Da war es nur noch eins

Weißling - Für die Weißlinger Windkraftgegner ist das eine gute Nachricht und auf jeden Fall ein Teilerfolg: Vom geplanten Windpark im Weißlinger Holz kommt nur ein Windrad - auf Kammerberger Gebiet. Der BI Gegenwind ist selbst das zu viel.

Für die Weißlinger Windkraftgegner gab es gestern am Spätnachmittag eine gute und eine schlechte Nachricht. Von drei Windrädern wird nur eines gebaut. Die BI Gegenwind will auch das verhindern. In einer Presseinformation teilte Projektentwickler Vitus Hinterseher von der Südlicht Windenergie Entwicklungs GmbH & Co. KG mit, dass von drei Windrädern nur das südliche auf Kammerberger Gebiet gebaut wird. Hinterseher, dessen Unternehmen seinen Sitz in Fahrenzhausen (Landkreis Freising) hat, schreibt: „Nach einem achtmonatigen Antragsverfahren hat das Landratsamt Freising der SL Windenergie Entwicklung GmbH & Co. KG die Genehmigung für die südliche Anlage des Projekts erteilt. Die intensive behördliche Prüfung sämtlicher Unterlagen, Gutachten und Einwendungen ergab, dass der Standort allen gültigen Normen und Gesetzen zum Schutz von Mensch und Natur entspricht.“

Doch habe sein Unternehmen die Anträge für die zwei weiteren Anlagen, also auch für das auf Weißlinger Gebiet gelegene Windrad im Weißlinger Holz zurückgezogen. Vitus Hinterseher begründete diesen Rückzug so: „Kurz vor Abschluss der mehrjährigen, naturschutzfachlichen Untersuchungen wurde vom beauftragten Gutachter der Horst eines geschützten Wespenbussards am westlichen Waldrand nachgewiesen. Eine umfassende Bewegungs- und Verhaltensanalyse des Wespenbussards ergab, dass eine Beeinträchtigung des Vogels durch die mittlere und nördliche Anlage nicht ausgeschlossen werden kann.“

Die nun genehmigte Anlage im Nachbarlandkreis Freising vereine die Vorteile größtmöglicher Abstände zur nächstgelegenen Wohnbebauung (als Zufahrten lassen sich bestehende Wege verwenden) und einen auf ein Minimum reduzierten Einfluss auf den Naturraum um das Weißlinger Holz. Denn der Kammerberger Standort liege außerhalb des Waldes.

Außerdem verringerten sich Schall- und Schattenwerte erheblich, da die Kumulation wegfalle. Nach Abzug konservativer Sicherheitsabschläge erfülle die nun genehmigte Anlage trotzdem die Erwartungen hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit. Andererseits bestehe bereits jetzt reges Interesse seitens möglicher regionaler Partner im Rahmen einer Bürgerbeteiligung. Das nun genehmigte Windrad könne 6000 Tonnen Kohlendioxyd (CO2) einsparen und künftig bis zu 2000 Haushalte mit umweltfreundlich erzeugtem Strom versorgen.

In einer ersten Stellungnahme erklärte die Vorsitzende der Bürgerinitiative Gegenwind, Elfriede Eisenhofer, auf Anfrage unserer Zeitung, sie sei überrascht und verwundert, da die spezielle Artenrechtliche Prüfung (sAP) angeblich in der vergangenen Woche dem Landratsamt Freising noch nicht vorgelegen habe. Man wolle nun prüfen, wie das in Freising verfahrenstechnisch abgelaufen sei. Ein Termin mit Martina Ebner vom Landratsamt und Freisings Landrat Josef Hauner sei bereits für den morgigen Mittwoch um 10 Uhr vereinbart. „Ich hoffe auf Aufklärung, warum das so schnell entschieden worden ist. Wir werden die Genehmigung prüfen. Unser Vereinsziel ist die Verhinderung von allen Windrädern. Die Mitglieder müssen entscheiden wie es dann weitergehen soll.“ (rds)

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