Seinen Geburtstag verbringt Heinrich Lehn mit seiner Frau Margot in Wien. Foto: no

Er ist noch heute der Onkel Doktor

Dachau - Beim Einkaufen braucht er dreimal so lang wie andere - ständig begegnet er Müttern und ehemaligen Patienten. Der Kinderarzt Dr. Heinrich Lehn hat vermutlich jeden zweiten Kinderpopo in Dachau gepiekst.

Am Dienstag, 30. August, wird Dr. Heinrich Lehn 75 Jahre alt. Fast 30 Jahre lang war er für die Kinder in Dachau da. In seiner Praxis, im Krankenhaus und beim Kinderärztlichen Notdienst. Jahrelang war er Tag und Nacht für Notfälle erreichbar. „Ich kenne nicht jeden, aber vermutlich jeden zweiten Dachauer - allerdings nur als Kind“, sagt Heinrich Lehn schmunzelnd. Dafür kennen ihn fast alle Dachauer.

Denn wer ihn nicht als Kinderarzt kennt, der kennt ihn als Stadtrat: 22 Jahre lang gehörte er als Mitglied der Überparteilichen Bürgergemeinschaft dem Gremium an. Dr. Heinrich Lehn war sogar so beliebt, dass er bei der Wahl 1996 Häuferlkönig wurde. Er hatte sich damals überreden lassen und auf einem schier aussichtslosen Listenplatz kandidiert - quasi als Zeichen der Verbundenheit zur ÜB. Die Dachauer Wähler haben es anders gesehen: Sie häufelten den sympathischen Kinderarzt weit nach vorne.

Was Lehn so beliebt macht, ist auch seine Toleranz: „Ich lasse jedem seine Meinung, seine Vorstellung davon, wie er sein Leben bestreitet. Ich will niemanden ändern.“ Als Kinderarzt hat er niemanden überredet, sein Kind impfen zu lassen. Und als Stadtrat legte er immer Wert darauf, sich keinem Fraktionszwang zu unterwerfen. „Jeder darf so entscheiden, wie er das für richtig hält - es ging mir immer um die Sache und nicht um die Meinung der Partei.“

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Das ist Demokratie für Heinrich Lehn. Die Mehrheit hat Recht, das muss jeder akzeptieren. „Ich würde es auf jeden Fall ablehnen, dass mich jemand so bearbeitet, bis ich auch seine Meinung habe.“ Als Arzt wollte sich Lehn politisch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, und so stimmte er mal mit der SPD, mal mit der CSU.

no

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