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Josef Mertl und Dr. Sylvia Becker stellen das neue Buch vor.

Niederrother erinnern an ihre Toten

Arbeitskreis veröffentlicht Sterbebilderbuch

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Es ist ein Buch, das an mehr als 900 Verstorbene erinnern soll. Bei ihrer Arbeit an der zweiten Ortschronik für Niederroth sind Ehrenamtliche auf ein neues Projekt gestoßen. Sie haben ein Sterbebilderbuch erstellt, das bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht.

Niederroth – Sepp Mertl hat einen Wunsch: Vergangenes bewahren. Mittlerweile ist er ein alter Fuchs in dem Geschäft, wenn es darum geht, alte Materialien zusammenzutragen und in einem Buch festzuhalten. Im Team hat ein Arbeitskreis bereits eine Ortschronik geschaffen, seit drei Jahren arbeiten die Ehrenamtlichen an einem zweiten Buch: Thema sollen diesmal die Geschichten der Heimatvertriebenen werden. Doch während der Arbeit am zweiten Buch ist ganz plötzlich ein neues Projekt entstanden.

Eine Beispielseite aus dem neuen sterbebilderbuch.

Die Mitglieder des Arbeitskreises haben hunderte Fotos durchgesehen und archiviert. Sie gingen von Haustür zu Haustür und fragten nach alten Unterlagen. Sie haben schuhkartonweise Material durchgearbeitet – dabei fiel den Ehrenamtlichen etwas auf: In den Unterlagen waren jede Menge Sterbebilder. Schnell kam die Idee auf: Für die Sterbebilder brauchen wir ein eigenes Buch. „Wie wollten an diese Menschen erinnern“, erklärt Josef Mertl.

Herausgekommen ist ein geschmackvoll gestaltetes Werk, in dem an über 900 Menschen erinnert wird.

Dr. Sylvia Becker aus dem Arbeitskreis kennt jeden einzelnen Spruch auf den gesammelten Sterbebildern. „Es hat mich sehr gerührt, den Verstorbenen durch diese Arbeit auf eine gewisse Art und Weise ganz nahe zu kommen.“ Die Sammlung geht bis ins 19. Jahrhundert zurück und umfasst Verstorbene der Pfarrei Niederroth mit den Ortsteilen Frauenhofen, Kreut, Ried, Unterhandenzhofen und Weyhern.

Becker weiß, dass allein die Gestaltung der Bildchen zeigt, wie sehr sich das Leben im Laufe der Jahrzehnte verändert hat. Und dass gewisse Erinnerungen für immer verloren gehen, wenn man sie nicht rechtzeitig festhält. „Manchmal waren wir leider zu spät, als wir nach alten Fotos gefragt haben. Da sagten die Leute: Wir haben kürzlich bei einer Haushaltsauflösung alles weggeworfen.“

Umso kostbarer scheint das Werk, das der Arbeitskreis jetzt veröffentlicht. Ab Ende der Woche solle die erste Auflage von 100 Stück fertig sein – 70 Stück sind bereits vorbestellt. „Dank der finanziellen Unterstützung vieler Niederrother Vereine können wir das Buch unter dem Selbstkostenpreis anbieten“, sagt Mertl.

Zudem sind alle Sterbebilder, die der Arbeitskreis jetzt für das Buch zusammengetragen hat, in einer Datenbank erfasst. Schon im Januar soll das zweite Buch, das einen mitnimmt auf eine Reise durch Niederroths Vergangenheit, erscheinen. „Doch wir nehmen immer noch Material für die zweite Chronik an“, sagt Mertl. Schließlich ist es sein Ziel, so viel Vergangenes wie möglich zu bewahren.

Das Sterbebilderbuch

können Interessierte zum Preis von 39,80 Euro erwerben. Das Buch kann bei Josef Mertl (0 81 36/12 96) bestellt werden.

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