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Äpfel, soweit das Auge reicht: Apfelkönigin Corinna Wolf in der heimischen Plantage.

Außergewöhnliches Obstjahr für Landkreis-Bauern

Apfelkönigin fährt Rekordernte ein

Schon von Weitem duftet es süß-säuerlich. So weit das Auge reicht, hängen die von der Sonne rot gefärbten Früchte auf den Bäumen. Doch „die Äpfel in unserer Region brauchen die Kälte der Herbstnächte um zu reifen“, erklärt Corinna Wolf, 22, Apfelkönigin im Dachauer Land. Heuer fährt die Familie Wolf aus Ebersried eine Rekordernte ein. An einen ähnlich guten Ertrag kann sich Corinna nicht erinnern. „Es gibt heuer auch sehr viel Streuobst“, erklärt Siegfried Lex vom Kreisverband für Gartenbau und Landschaftspflege.

Ebersried – Ziel der Obstbauern ist es, die Ernte möglichst gleichmäßig zu halten. „Heuer mussten wir die Bäume stark ausdünnen, damit sich Blütenansätze für das nächste Jahr bilden können“, schildert Wolf. Man will dem Baum nur so viele Früchte zumuten, wie er tragen kann. Alle der neun auf dem Obsthof angebauten Sorten haben heuer viele Früchte. „Normalerweise schwächelt immer eine Sorte, aber heuer haben wir durchwegs gute Erträge“, so Wolf. Ohne ausreichende Bewässerung wäre das aber nicht möglich gewesen. Die Hitze machte den Vitaminbomben nicht nur durch Wasserentzug zu schaffen, sondern auch durch Sonnenbrand. Die verbrannten Äpfel können nicht mehr verkauft werden, im schlimmsten Fall sind sie im Inneren faulig.

In der Plantage zum Selbstpflücken sei die Sorte Topaz besonders beliebt, aber auch Welland sei im Kommen, da diese für Allergiker verträglicher sei. Wer denkt, dass alte Sorten nicht mehr gekauft werden, liegt falsch. Die älteste angebaute Sorte Boskop ist gerade bei älteren Leuten sehr beliebt. Junge Kunden setzen mehr auf süße Sorten.

Die Bäume der Apfelkönigin konnten aufgrund der Ausdünnung genügend Blütenknospen bilden, um auch im nächsten Jahr gute Erträge zu erbringen. Für Hausgärten prophezeit die Apfelkönigin 2019 jedoch ein schlechtes Erntejahr: „Wenn die Bäume nicht ausgedünnt werden, folgt auf ein gutes Apfeljahr meist ein sehr schlechtes.“

Wer seine Äpfel zum Pressen bringen will, hat es heuer schwer. Vereinskeltereien sind laut Lex stark überlastet. Beim Gartenbauverein Tandern könne man beispielsweise nur mit einem Termin zum Entsaften kommen.

Neben dem Ernten gibt es für die Apfelkönigin nur noch ein offizielles Termin: das Apfelfest. Es findet am Wochenende, 29. und 30. September, im Gut Schloss Sulzemoos statt. Neben Marktreiben, Kinder- und Kulturprogramm werden natürlich Schmankerl, Leckereien und Besonderheiten rund um das Thema Apfel geboten. Eva-Maria Dillitz

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