Odelzhausen braucht einen Masterplan

Odelzhausen - Ganz Deutschland ist dabei, die Internetverbindungen zu verbessern. Ganz Deutschland? Nein, Odelzhausen nicht - sagt EDV-Fachmann Robert Manhart aus Roßbach.

Fällt die Glonntalgemeinde bei der Entwicklung von schnellerem Internet gegenüber anderen Gemeinden zurück? Robert Manhart aus dem Ortsteil Roßbach meint: ja. Er informierte unlängst den Odelzhausener Gemeinderat über Möglichkeiten der Verbesserung. „Fast alle Gemeinden in Bayern haben am Bayerischen Förderprogramm, das Ende 2011 ausgelaufen ist, teilgenommen, um so die Bandbreiten in ihrem Ort zu erhöhen“, sagt Manhart. Während viele umliegende Gemeinden bereits auf VDSL aufgerüstet haben, ist Odelzhausen eine der wenigen Ortschaften mit der alten Technik ADSL, so Manhart. „Odelzhausen ist somit für Firmen oder Haushalte, die auf schnelles Internet angewiesen sind, nicht so attraktiv wie zum Beispiel Sulzemoos.“ Der EDV-Fachmann führte eine Abfrage der möglichen Bandbreiten durch. Diese ergab in der ganzen Verwaltungsgemeinschaft Odelzhausen eine starke Unterversorgung der Breitbandverfügbarkeit von Bandbreiten größer und gleich 50 Mbit/s. Die Orte Roßbach, Sittenbach, Sixtnitgern, Pfaffenhofen und Egenburg wurden zwar ausgebaut, es wurden aber noch keine VDSL-Module verbaut. Deshalb, so Manhart, seien keine Bandbreiten bis zu 50 Mbit/s möglich.

Am schlechtesten versorgt sind seiner Meinung nach die Ortsteile Dietenhausen, Ebertshausen, Hadersried, Miegersbach und Taxa. Aber auch Ebersried, Unterumbach, Oberumbach, Stockach, Miesberg, Wagenhofen und das Gewerbegebiet Wagenhofen (Gemeinde Pfaffenhofen) haben seiner Ansicht nach Defizite.

„Die Internetgeschwindigkeit wird sich in Deutschland in den nächsten Jahren weiterhin verbessern“, sagte Manhart. Bis 2020 habe die EU das Ziel flächendeckend 30 Mbit/s in der ganzen EU zur Verfügung zu stellen. Die Bundesregierung habe bis 2014 das Ziel, mindestens 75 Prozent der deutschen Haushalte bis mindesten 50 Mbit/s zu versorgen. „Um diese Ziele zu erreichen, sind auch die Gemeinden in der VG Odelzhausen gefragt, die den Breitbandausbau zukunftssicherer und nachhaltig planen und wenn sinnvoll sollten die Gemeinden an entsprechenden Förderprogrammen teilnehmen.“ Das geschieht in Odelzhausen langsamer als andernorts, kritisierte Manhart. „Fast alle umliegenden Gemeinden haben den Sprung auf die schnelle Datenautobahn geschafft.“ In Erdweg werden voraussichtlich bis Ende März fast alle ausgebauten Ortsteile mit VDSL-Modulen nachgerüstet, die diese hohen Geschwindigkeiten ermöglichen. Damit sei Odelzhausen und Pfaffenhofen eine der letzten Ortschaften neben Egenhofen, die noch keine Auffahrten zur Hochgeschwindigkeits-Internetanbindung haben. Pfaffenhofen will den Sprung auf VDSL demnächst versuchen. Außerdem wird in Pfaffenhofen ein Masterplan erstellt, um in den kommenden Jahren Glasfaser bis zum Haus zu ermöglichen, da sich der Bandbreitenbedarf sehr schnell erhöht. „So ein Masterplan wird dringend für die ganze VG Odelzhausen benötigt, um in allen Ortsteilen den notwendigen, zukunftssicheren und nachhaltigen Breitbandausbau zu erreichen“, betonte Manhart. „Gerade bei Straßensanierungen und Neubaugebieten ist es notwendig, entsprechende Leerrohre zu verlegen.“

(sm)

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