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Toller Einstand: Dirigiert von Alexander Fries, zeigte das Vierkirchner Blasorchester Höchstleistungen. 

Jahreskonzert des Musikvereins Vierkirchen

Neuer Orchesterleiter legt die Messlatte sehr hoch

Musikfreunde warteten darauf mit Spannung: das Jahreskonzert des Musikvereins Vierkirchen. War es doch das Debüt des neuen Leiters. Und Alexander Fries legte mit seinen Musikern die Messlatte sehr hoch.

Vierkirchen – „Sie werden erstaunt sein, wieviel Technik in Musik stecken kann!“ Das versprach das Programmheft zum Jahreskonzert des Musikvereins Vierkirchen. Denn das Blasorchester entführte die Besucher zu einer musikalischen Zeitreise durch die technischen Meilensteine der Menschheit.

Doch zunächst durfte das Jugendorchester in der Schulturnhalle seine Fortschritte präsentieren. Der Leiter Daniel Reynolds schafft es, die Jugendlichen sichtlich für die Musik zu begeistern und zu motivieren. Verena Hartl erzählte zu jedem Stück interessante Hintergrundinfos. So erfuhren die Zuhörer, dass sich das Lied „Tonight“ aus dem Musical „West Side Story“ von Leonard Bernstein um den Beginn einer romantischen Liebesbeziehung dreht. Die Zuhörer konnten die Schmetterlinge im Bauch spüren und die Glückseligkeit eines frisch verliebten Paares nachfühlen.

Zum Abschluss spielte das Jugendorchester den bekannten „Captain America march“ von Alan Silvestri, bekannt durch die gleichnamige Marvel Comic-Figur. Vor allem den Jungs war hier der Spaß beim Spielen anzumerken.

Bürgermeister Harald Dirlenbach war sowieso begeistert: „Ich bin ein absoluter Fan vom Blasorchester Vierkirchen und ich freue mich immer riesig auf das Jahreskonzert. Denn sie treffen immer wieder voll meinen Musikgeschmack.“ Besonders dann, wenn sich das große Orchester an bekannte Filmmusik heranwagt, verriet er.  

Bevor das Blasorchester sein Können unter Beweis stellen konnte, wurden die fleißigsten Mitglieder, die Orchesterkönige, geehrt. Das sind die aktiven Mitglieder mit den meisten Probenbesuchen. Im Jugendorchester war das Anna Gerer im vergangenen Jahr. Im großen Blasorchester nahm Bärbel Scherle die meisten Probentermine wahr. Zudem wurde Michael Nefzger mit der Ehrennadel in Gold für 40 Jahre Vereinszugehörigkeit geehrt.

Das Konzert war mit Spannung erwartet worden – es war das erste unter der Leitung von Alexander Fries. Fries ist schon seit 25 Jahren dem Musikverein verbunden, groß geworden ist er beim Musikverein Eching. Der neue Leiter ist technisch auf der Höhe, die Notenpartituren las er vom Tablet ab.

„Für mich hat die Arbeit mit dem Orchester gerade erst begonnen und ist doch schon in voller Fahrt“, resümierte er seinen Start als Orchesterleiter. Um die „volle Fahrt“ ging es auch gleich im ersten Lied, einer Auswahl aus der Filmmusik zum Disney Pixar Film „Cars“, komponiert von Randy Newman. Von der technischen Errungenschaft des Autos ging es weiter zur Dampfmaschine. Davon gab es gleich drei Stück auf dem Schiff, von dem alle dachten, es sei unsinkbar. „Erleben Sie mit uns die Jungfernfahrt der Titanic. Starten Sie mit uns in Southampton und spüren Sie die Vorfreude und Aufregung der Passagiere“, lud Fries die Zuschauer ein. Tatsächlich konnte man beim „Titanic Medley“ von James Horner die euphorische Aufbruchstimmung der Passagiere spüren, die jedoch bald einer bedrohlichen Stimmung weichen musste, zu der sich Hektik und Panik gesellten. Die musikalische Reise mit der Titanic endete, wie im Film, mit dem Lied „My Heart Will Go On“ von Céline Dion.

Eine weitere technische Errungenschaft, der sich das Blasorchester annahm, war die Zeitmessung. Und zwar mit Leroy Andersons Lied „The Syncopated Clock“. Korbinian Nefzger spielte den Sekundentakt der Uhr, der ab und zu bewusst ins Stolpern gerät. Der junge Bursch, der schon fleißig beim Schlagwerk des großen Blasorchesters mitspielt, bewies vor dem großen Publikum ein unglaubliches Taktgefühl und Sicherheit.

Das Motoröl 10W-60 wird in Autoschrauber-Kreisen vor allem für Sportwägen empfohlen. Mit dem gleichnamigen Stück von Naoya Wada hat das Blasorchester jedoch keine guten Erfahrungen, verriet Alexander Fries. Das Lied wird beherrscht von Wechseln in Rhythmus und Tempo, einem Mix aus Swing, Slow Blues und Funk und zahlreichen anspruchsvollen Soli.

Die vermutlich größte technische Errungenschaft hob sich das Orchester für den Abschluss des Konzerts auf – die Erfindung der Elektrizität. Mit dem Lied „Electricity“ von Daniel Bukvich veranschaulichten die Musiker zum einen die Kraft eines Generators – zum anderen die verheerenden Auswirkungen eines plötzlichen Stromausfalls: Mitten im Lied wurde es mit einem lauten Schlag stockdunkel und still in der Schulturnhalle. Dirigent Alexander Fries hat Handschuhe mit leuchtenden Fingerspitzen an, sodass die Musiker in völliger Finsternis weiterspielen. Nach diesem Abschluss waren dem Orchester stehende Ovationen sicher. Das Publikum bekam zum Dank noch zwei Zugaben.

Mit dem Lied „The Typewriter“ von Leroy Anderson wurde die Erfindung der Schreibmaschine gewürdigt. Bevor die Musiker zu spielen begannen, „spielte“ die Klarinettistin Bärbel Reindl nicht auf ihrem Instrument, sondern auf einer echten Schreibmaschine. Mit erstaunlichem Taktgefühl und sehr schnell tippte sie zur Musik auf der Rarität, und das harte Klacken der Tasten hallte durch die Turnhalle.

Alexander Fries hat mit diesem Konzert die Messlatte gleich sehr hoch gelegt. Auf alle Fans des Musikvereins kommt ein weiteres Highlight zu: die Sommernachtsserenade am 21. Juli. Diese findet zum ersten Mal im Vierkirchner Naturbad statt.

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