Asylbewerberunterkunft gesegnet

105 Flüchtlinge ziehen in die neuen Container 

Haimhausen -Die Gemeinde Haimhausen hat jetzt 105 Einwohner mehr: Die Flüchtlinge ziehen in die neue Unterkunft. Bei der Einweihung konnten die Haimhauser die Container vorab besichtigen.

Die Flüchtlingsunterkunft am Wertstoffhof ist bezugsfertig. Erwartet werden 105 junge Männer aus Mali, Somalia, Kongo und Tansania. Sie lebten bis jetzt in der Tennishalle in Markt Indersdorf und werden nun in die kleinere Einrichtung nach Haimhausen verlegt. „Wir sind froh, dass wir nun auch in Haimhausen unseren Solidarbeitrag im Landkreis leisten können. Die Situation hat uns überrollt und gerade deshalb danken wir der Familie Haniel für die Überlassung von Grund und Boden zur Erstellung dieser Wohncontainer“, sagte Bürgermeister Peter Felbermeier. Gleichzeitig widersprach er auch den Gerüchten, die über die Grundstückseigentümer in Umlauf waren. „Zur Verpachtung des Grundstücks werden einige Meinungen im Ort verbreitet, die nicht fair sind. Der landwirtschaftliche Ertrag auf dieser Fläche wäre weit größer gewesen, als die Pachteinnahmen.“

Monatelang hatte die Gemeinde nach einem geeigneten Grundstück für die Container gesucht. Doch mit dem heutigen Bezug wird die Unterbringung von Asylbewerbern für Haimhausen nicht erledigt sein, erklärte der Bürgermeister: „Ich wage zu bezweifeln, dass das hier die einzige Einrichtung bei uns bleibt.“ Dieser Meinung ist auch Landrat Stefan Löwl. „In dieser Unterkunft müssen nun anstatt der 76 geplanten Menschen 105 untergebracht werden“, sagte er.

Dem Landkreis werden wöchentlich 54 Asylbewerber zugewiesen, in den kommenden Wochen wird diese Zahl auf 66 steigen. Deshalb sei zunächst ein „Nachverdichten“ der Unterkünfte notwendig. Statt in Zwei- oder Dreibettzimmern müssen die Leute auch mal, wie hier in Haimhausen, Sechs- oder Achtbettzimmer bewohnen. „Der Winter steht vor der Tür. Wie gesagt, wir schaffen das - aber nur gemeinsam“, sagte Stefan Löwl.

Gleichzeitig bat der Landrat darum, Gerüchte über die Asylbewerber zunächst mit dem gesunden Menschenverstand zu prüfen und nicht sofort zu glauben und weiterzuerzählen. Den Helferkreis, der inzwischen 120 freiwillige Mitglieder hat, bat er um Hilfe zur Selbsthilfe. Die jungen Leute müssten lernen, sich selbst zu versorgen und einen Solidarbeitrag in unserer Gesellschaft zu leisten. Dazu gehöre auch, in etwas engeren Verhältnissen zu leben. „Wir haben alle keine Wahl und müssen zusammenhelfen.“

In der Unterkunft grenzen mehrere Achtbettzimmer mit Tischen, Stühlen und Metallspinden an Duschräume und Toiletten. Dazu kommen eine Gemeinschaftsküche, ein gemeinsamer Waschmaschinenraum mit mehreren Trocknern und ein Aufenthaltsraum. Auf den Etagenbetten liegen blaue Matratzen und neue Bettwäsche, auf den Tischen stehen Koch- und Essgeschirr frisch aus der Verpackung. Jedes Zimmer kann abgeschlossen werden.

Der Gesamteindruck beim ersten Rundgang durch die Wohnräume war für viele Besucher durchaus positiv. Eine gelungene und saubere Unterkunft urteilte zum Beispiel Kurt Bierent. Der 13-jährige Henri van Wasen war zwiegespalten: „Es ist alles sehr funktional, aber ich würde mich hier nicht wohl fühlen und ich kenne auch niemanden, der so wohnt.“ Seine Mutter Silke ist im Helferkreis BIS engagiert und war überrascht, wie geräumig die Container sind. Sie hatte aufgrund der Pläne engere Verhältnisse erwartet. Die fehlende Wohnlichkeit war für sie kein Thema.“ Ich bin überzeugt, die Unterkunft eignet sich für einen guten Neustart.“ Auch Ludwig Eckl vom Helferkreis sieht die Räume positiv. „Auf den ersten Blick schaut alles sehr gut aus und für die Ankömmlinge scheint mir alles bestens vorbereitet zu sein. Ich bin überzeugt, wir werden gemeinsam diese Räume bald mit Leben erfüllen.“

Siglinde Haaf

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