem Informationsabend auch Interessierte aus anderen Bereichen? 

Was mich verwundert hat: Es waren sehr viele aus dem Landkreis Pfaffenhofen da, aus dem Bereich Jetzendorf. Da gibt es nämlich keine soziale FOS. Sie können gerne zu uns kommen, wenn sie die Noten haben und wir den Platz. 

-Die neue FOS ist zunächst nur „staatlich genehmigt“, nicht „staatlich anerkannt“. Was bedeutet das?

 Wenn zweimal 70 Prozent der Prüflinge die Abschlussprüfung bestehen, dann sind wir „staatlich anerkannt“. Das wäre 2019, wenn alles gut geht. 

-Welche Auswirkungen hat das auf die Schüler? 

Die Schüler werden ganz normal benotet, es werden Schulaufgaben und so weiter geschrieben. Aber sie bekommen keine Zeugnisse, nur Notenstandsberichte. Und entscheidend ist die Prüfung. Wenn man zum Schluss in Deutsch einen Dreier hat, hat man im Zeugnis einen Dreier. Das Gute ist, wir können uns speziell darauf vorbereiten. Die Schüler werden laufend über ihre Leistungen informiert. Im Realschulbereich ist oft der Jahresfortgang nicht so gut wie die Prüfung, weil sich die Jugendlichen darauf wirklich konzentriert vorbereiten. Das sehe ich nicht als großen Nachteil, dass eine Note entscheidet. 

-Was kostet ein Schulbesuch der FOS im Monat? 

40 Euro im Monat, wer das nicht aufbringen kann, wird befreit. 

-Was haben Sie bis zum Start noch zu tun? 

Wir müssen zum Beispiel Praktikumsplätze akquirieren. Hier ist Klaus Mur zuständig. Im Moment haben wir so viele Plätze, dass wir alle Schüler für die ersten zwei Jahre abdecken können. Im Bereich Sozialwesen haben wir dankenswerter Weise genügend Plätze, etwa in Krankenhäusern, Kindergärten oder in Schönbrunn. Im Bereich Wirtschaft bräuchten wir langfristig aber noch die ein oder andere Firma, am besten mittelständische Unternehmen aus dem Landkreis.

 -Bekommen Sie für die FOS neue Lehrer? 

Ich habe das ja immer schon im Hinterkopf gehabt und deswegen auch schon Gymnasiallehrer bei mir an der Realschule eingestellt, damit wir den Lehrerbedarf decken können. Und das ist ganz ideal, die Lehrer unterrichten dann sowohl an der Realschule als auch an der FOS. Wir haben gemeinsame Lehrer, ein gemeinsames Lehrerzimmer, einen gemeinsamen Schulleiter. Und wir haben einen pädagogischen Leiter, der extra für die Fachoberschule zuständig ist. Das ist Tobias Draxler. Im ersten Jahr bleibt es dabei. Dann wird sukzessive aufgestockt. Je mehr Schüler kommen, desto mehr Lehrer brauchen wir. 

-Die FOS kommt – gibt es jetzt schon Pläne für die Zukunft? 

Nach der staatlichen Anerkennung wollen wir einen Neubau in den Klostergarten stellen. Da haben wir dann richtig Platz. Und die Umgehungsstraße muss natürlich so schnell wie möglich her, damit sich die Verkehrssituation entzerrt. Aber da sind die Verantwortlichen ja bereits dran. 

Interview: Conny Kirmaier. 

Die Anmeldung für die neue FOS in Indersdorf findet am Montag, 22. Februar, von 14 bis 17 Uhr sowie am Dienstag, 23. Februar, von 13.30 bis 15 Uhr in der Realschule Indersdorf statt

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