Er hinterlässt im Dorfleben eine große Lücke

Hilgertshausen trauert um Nikolaus Glas

Der bekannte Mechanikermeister und jahrzehntelange Kommunalpolitiker Nikolaus Glas ist nach längerer schwerer Krankheit, jedoch schnell und unerwartet im Alter von 83 Jahren verstorben

Der Tod des allseits geschätzten Bürgers hinterlässt im Dorfleben eine große Lücke, die nur schwer zu schließen ist. Hilgertshausen ist ein Stück ärmer geworden.

Der gebürtige Gartelsrieder, der bei der Firma Wildgruber in Altomünster den Beruf des Mechanikers erlernte und 1963 die Meisterprüfung im Mechaniker-Handwerk ablegte, gründete noch im selben Jahr in Hilgertshausen eine mechanische Werkstätte. Hier hatte er in den Jahren danach 17 Lehrlinge ausgebildet.

Was ihn in all den Jahren auszeichnete, war seine Hilfsbereitschaft und sein Humor. Obwohl seine Firma ihn oft schwer beanspruchte, hatte er immer einen Witz auf Lager, und das wussten die Hilgertshauser und die vielen Vereine, denen er stets mit Rat und Tat zur Seite stand.

Darüber hinaus hat er 30 Jahre im Gemeinderat mitgewirkt. In dieser Zeit wurde ihm auch für zwei Amtsperioden das Amt des 2. Bürgermeisters übertragen. Glas war in der Gemeindepolitik ein Mann der klaren Worte. Er hat sich nie gescheut, zu sagen, was er denkt. Das war es, was ihm über drei Jahrzehnte immer wieder das Vertrauen der Bürger einbrachte.

Seine Verdienste in der Kommunalpolitik würdigte 1987 der Innenminister mit einer Ehrung für langjähriges verdienstvolles Wirken in der kommunalen Selbstverwaltung. 1996 hat man dem CSU-Mann Glas auch die kommunale Verdienstmedaille verliehen.

Obwohl er eigentlich immer gut drauf war, hatte er in seinem Leben eine Reihe schwerer Schicksalsschläge zu bewältigen. Zwei seiner fünf Kinder (die Söhne Josef und Stefan) sind in jungen Jahren bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen und auch Schwiegertochter Gertraud und Schwiegersohn Georg viel zu früh verstorben.

So ist es verständlich, dass er bis zum Tode sehr stolz auf seine Enkel Georg und Stefan war, die seinen im Laufe der Jahre zu einem renommierten Tiefbauunternehmen umgewandelten Betrieb zusammen mit Tochter Gertrud weiterführen.

Bis zu seinem Tod hat ihn Ehefrau Anni, mit der 2008 die Goldene Hochzeit feierte, sowohl in der Familie als auch im Betrieb, unermüdlich unterstützt. „Das muss uns erst mal jemand nachmachen, seit 600 Monaten glücklich verheiratet zu sein, scherzte Glas damals beim Ehejubiläum“.

Seit 1959 war er Gründungsmitglied bei der Kolpings-Familie Tandern und als Vorsitzender engagierte er sich auch schon bei den Ilmtaler-Schützen, denen er sehr nahe stand. Stets großzügig zeigte er sich auch den weiteren sechs Vereinen, denen er über Jahrzehnte die Treue hielt. Glas öffnete jedes Jahr auch für Frauenbund Hilgertshausen seine Werkstatt, wenn Adventskränze und Gestecke für den Christkindlmarkt zu machen waren, wo seine Ehefrau Anni federführend mitwirkte.

Unvergessen bleibt Glas, den man in Hilgertshausen den „Dohofer Nikolaus“ nannte auch vielen Kindergarten-Kindern, denn die hat er auch immer in der Weihnachtszeit zum Basteln in seine Werkstatt eingeladen. Glas war ein großer Förderer der Hilgertshauser Bründlkapelle, die er 1974 zusammen mit vielen freiwilligen Helfern generalsanierte. Bis zu seinem Lebensende genoss er den Anblick dieser Kapelle im Ilmtal.

Josef Ostermair 


Beerdigung

Am morgigen Montag, 8. August,  wird um 13.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Stephan ein Rosenkranz gebetet. Um 14 Uhr findet das Requiem mit anschließender Beerdigung statt


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