Bevor es ins Kapellenholz zur Friedensandacht ging, wurde bereits am Friedenskreuz im Pfarrgarten ein Gebet gesprochen. Foto: lachner

„Nur wer sich erinnert, kann Gefahren für die Zukunft bannen“

Schwabhausen - Die Soldaten- und Reservistenkameradschaft Schwabhausen hat eine besinnliche Friedensandacht abgehalten.

Zum Erinnerung an das Kriegsende vor 66 Jahren und zum Dank für diese lange Zeit des Friedens in unserem Land hat die Soldaten- und Reservistenkameradschaft Schwabhausen (SRK) eine Friedensandacht an der Stalingrad-Kapelle im Oberrother Kapellenholz abgehalten. Albert Winkler, Vorsitzender der SRK, hatte dazu eine passende Auswahl an Gebeten und Liedern getroffen, die dem „Marienmonat“ genauso gerecht wurden wie dem Gedenken an die Opfer der Kriege und dem Wunsch nach Frieden.

Zahlreiche Bürger aus dem Gemeindebereich waren der Einladung gefolgt, um zuerst mit Pfarrer Dr. Paul Inje und einer großen Ministrantenschar am Friedenskreuz im Pfarrgarten zu beten. Dabei war auch eine Gruppe des Treffpunkts 60 aus Karlsfeld, die kürzlich bei einer Radltour die kleine Kapelle im Wald besucht hatte, und nun auch die Friedensandacht erleben wollte.

Obwohl sich der Himmel bedenklich verdunkelte, riskierten die Veranstalter, den Bittgang durch den Wald zur Kapelle anzutreten und wurden für ihren Mut belohnt: Bis kurz vor dem Ende der Veranstaltung blieb es trocken. Gemeinsam mit den Bittgängern und zahlreichen „motorisierten Pilgern“, die schon an der Kapelle warteten, feiert Pfarrer Dr. Inje die Friedensandacht. Lektoren der Kriegervereine Arnbach, Oberroth, Puchschlagen/Machtenstein, Rumeltshausen/Stetten und Schwabhausen trugen die Fürbitten vor.

In seiner Ansprache erinnerte Albert Winkler an den heute in Paraguay lebenden Sepp Haas, der die Kapelle vor 62 Jahren zur Erinnerung „an den wahnsinnigen Krieg“ erbaut hat und brachte seine Sorge über den Werteverfall und die sich verändernde Form des Erinnerns zum Ausdruck. Da die Zeitzeugen immer weniger werden, appellierte er an die Jugend, sich mit dem Thema Krieg auseinanderzusetzen, die Menschenwürde zu wahren und sich auf grundlegende Werte wie Höflichkeit, Respekt, Courage, Toleranz, Rücksicht, Mitgefühl und Anstand zu besinnen. „Nur wer sich erinnert, kann Gefahren für die Zukunft bannen“, schloss Winkler und fügte den Wunsch nach Versöhnung und Aussöhnung auch im direkten Umfeld an.

Rolf Gürtner umrahmte die Andacht mit der Trompete und intonierte zum Schluss die Bayernhymne, bei deren drei Strophen dank der ausgegebenen Textzettel alle aus voller Kehle mitsingen konnten.

(ela)

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