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Das in die Jahre gekommene Feuerwehrhäusl ist nicht mehr sanierungswürdig und viel zu klein. Der Maibaum muss versetzt werden.

Abriss und Neubau 

Ein neues Feuerwehrhaus in Hirschenhausen für 800 000 Euro

Die Planung des neuen Feuerwehrgerätehauses in Hirschenhausen nimmt konkrete Formen an. Rund 800 000 Euro soll es kosten, wobei die Feuerwehrler enorme Eigenleistungen stemmen wollen. Der Hochwasserschutz steht dem Neubau nicht mehr entgegen.

Jetzendorf/Hirschenhausen – Die Tage für das in die Jahre gekommene Feuerwehrhäusl von Hirschenhausen sind gezählt. An gleicher Stelle, also im Herzen des Ortes, soll ein Feuerwehrhausneubau erfolgen. Das ist das Ergebnis der jüngsten Gemeinderatssitzung, bei der eine uniformierte Abordnung von zwölf Spritzenmännern zusammen mit dem Jetzendorfer Architekten Eduard Storf die Planung für das neue Haus erörterte.

Storf, der engagiertes Mitglied der Jetzendorfer Wehr ist, hat den Plan für Hirschenhausen übrigens zum Nulltarif erstellt, was der Gemeinderat mit Bürgermeister Manfred Betzin mit donnerndem Beifall bedachte. Zunächst erklärte der Hirschenhausener Feuerwehrkommandant Josef Mailer, dass eine Sanierung des bestehenden Gebäudes sinnlos sei. Hier fehle es an allen notwendigen sanitären Anlagen, es stehe nur ein Dixi-Klo für die Feuerwehrler zur Verfügung. Die Fahrzeug-Halle sei viel zu klein, im Winter sei keine Frostfreiheit gegeben, die Unfallverhütungsvorschriften lassen sich nicht einhalten, „und das birgt viele Sicherheitsrisiken“.

Das Konzept für den Neubau ist laut Storf dem Standort angepasst, Storf habe auf dem sehr kleinen Grundstück planen müssen. „Mein Auftrag war ein förderfähiges Gebäude, das auch multifunktional und für die Dorfbevölkerung nutzbar sein soll“, stellte der Planer klar.

Er erinnerte daran, wie viele Jahre schon vergangen sind, seit erstmals der Ruf nach einem neuen Feuerwehrhaus laut wurde. Storf übertrieb nicht, denn schon zu Zeiten von Bürgermeister Richard Schnell hat man 100 000 Euro jedes Jahr aufs Neue im Gemeindehaushalt festgehalten.

Bis zuletzt ließ das Hochwasserproblem in Hirschenhausen kein neues Haus am selben Platz zu. Mittlerweile ist aber die Hochwasserfreilegung erfolgt (wir berichteten), so dass es seitens des Wasserwirtschaftsamtes keine Probleme mehr mit dem Neubau gibt. Wie zu hören war, sollen im Erdgeschoß des neuen Gebäudes ein Stellplatz für ein Mehrzweckfahrzeug, Umkleiden und WCs geschaffen werden. Das Haus soll 13,50 Meter lang und 11 Meter breit werden und im Obergeschoß über einen 42 Quadratmeter großen Schulungsraum verfügen. Mit einer Luftwärmepumpe soll die Fahrzeughalle, in der man auch den vorhandenen Anhänger unterbringen könne, frostfrei gehalten werden.

Wie der Architekt dem Gemeinderat Simon Fottner (Parteiunabhängige) versicherte, werde ein Schlauchturm nicht benötigt, da für die Schlauchpflege entsprechend eines Rahmenvertrags die Stadt Pfaffenhofen zuständig sei. Bürgermeister Betzin geht davon aus, dass entsprechend dem noch nicht fertigen Feuerwehrbedarfsplan der Erhalt der Hirschenhausener Feuerwehr für wichtig erachtet werde. Das sieht auch Kommandant Mailer so, der erklärte: „Sonst wären meine 17 Jahre als Kommandant ja für die Katz“. Weiter führte Mailer an, dass er bei den derzeit 27 Feuerwehr-Dienstleistenden einen „Super-Zusammenhalt“ feststellen könne.

Bei den vorgestellten Baukosten hat so mancher Gemeinderat ein bisschen geschluckt: Würde die Gemeinde bauen lassen, sei mit mindestens 801 000 Euro Kosten zu rechnen. Weil sich aus den Reihen der Feuerwehrler aber eine Reihe von Handwerkern fand, die bereit sind, sich unentgeltlich in die Baumaßnahme einzubringen, errechnete der Planer eine Gesamteigenleistung von 227 000 Euro, so dass letztlich nur 574 500 Euro zu finanzieren sind. Dazu reichen die im Haushalt der Gemeinde eingestellten Gelder noch nicht. Deshalb sind 100 000 Euro für heuer und 200 000 Euro für 2019 sowie die staatliche Förderung von 54 000 Euro vorgesehen.

Laut Storf existiert bereits ein Bodengutachten, das eine kostenintensive Pfählgründung fordere. Es gebe aber fast kein Gewerk, wo auf Eigenleistung verzichtet wird. Leider steht der Maibaum des Dorfes dem neuen Haus im Weg, so dass für diesen Traditionsbaum ein neues Fundament geschaffen werden muss. Auch ein Kanal- und Wasseranschlussrückbau sei nötig. Dass bei der Planung auf Barrierefreiheit nicht geachtet wurde, wie sich das der Seniorenbeauftragte Jochen Lojewski gewünscht hätte, wurde damit begründet, dass es bei der Feuerwehr keine körperlich eingeschränkten Dienstleistenden gibt. Im übrigen sei der Eingang ohne Schwelle zu erreichen.

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