Hier droht das Chaos: die Kreuzung Bajuwarenstraße/Münchner Straße. Foto: Betz

Nord-Ost-Umfahrung Dachau: Karlsfelder CSU-Chef sagt kategorisch nein

Karlsfeld - Karlsfeld bangt. Denn sollte die Nord-Ost-Umfahrung Dachaus wirklich gebaut werden, träfe der Verkehr geballt auf die Gemeinde. Bernhard Gaigl, Vorsitzender des CSU-Ortsverbandes, hat deshalb schon ein „starkes Veto“ gegen das Bauvorhaben angekündigt. Fragt sich nur, ob die Meinung aus Karlsfeld den Rest des Landkreises kümmert.

Bernd Wanka, wie Gaigl bei der CSU und Verkehrsreferent im Karlsfelder Gemeinderat, hatte vor kurzem klar gemacht, dass ein Bau der Nord-Ost-Umfahrung nur mit einer gleichzeitigen Ertüchtigung der Autobahnanschlussstelle Oberschleißheim einhergehen könne. Gaigl reicht das nicht: „Wir vom Ortsverband gehen noch einen Schritt weiter, wir sehen das noch kritischer!“ Soll heißen: Selbst mit einem Ausbau der Autobahnauffahrt zu einem Kleeblatt und ohne Ampel auf der B 471 solle Karlsfeld die Nord-Ost-Umfahrung ablehnen.

Sollte die Anschlussstelle Oberschleißheim das durch die Nord-Ost-Umfahrung erhöhte Verkehrsaufkommen packen, verlagere sich das Problem halt auf die A99 und die Ausfahrt Neuherberg, so Gaigl gestern bei einem Pressegespräch.

Um einem Stau in Stoßzeiten zu entgehen, wählten die Autofahrer dann die einzige Alternative: über Schleichwege durchs Gewerbegebiet Dachau-Ost und weiter über die Bajuwarenstraße durch Karlsfeld Richtung München. An der Kreuzung der Bajuwarenstraße zur Münchner Straße, auf der täglich 44 000 Fahrzeuge unterwegs sind, wäre die Auswirkung der Umfahrung dann besonders drastisch, hat schon Wanka erklärt.

Entlastung könnte laut Gaigl allenfalls eine neue Anschlussstelle auf der A99 bringen, etwa am Feldmochinger Kreuz. „Das alles müsste passieren, bevor die Umgehung gebaut wird.“

Zudem müsse es Ziel aller Beteiligten im Münchner Speckgürtel sein, „die Leute in die öffentlichen Verkehrsmittel zu bekommen“. Gaigl fordert deshalb vor allem eine neue Tarifstruktur beim MVV, der ÖPNV müsse günstiger werden. Abhilfe könnten die seit langem diskutierte Stadtumlandbahn, der S-Bahn-Ringschluss und eine Verlängerung der Münchner U-Bahn bis Karlsfeld und Dachau sein. An eine Verwirklichung dieser Projekte glaubt Gaigl jedoch nicht. Eher noch an den Tunnel unter der Münchner Straße: „Das ist ein Thema, das wir intensiver verfolgen müssen.“

Im Karlsfelder Gemeinderat will niemand eine Nord-Ost-Umgehung. Landkreisweit sieht das allerdings anders aus. Und das ist von großer Bedeutung, denn der Landkreis Dachau prüft, ob er den Bau der Umgehungsstraße mitfinanzieren soll. Gerade CSU-Mitglieder im Dachauer Stadtrat und im Kreistag sprechen sich für das Umfahrungsprojekt aus.

In der nächsten Sitzung der CSU-Ortsvorsitzenden aus dem Landkreis im Oktober will Gaigl deshalb für die Karlsfelder Position werben. „Keine Gemeinde erstickt schon jetzt so im Verkehr wie wir, und als zweitstärkster Ortsverband im Landkreis haben wir schon Gewicht.“ Mehr als auf die Wirkung seiner Überzeugungsarbeit zu hoffen, bleibt dem Karlsfelder CSU-Chef jedoch nicht. (mm)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

15-Jähriger aus Bayern entgeht knapp dem Tod - seine Krankheit halten viele für harmlos
Adrian aus dem Landkreis Dachau war gerade einmal 15, als er die Diagnose bekam. Es war ein Tag, an dem sich alles änderte - und den er fast nicht überlebte.
15-Jähriger aus Bayern entgeht knapp dem Tod - seine Krankheit halten viele für harmlos
FDP jetzt auch in Haimhausen
Nach den FDP-Ortsverbänden für die Stadt Dachau, Karlsfeld, Petershausen und Altomünster ist nun auch in Haimhausen ein liberaler Ortsverband gegründet worden.
FDP jetzt auch in Haimhausen
Nachfrage nach Senioren-Wohnungen bereits riesengroß
In der Ortsmitte von Röhrmoos werden Wohnungen für Senioren gebaut. Die Nachfrage ist enorm.
Nachfrage nach Senioren-Wohnungen bereits riesengroß
Weichser CSU schickt 16 Bewerber in Kommunalwahlkampf
16 Bewerber schickt die CSU Weichs in den Kommunalwahlkampf. Ziel: Wieder sechs Sitze im Gemeinderat.
Weichser CSU schickt 16 Bewerber in Kommunalwahlkampf

Kommentare