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Segen für das Einsatzauto von Albert Wenning. Hinter der Anlieferung des Fahrzeuges steckt eine längere Geschichte.

Segnung in Niederroth

Turbulenzen um das Feuerwehrauto

Es hat lange gedauert, aber jetzt ist es endlich da – und hat den kirchlichen Segen: das neue Feuerwehrauto der Niederrother. Aber die Anlieferung war ein bisschen kompliziert.

Niederroth – Die Segnung des neuen Feuerwehrfahrzeuges der Niederrother Feuerwehr war nicht nur ein Freudentag für die 40 Aktiven der Wehr. Auch die Niederrother Vereine, von den Schützen bis zu den Veteranen, und sogar die Nachbar-Feuerwehr aus Sigmertshausen waren mit ihren Fahnen vertreten.

Auch viele Leute aus dem Dorf ließen sich die Weihe nicht entgehen. Das freute Kommandant Benedikt Hinner und Vorstand Sebastian Klein besonders. Von offizieller Seite kamen der Marktgemeinderat, die Kreisbrandinspektion mit Franz Bründler, Georg Reischl und Thomas Burgmair sowie die Kommandanten der Feuerwehren aus der Gemeinde Indersdorf.

Bevor Diakon Albert Wenning dem neuen Fahrzeug den kirchlichen Segen erteilte, erzählte Kommandant Hinner die recht turbulente Geschichte über die Anlieferung des Tragkraftspritzenfahrzeugs für 185 000 Euro. Bereits 2012 wurde festgestellt, dass die Wehr ein Fahrzeug mit 750-Liter-Wassertank und Atemschutz brauche. Daraufhin haben sich die Verantwortlichen im folgenden Jahr verschiedene Löschfahrzeuge näher angeschaut. Im September 2014 haben sie sich auf das TSFW von Iveco geeinigt, im Juli 2015 erfolgte die Ausschreibung. „Doch weil das Mühlenwerk der deutschen Bürokratie nun mal etwas langsamer ist, gab nur die Firma Ziegler erst sehr spät ein Angebot ab“, sagte Hinner. Verzögert hat sich dann auch noch die Auslieferung des Fahrzeugs, die im Oktober vergangenen Jahres erfolgen sollte.

Dann war es endlich soweit: Im vergangenen Mai bekamen die Niederrother endlich das langersehnte Fahrzeug – und selbst die Abholung ging nicht problemlos über die Bühne, weil ein unachtsamer Autofahrer auf das Fahrzeug aufgefahren ist.

So konnte jeder der Festgäste verstehen, dass Hinner mit „Turbulenzen im Vorfeld“ nicht übertrieben hatte. Mittlerweile wird das Auto schon voll im Übungsbetrieb genutzt und ist auch bei der Leitstelle angemeldet. Was Niederroth jetzt noch fehlt, ist ein neues Feuerwehrhaus. Vorerst ist das neue Fahrzeug bei der Familie Osterauer untergebracht.

Bürgermeister Franz Obesser, der zur Fahrzeugweihe hundert Liter Freibier spendierte, versicherte aber, dass der Marktgemeinderat der Planung schon grünes Licht gegeben habe. Im nächsten Frühjahr sei Baubeginn.

Das aufgehängte Transparent „Frauen zur Feuerwehr“ ist mit fünf jungen Damen in Niederroth längst Wirklichkeit. Die stellvertretende Landrätin Marianne Klaffki dankte den Feuerwehrlern für ihren unermüdlichen Einsatz und den Angehörigen der Feuerwehrler, die das Ganze in einer Zeit mittragen, wo Egoismus immer mehr Platz einnimmt. „Wenn Bürger in Not so lange auf die Feuerwehr warten müssten wie die Anschaffung des neuen Fahrzeugs gedauert hat, wäre es eine Revolution im Land“, sagte der Landtagsabgeordnete Bernhard Seidenath mit dem Hinweis, dass sich der Freistaat mit 37 000 Euro an den Anschaffungskosten des Autos beteiligt hat.

Kreisbrandrat Bründler lobte die Marktgemeinde, die seit dem vergangenen Jahr insgesamt fünf Feuerwehrfahrzeuge angeschafft hat, „und nun zum Nutzen der Bürger in Niederroth auch noch baut“. Für ein stimmungsvolles Fest sorgte die dorfeigene Blaskapelle. Mit Gegrilltem sowie Kaffee und Kuchen wurde für das leibliche Wohl der vielen Gäste gesorgt, am Abend war auch noch Barbetrieb.

Von Josef Ostermair

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