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Einmal im Jahr Wahnsinn in Lansing: Tausende kommen zum traditionellen DiD-Fantag nach Dachau.

Rechnungshof moniert Kosten

Wie lange bleibt Lansing noch in Dachau?

Dachau - Im Filmdorf Lansing am Rande Dachaus wird die tägliche Serie „Dahoam is dahoam“ gedreht. Doch der Oberste Rechnungshof stellt den Standort in Frage.

Am 8. Oktober 2007 begann das Leben in Lansing. Als tägliche Serie ist die in Dachau auf dem ehemaligen Schuster-Gelände an der Schleißheimer Straße produzierte Fernsehserie „Dahoam is Dahoam“ in Bezug auf die Einschaltquoten und die Fangemeinde für den Bayerischen Rundfunk (BR) ein großer Erfolg. Jetzt stellt der Bayerische Oberste Rechnungshof den Produktionsstandort Dachau in Frage (wir berichteten). Doch ein Sprecher des Bayerischen Rundfunk sagt, dass es derzeit keine Überlegungen gibt, Lansing zu verlegen.

Ursprünglich sollte „Dahoam is dahoam“ in Aschheim gedreht werden. Doch dort gab es Probleme mit dem Grundstück.

So kam Lansing nach Dachau, auf das Gelände der früheren Feinpappenfabrik an der Schleißheimer Straße. Innerhalb kürzester Zeit wurden auf dem 15 000 Quadratmeter großen Gelände alte Gebäude der Fabrik zum Filmdorf Lansing umgebaut. Damals gehörte das Areal dem Röchling-Konzern, der Bayerische Rundfunk wurde Mieter. Röchling hat das Gelände inzwischen laut BR an einen Investor veräußert, aber der Mietvertrag des BR laufe auch nach dem Eigentümerwechsel weiter.

Allerdings sei der Mietvertrag für das Produktionsgelände in Dachau mehrmals nur kurzfristig verlängert worden. Darauf weist der Oberste Rechnungshof im aktuellen Sonderbericht zur finanziellen Situation des Bayerischen Rundfunks hin – woraus sich Risiken ergeben würden. Weil nur eine kurze Zeitspanne zwischen den Dreharbeiten und der Ausstrahlung der Daily Soap liege, empfiehlt der Rechnungshof für den Fall, dass die Serie fortgesetzt werden soll, „die Bavaria Filmstudios und deren brachliegende Kulissenstraße als eine mögliche Alternative in die Planungen einzubeziehen“. Dies würde „Synergieeffekte“ erwarten lassen. Die Fortsetzung der Serie in Dachau sei nur bis Ende 2016 sichergestellt. An der Produktion von „Dahoam is Dahoam“ sind rund 160 Mitarbeiter beteiligt, fast alle arbeiten in Dachau.

Der Bayerische Rundfunk reagierte auf die Kritik des Bundesrechnungshofs mit einem Verweis auf noch ausstehende Entscheidungen der zuständigen Gremien: Ob, wie und wo die Daily „Dahoam is Dahoam“ fortgeführt werde, sei „eine programmliche Entscheidung der Geschäftsleitung und der Gremien“. Eine Entscheidung werde heuer zu treffen sein.

Auch eine andere interessante Zahl nennt der Rechnungshof in seinem aktuellen Bericht. Bei der Ersteinrichtung des Produktionsgeländes in Dachau investierte der Bayerische Rundfunk rund 2,6 Millionen Euro.

Die Erstinvestition sei „extrem günstig“ gewesen, sagt der Bayerische Rundfunk. Ein Sprecher erklärt, dass „2007 sehr kurzfristig ein Gelände zur Produktion gesucht werden musste“.“ Dabei habe es die Möglichkeit gegeben, nach Dachau zu gehen oder komplett fremd zu produzieren, wie zum Beispiel bei der Bavaria in den Filmstudios in Grünwald. Dachau habe sich – mit Beistellung von BR-Produktionskapazitäten – als die wirtschaftlichste Lösung herausgestellt.

„Hätte man gewusst, dass die Serie so lange laufen wird, hätte man vielleicht eine andere Möglichkeit gefunden“, so der Sprecher. „Aber es wäre aus damaliger Sicht unverantwortlich gewesen, sich so langfristig zu binden.“ Doch jetzt sei es wirtschaftlich sinnvoll, „weiterhin in Dachau zu produzieren und die aufgebauten Kulissen so lange zu nutzen, wie ein Mietvertrag besteht und die Serie gewünscht wird“.

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