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Die Neue Mitte bekommt ein Gesicht: Im künftigen Zentraum der Gemeinde werden die letzten Arbeiten ausgeführt.

Neue Mitte Karlsfeld

Sorge um die kleinen Läden

Karlsfeld - Die Neue Mitte Karlsfeld steht unmittelbar vor der Fertigstellung. Doch die Neue Mitte wäre nicht die Neue Mitte, wenn es keine Probleme gäbe. Diesmal geht es um die kleinen Läden.

Das Loch ist geschlossen. Nur noch letzte Arbeiten sind in der Neuen Mitte Karlsfeld auszuführen. Ende des Monats machen die großen Verkaufsmärkte auf, womöglich werden schon im Oktober die ersten der rund 600 Neukarlsfelder ihre Wohnungen beziehen.

Ein jahrzehntelanges Ringen und Streiten um ein identitätsstiftendes Zentrum mit Aufenthaltsqualität ist damit zu Ende. In all den Jahren gab es immer wieder neue Pläne und Planungen, immer mal wieder Probleme mit dem Grunderwerb, immer wieder lange Diskussion und vor allem immer wieder Stillstand. Zwischendrin sprang sogar der Investor HIH ab, es kam zum Streit mit der Gemeinde und zum Baustopp. Später folgten ein Bürgerentscheid und Gerichtsverfahren. Die Geschichte der Neuen Mitte ist reich an Kapiteln.

Auch jetzt gibt es noch allerlei Klagen. Die Architektur gefällt vielen nicht, andere kritisieren, dass der zukünftige Bruno-Danzer-Platz in der Mitte der Mitte mit 1000 Quadratmetern zu klein geraten sei.

Probleme bei der Vermarktung der Wohnungen gab es deshalb aber nicht. Wie Markus Hallmann von Walser-Immobilien mitteilt, sind alle Wohnungen verkauft. Die kleinste hat etwa 50, die größte 120 Quadratmeter.

Die drei großen Märkte waren ebenso begehrt. Am 29. September ist Eröffnung in dem rund 7000 Quadratmeter großen Flachbau im nördlichen Teil des Baugebiets. Für die Drogeriemarktkette Müller schien die Neue Mitte sogar so attraktiv zu sein, dass sie die Filiale an der Münchner Straße in Dachau schloss und nach Karlsfeld ziehen will. Daneben öffnen Aldi und Edeka, die bislang keine Filialen in der Gemeinde hatte.

Günstig ist der Standort Neue Mitte offenbar nicht für die Einzelhandelsriesen. Wie Immobilienzeitung.de berichtet, habe der Vermieter Investa eine Summe erzielt, die mehr als dem 21fachen der jährlichen Mieteinnahmen entspreche. Ein Spitzenwert, der Neubau sei teurer als die zuletzt gehandelten Flaggschiffe der deutschen Fachmarktszene wie das Äppelallee-Center in Wiesbaden, laut Immobilien.de mit einem kolportierte Kaufpreisfaktor von 19,6, oder das Kurpfalzcenter in Mannheim mit Faktor 20.

Nicht so gut läuft es hingegen mit der Vermarktung des Kleingewerbes. Neben den drei großen Märkten gibt es zehn kleine Läden von 72 bis 221 Quadratmeter. Wie Markus Hallmann mitteilt, stehen bislang vier Mieter fest: eine Apotheke, ein Laden mit italienischer Feinkost, ein Nagelstudio und ein Friseur.

Hallmann wundert sich vor allem, warum noch kein Betreiber für den Gastronomiebetrieb gefunden ist: „Direkt am Platz mit 190 Quadratmeter Freifläche, das ist sensationell.“

Für drei weitere Läden gebe es Interessenten, drei seien definitiv noch zu haben. „Kleingewerbe kriegt erst einen Schub, wenn die großen Märkte aufhaben“, dies zeige die Erfahrung, gibt sich Hallmann gelassen.

Im Karlsfelder Rathaus hätte man allerdings nichts dagegen, wenn die Vermarktung der kleineren Läden schon weiter fortgeschritten wäre. Eine florierende Neue Mitte hätte Zugkraft, ist sich Wirtschaftsförderer Peter Freis sicher: „Das ist neu, da werden die Leute hingehen.“ Diesen Schub gelte es zu nutzen. Sein Ziel: ein Marketingkonzept. Die weitgehend isolierten Quartiere Bürgerhaus, Gesundheitszentrum, Rathausplatz, Karlsfelder Meile und die drei Märkte an der Münchner Straße will Freis zusammenführen.

dn/tol

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