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Erfolgreich beim Preisplattln: Die Oberilmtaler Trachtler können auf ihren Nachwuchs stolz sein.

Immer schön im Takt bleiben

Preisplattln bei den Oberilmtalern

Jetzendorf - Die Regeln beim Plattln sind klar festgelegt. Der Nachwuchs bei den Oberilmtalern aus Jetzendorf beherrscht sie. Das sieht teilweise schon sehr professionell aus.

Die Jugendförderung liegt dem Trachtenverein Oberilmtaler Jetzendorf schon seit vielen Jahren am Herzen. Der Vorstand mit Hermann Edelmann an der Spitze ist bemüht, die Jugend mit verschiedensten Aktionen bei der Stange zu halten.

Dazu gehört auch das Preisplatteln, an dem sich vor 60 Zuschauern im Gasthaus Zur Post zahlreiche Nachwuchsplattler beteiligten. Die fünfköpfige, fachkundige Jury, bestehend aus den langjährigen Trachtlern Silvia Edelmann, Monika Seitz, Hermann Edelmann, Ronald Augustin und Martin Kreitmair, hatte viel zu bepunkten.

Das geht los bei der Sauberkeit und Vollständigkeit der Tracht. So wie beim Buam keinesfalls der Hut und darunter eine ordentliche Frisur fehlen darf, wird es bei den Deandln als selbstverständlich erachtet, dass die Haare nicht offen getragen werden, sondern hochgesteckt sind.

Fehlerpunkte beim Buam sind entsprechend dem Reglement des Bayerischen Trachtenverbandes etwa das außer Takt oder neben der Musik Schlagen oder Stampfen. Beim Aufsprung muss die Hand die Schuhspitze erreichen, danach das Knie den Boden berühren. Ein- und Ausgangsteil müssen identisch geplattelt werden, mit jeweils zwei Aufsprüngen.

Die Deandl drehen innen, am Kreis entlang. Fehler ergeben sich daher beim Verlassen einer gleichmäßigen Kreisbahn oder Kreisabschneiden, wenn außer Takt gedreht wird oder Ausgleichsschritte gemacht werden.

Das wohl Schwierigste beim Plattlertanz ist das Zusammenspiel des Paares beim „Einfangen“ zum Trio. Dabei muss der Bua das Deandl so in seine Arme lenken, dass beide flüssig zusammen mit Dreivierteltanz weitertanzen können. Ausgleichsschritte oder Stocken eine der beiden Tänzer führen zum Punktabzug. Die Harmonie sowie Ausdruck der Freude und die Leichtigkeit beim Tanzen sind mitentscheidend für die Haltungspunkte, die der Preisrichter nach eigenem Ermessen vergibt.

Auch ein erhöhtes Risiko für Schwierigkeiten („vareckte“ Schlagkombinationen vom Buam und das Zehenspitzendrehen beim Deandl) sollte hier mit einfließen.

Selbst die jüngsten Plattler wissen, dass Sprechen während des Plattlertanzes, Hut-und Strumpfrutschen oder das Herausfallen der Uhrkette oder anderer Gegenstände zu Punktabzug führen.

Zur Aufführung brachte man den „Haushammer“ und „D‘Lan“, also zwei bekannte Plattler. Geplattelt und getanzt wurde in vier verschiedenen Altersklassen. Bei den bis fünfjährigen Buam durfte sich Lorenz Seitz als bester Plattler feiern lassen. Bei den Sechs- bis Neunjährigen siegte Thomas Reisner vor Alexander Seitz und Quirin Lachner. Bei den zehn- bis 13-jährigen Buam hat Maximilian Walter Andreas Reisner knapp überrundet.

Professionell wird es bei den 14- bis 16-Jährigen. Da kam Michael Walter auf den ersten Platz, vor Ramon Cremona. Gesondert beurteilte die Jury die Deandl. Bei den Kleinsten (bis fünf Jahre) siegte Josefina Riedmair vor Gloria Lachner. In der Altersklasse sechs bis neun Jahre konnte sich Genoveva Riedmair vor Katharina Mitrenga durchsetzen. Beste Tänzerin bei den Zehn- bis 13-Jährigen war Eva Kneissl. Sie siegte vor Elena Cremona und Viktoria Glas. Allein die Vornamen der Kinder verrieten, dass sie aus bodenständigen Familien kommen, die bayerisches Brauchtum schätzen.

Für alle Deandl und Buam gab’s zum Schluss einen donnernden Applaus und kleine Preise.

ost

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