Neue Vorschläge für Flüchtlingsunterkünfte

Dachau - Die Zeit drängt - und der Platz ist rar. Es werden immer mehr Asylbewerber in den Landkreis Dachau kommen. Deshalb ist das Landratsamt weiterhin verzweifelt auf der Suche nach schnellen, einfachen Lösungen. Doch die trudeln nur schleppend ein.

Die Pressemitteilung des Landratsamts hatte einen verzweifelten Unterton: Die Behörde stehe „vor der großen Herausforderung“, die Planungen für die Unterbringung von Asylbewerbern auszuweiten (wir haben berichtet). Und zwar schon wieder, nachdem es sich erst in den vergangenen Monaten wegen der Prognosen des Bundesamts für Migration auf deutlich mehr Asylbewerber hatte einstellen müssen, als vergangenes Jahr auf den Landkreis zugekommen waren. Zunächst hieß es 273, nun werden es bis zum Jahresende 369 Personen werden.

Die brauchen vor allem eines: eine Bleibe. Und zwar schnell. Deshalb hat Stadtrat Kai Kühnel (Bündnis) der zuständigen Stelle im Landratsamt einen Vorschlag gemacht: Wie wäre es denn mit den leerstehenden Gebäude der ehemaligen griechischen Schule, dem Haus in der Burgfrieden-straße 1 - und dem Verwaltungsgebäude am ehemaligen MD-Gelände? „Es geht ja nur darum, kurzfristig Leute unterzubringen, bis die Umlandgemeinden ihre Container aufgestellt haben“, betont Kühnel. „Und all diese Gebäude sind ja besser, als in Zelten im Freien übernachten zu müssen.“ Kühnel ist der Meinung, dass man in diese Gebäude „mit wenig Aufwand“ schnell einziehen könnte.

Doch Florian Scherf, zuständig für die Liegenschaften der Stadt Dachau, winkt ab: „Kurzfristig geht da gar nichts.“ Das Schulgebäude habe keine Sanitäranlagen und keine Gemeinschaftsküche. Und die Wohnungen in der Burgfriedenstraße seien „nicht in einem bewohnbaren Zustand“: Dort sei sogar die Haustechnik ausgebaut worden. Grundsätzlich betont Scherf jedoch, dass „kurzfristig“ auch eine Definitionssache ist: „Nächste Woche geht es nicht. In ein paar Monaten vielleicht schon.“

Etwas positiver reagierte Herbert R. Ullmann von der Dachau Entwicklungsgesellschafft, die das MD-Gelände betreut, auf die Anfrage: „Wir helfen gerne kurzfristig aus, wenn wir können“, betont er. Das Landratsamt solle auf ihn zukommen - „dann reden wir offen miteinander“. Schließlich müsse auch kurz offiziell geprüft werden, ob rechtlich alles okay ist, wie Brandschutz oder die sanitären Anlagen.

Genau der Meinung ist Scherf auch: Man müsse erst genau prüfen, ob sich die Gebäude eignen würden. „Wenn dazu ein Antrag gestellt werden würde, wäre das ein guter Weg.“ Denn es sei zwar „schwierig. Aber unmöglich ist nichts.“ Allerdings gebe es im Landkreis viele Objekte, die in Frage kämen - „einfachere Objekte“, findet Scherf.

Die haben sich bisher noch nicht gefunden. Dafür aber ein Platz für Container: am Franziskuswerk Schönbrunn. Denn die Franziskanerinnen stellen ein Grundstück zum Aufstellen von Wohncontainern für 50 Personen zur Verfügung (wir haben berichtet).

Nina Praun

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Drei neue Kinderärzte für den Landkreis
Drei neue Kinderarztpraxen wird es im Landkreis Dachau geben: In Karlsfeld, Indersdorf und Odelzhausen können Kinder und Jugendliche bald behandelt werden.
Drei neue Kinderärzte für den Landkreis
Sechs Corona-Infizierte in Busreisegruppe
Die Zahl der Corona-Infektionen ist zuletzt wieder angestiegen im Landkreis: 15 Erkrankte zählt das Landratsamt aktuell, 94 Personen befinden sich in Quarantäne.
Sechs Corona-Infizierte in Busreisegruppe
Unkontrollierbares Wachstum
Die FDP- sowie die Bündnis-für-Dachau-Fraktion wollen das Wachstum der Stadt begrenzen. Maximal um jährlich 0,5 Prozent sollte die Bevölkerungszahl Dachaus demnach …
Unkontrollierbares Wachstum
Huber hat das Kommando
Die Freiwillige Feuerwehr Sulzemoos hat ihre Führungsspitze neu gewählt. Kommandant Marcus Huber lenkt nun die Geschicke der Wehr.
Huber hat das Kommando

Kommentare