Schon nach fünf Minuten gibt der Einbrecher auf. mik

Ja nicht den Helden spielen

Dachau - Die Tür ist nur angelehnt. Die Schubladen stehen offen, der Schrank ist durchwühlt. Szenen, die schon so einige Bürger erleben mussten. Denn: Sie wurden Opfer eines Einbruchs. Kriminalhauptkommissar Josef Heggmeier erklärt, wie man sich davor schützt.

Wie sich Bewohner vor Einbrüchen schützen können, erklärte Kriminalhauptkommissar Josef Heggmeier bei einem Vortrag im Sparkassensaal Dachau. Über 50 Personen waren gekommen, um sich vom Beamten Tipps geben zu lassen. „Der größte Teil der Einbrecher will, dass zur Tatzeit niemand zu Hause ist“, weiß Heggmeier aus den Statistiken. „Deshalb müssen Sie dafür sorgen, dass Einbrecher denken, dass Sie zu Hause sind - auch wenn Sie es nicht sind.“

Man soll sich vor allem darum kümmern, dass jemand bei längerer Abwesenheit den Briefkasten leert und den Weg zur Haustür bei Schneefall räumt. Da die meisten Einbrüche in der Dämmerung passieren, riet er, Zeitschaltuhren dafür sorgen zu lassen, dass zwischen 16.30 und 21 Uhr Licht brennt. Ständig heruntergefahrene Rollos sollten vermieden werden, da dies ein Anzeichen dafür sein kann, dass die Bewohner im Urlaub sind. „Verbreiten Sie in sozialen Netzwerken nicht, dass Sie im Urlaub sind“, ergänzt der Polizist.

Sollte es doch zu einem Einbruch kommen, sollte man es den Täter so schwer wie möglich machen, damit es bei einem Versuch bleibt. Dazu nannte Heggmeier vor allem mechanische Lösungen: Er empfahl, Haustüren, Keller- und Wohnungstüren sowie Fenster und Terrassentüren gut zu sichern. Denn der springende Punkt ist: „Ein Einbrecher nimmt sich höchstens fünf Minuten Zeit, um in ein Objekt einzusteigen. Schafft er es in dieser Zeit nicht, bricht er ab.“

Zum Thema Aufrüstung verwies er auf die Broschüre „Keinbruch“, die es auch im Internet gibt. Wer sich trotz der Tricks und allen mechanischen Vorkehrungen noch immer unsicher fühlt, könne zur Alarmanlage greifen. Er betonte aber: „Wie auch bei den mechanischen Systemen sollten nur zertifizierte und geprüfte Anlagen fachmännisch installiert werden.“ Leider häuften sich aufgrund von „Billig-Schrott“, die Fehlalarme produzieren.

Wer Opfer eines Einbruches wird „soll ja nicht den Helden spielen“, sagte Josef Heggmeier in seinen abschließenden Worten. Er appellierte jedoch, Beobachtungen von verdächtigen Personen der Polizei zu melden: „Es ist unser Job zu bewerten, ob diese Meldung relevant ist oder nicht.“

(mik)

Mehr Infos und vertrauenswürdige Firmen und Installateure für Alarmanlagen listet die Bayerische Polizei im Internet auf unter www.polizei.bayern.de.

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