Mit Neugier und Objektiv unterwegs

Karlsfeld - Es war eine Zeit der Krise für die meisten - für Michael Matziol aber war es eine Zeit des Neuanfangs. Während der Kurzarbeitsphase bei der MAN hat der Karlsfelder sein Hobby neu entdeckt: die Fotografie. Und damit auch die Natur in seinem Heimatort.

Es gibt Dinge, die ein Mann einfach mal gemacht haben will. Sagt Michael Matziol. Eine Safari durch Afrika etwa. Einen Gedichtband veröffentlichen. Oder: Die eigenen Fotografien ausstellen. Der Karlsfelder hat sich diesen Wunsch nun verwirklicht. Seine Fotografien präsentiert er derzeit in der Gemeindebücherei unter dem Titel: „Natur erleben in Karlsfeld“.

Die Bilder von Michael Matziol

Mit Neugier und Objektiv in Dachau unterwegs

Enten, Libellen, Eichhörnchen und Schmetterlinge tummeln sich nun zwischen den Bücherregalen. Gestochen scharf hat der Karlsfelder die ruhigen und schönen Momente der Karlsfelder Natur eingefangen. Aus tausenden von Bildern hat er die schönsten ausgesucht, gedruckt und gerahmt. „Einmal im Leben macht man so etwas eben“, sagt er und lächelt. Nun sind sie in der Bücherei zu sehen, die heimischen Tiere und Pflanzen. Ein Haubentaucher-Pärchen, das ruhig im Wasser treibt, eine Entenmutter, die würdevoll mit ihrem Nachwuchs über die Straße trippelt, Libellen, die sich an Blüten laben.

Nur Spinnen nicht - denn „die sind nicht gerade publikumswirksam“, sagt Michael Matziol. Das kuschelige, das sehen die Menschen gerne, sagt Matziol - Kaninchen etwa. „Eine Dame hat schon nachgefragt, ob sie das Kaninchenfoto kaufen kann“, berichtet der Karlsfelder. Er zuckt mit den Schultern. Eigentlich sind die Fotografien ja nur ein Hobby - mehr nicht.

Ein Zeitvertreib, der dem Karlsfelder irgendwie in den Schoss gefallen ist. Es war im Januar 2009, als bei seinem Arbeitgeber MAN die Kurzarbeit eingeführt wurde. „Eine sehr schöne Zeit“, sagt der 45-Jährige. Er lächelt. „Jedenfalls für all die, die Hobbys und Familie haben.“ Michael Matziol hat beides. Und so verbrachte er nicht nur viel Zeit mit seiner Frau und seiner Tochter, sondern auch mit seinem Fotoapparat. Schwang sich auf sein Fahrrad, und fuhr zur Würmschleife, ins Schwarzhölzl, zum Schallweiher, dem Eichinger Weiher. Fuhr all die Weiher, Seen, Wiesen und Felder rund um Karlsfeld ab. Und entdeckte seine Heimat ganz neu. Durch die Kamera.

Schon nachdem Abitur hat Michael Matziol gerne fotografiert, so verdiente er ein wenig Geld nebenbei, bei Vernissagen, Hochzeiten oder Modenschauen. Dann fotografierte er lange Zeit nichts mehr - bis er sich vor vier Jahren eine Digitalkamera leistete. Und in einer neuen Welt landete. „Das war eine völlig neue Erfahrung“, erzählt Michael Matziol. „Früher, da hat man nur einmal oder zweimal abgedrückt pro Motiv - und man wusste nie, wie es hinterher aussehen würde.“ Jetzt knipst er auf einem Spaziergang schon mal einige hundert Bilder - und so „ist jedes Mal auch ein gutes dabei“, sagt der Karlsfelder und lacht. „Aber die Profis machen es ja auch so.“

Profi ist Michael Matziol nicht - noch nicht. Aber auf dem besten Wege dahin. Denn das Fotografieren, das hat er nicht aufgegeben, nachdem die Kurzarbeit wieder aufgehoben wurde. Er geht immer noch raus, manchmal macht er auf dem Heimweg von der Arbeit kurz Halt, manchmal schwingt er sich abends oder am Wochenende auf sein Fahrrad. Fährt in die Natur, setzt sich ins Gras. „Man muss schon auch mal zehn bis 15 Minuten warten“, sagt der Karlsfelder. „Stillhalten ist wichtig.“ Eine Art Erholung ist das, fast ein bisschen wie eine Meditation. „Das macht mir schon Spaß.“

Ein- bis zweimal die Woche ist Michael Matziol so unterwegs, auch im Winter - obwohl er grundsätzlich eigentlich „ein Wintermuffel“ ist, sagt er und lächelt. Aber er hat einen Grund, raus zu gehen: Bereits seit einigen Monaten betreibt er eine Webseite, professionell aufgezogen. Mit dem „Foto der Woche“, mit aktuellen Bildern, mit Informationen zu den Biotopen. Eine Seite für Naturliebhaber, für Spaziergänger, oder einfach nur für Karlsfelder. Und die muss natürlich ständig mit neuem Material gefüttert werden. Denn wenn Michael Matziol etwas anpackt, dann soll es auch perfekt sein.

Als nächstes Projekt könnte sich Michael Matziol auch vorstellen, einen Bildband von Karlsfeld zu veröffentlichen. Eventuell. Oder es wird dann doch der Gedichtband veröffentlicht. Der liegt bei Michael Matziol zu Hause, fertig. In der Schublade. (np)

Die Ausstellung

ist noch bis zum Mittwoch, 27. April, in der Gemeindebücherei zu sehen. Aktuelle Bilder des Karlsfelders gibt es auf der Internetseite www.matziol.de.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Zwei Autofahrer missbrauchen Rettungsgasse
Zwei Autofahrer haben gestern die Rettungsgasse auf der Autobahn bei Odelzhausen missbraucht, um schneller voranzukommen. Doch die Polizei hat sie dabei erwischt.
Zwei Autofahrer missbrauchen Rettungsgasse
In Haimhausen geht ein Hundehasser um
Ein Hundehasser ist in Haimhausen unterwegs. Mischling Ida fraß von einem mit Metallteilen versetzten Trockenfutter, das am Volksfestplatz ausgelegt worden war. Die …
In Haimhausen geht ein Hundehasser um
„Es tut mir so unendlich leid“
Die Angeklagte war  im Gerichtssaal am Ende ihrer Kräfte. Die 20-jährige Röhrmooserin hatte im August 2016 eine 68-jährige Indersdorferin überfahren.
„Es tut mir so unendlich leid“
Das sagen die Lokalpolitiker über die gescheiterte Jamaika-Koalition
Die Sondierungsgespräche sind gescheitert und bei der CSU hängt der Haussegen schief. Wir haben bei den Lokalpolitikern nachgefragt: Was denken sie über das Verhalten …
Das sagen die Lokalpolitiker über die gescheiterte Jamaika-Koalition

Kommentare