Sri Lanka: Islamischer Staat reklamiert Terror für sich - zwei Täter nun bekannt

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Die Fahrtzeiten in die Münchner Innenstadt: Die Tabelle zeigt die unterschiedlichen Fahrtzeiten bis zum Stachus. Ist der Faktor über 1,0, ist der ÖPNV langsamer als das Auto. mvv

Mit neuem Plan auf in die Stadt

Dachau - Es ist ein großes Werk, der Regionale Nahverkehrsplan. Er sagt, wer wann wie wohin fährt - im öffentlichen Bereich rund um München jedenfalls. Und gibt den Politikern damit einen Wink, wo die Reise in Zukunft hingehen soll.

u - Der neue Regionale Nahverkehrsplan ist raus. Ein „hervorragendes Nachschlagewerk“, sagt Albert Herbst. „Aber: im Endeffekt nur ein Stück Papier.“ Denn Rechtsverbindlichkeit hat der Plan nicht, erklärte der zuständige Sachgebietsleiter des Landratsamts in der gestrigen Sitzung des Kreisausschusses den Politikern. Dafür aber: das eine oder andere interessante Detail für die Zukunftsplanung.

Seit 1972 haben sich die Zugkilometer der S-Bahn fast verdoppelt, von etwa elf Millionen auf über 20. Der Landkreis Dachau ist mittlerweile auch sehr gut an das öffentliche Nahverkehrsnetz angebunden: Über 94,8 Prozent der Landkreisbürger sind in der Nähe einer Haltestelle, und zwar entweder weniger als 1000 Meter von einer Zug- oder weniger als 400 Meter von einer Bushaltestelle entfernt (siehe Bild). Und das ist auch wichtig für die Einwohner, denn immerhin ist der Landkreis ein absolutes Pendler-Gebiet - ein Auspendler-Gebiet. Im Jahr 2010 (neuere Zahlen gibt es noch nicht) sind 23 674 Personen in die Landeshauptstadt gependelt. Immerhin 3621 Menschen sind aus München in den Landkreis Dachau gependelt. Deshalb hat Park&Ride in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, und auch die Bike&Ride-Plätze. „Man darf das Thema Fahrrad von der Bedeutung her nicht unterschätzen“, sagte Herbst.

Doch bei den Fahrtzeiten von den Landkreis-Gemeinden aus in die Münchner Innenstadt unterliegt der öffentliche Nahverkehr der Autofahrt, rein zeitlich gesehen. Und zwar in noch sehr vielen Gemeinden. Von Pfaffenhofen an der Glonn braucht man zum Beispiel 77 Minuten mit dem ÖPNV in die Münchner Innenstadt, aber nur 36 Minuten mit dem Auto. Dafür braucht man von Petershausen mit dem Auto 42 Minuten in die Innenstadt, mit dem Regionalzug nur 35 Minuten (siehe Tabelle).

Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass bei einer Befragung heraus kam, dass bis zu zehn Prozent (der über 14-Jährigen) zwar nach eigener Angabe über ein gutes ÖV-Angebot verfügen, das aber gar nicht nutzen, oder seltener als monatlich nutzt. Denn: Diese „Potenzialkunden“ stören sich an Dingen wie der (Un-)Pünktlichkeit. 18 Prozent der Befragten, die prinzipiell dazu bereit sind, den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen, haben dagegen nach eigenen Angaben nur ein unzureichendes Angebot - es gibt also reichlich Raum für Verbesserungen.

Und mit denen waren die Politiker selbstverständlich schnell zur Stelle. Michael Reindl (FW) erklärte etwa, dass es in ganze Bayern „kein so kompliziertes Tarifverfahren wie in München“ gebe, und das somit vereinfacht werden sollte - „auch wenn das nicht sehr einfach wird“. Roderich Zauscher (Bündnis 90/Grüne) schlug vor, den westlichen Landkreis an Erdweg anzubinden - „das sollte man keinesfalls aus den Augen verlieren“. Wolfgang Offenbeck (CSU) warf in den Raum, dass seine Gemeinde Karlsfeld überlege, ob nicht wieder Werksbusse zu MAN und MTU eingesetzt werden sollten. Und Georg Weigl (ÖDP) kam mit dem Haltepunkt Breitenau an, der jüngst im Dachauer Stadtrat vom Tisch genommen wurde. Es nütze nichts, dort nur einen Haltepunkt mit Park&Ride-Parkplatz zu bauen, betonte Weigl, aber: Wenn man dort Züge beginnen lassen könnte, die dann in Dachau an die S 2 angekoppelt werden würden, das wäre eine Idee mit Zukunftsperspektive - allerdings erst nach dem Ausbau der Linie A.

All diese Ideen fanden bei den übrigen Politikern keine große Resonanz. Nur zu einem Thema gab es einen Aufruhr: bei der zweiten Stammstrecke. Herbst hatte in seinem Bericht betont, dass die Errichtung einer zweiten S-Bahn-Stammstrecke für den Landkreis relevant sei, und Reindl warf dann ein, dass die Freien Wähler der Meinung seien, dass dies „in die Tat umgesetzt werden muss“. Offenbeck ergänzte: „Da fehlts noch, da müssen wir viel tun.“ Doch sein Parteikollege Tobias Stephan zitierte den FW-Chef Hubert Aiwanger, der das Projekt ein „unfinanzierbares Hirngespinst“ genannt hatte. Nach einigem Hin und Her schloss Offenbeck schließlich: „Wir wissen ja, dass wir sie fundamental brauchen. Aber die Münchner sehen das einfach anders.“

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