Großer Champion: der Dietenhausener Michael Teuber. dpa
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Großer Champion: der Dietenhausener Michael Teuber.

Interview - Michael Teuber über die Ehre, das deutsche Paralympics-Team anführen zu dürfen

„Das ist das Sahnehäubchen!“

  • Stefanie Zipfer
    VonStefanie Zipfer
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Dietenhausen/Tokio – Der fünfmalige Goldmedaillengewinner Michael Teuber aus Dietenhausen bei Odelzhausen darf bei der heutigen Eröffnungsfeier der Paralympischen Spiele in Tokio gemeinsam mit der Rollstuhlbasketballerin Mareike Miller die deutsche Fahne tragen. Der Heimatzeitung hat der 53-Jährige in einem Telefonat gestern berichtet, wie seine aktuelle Gefühlslage ist.

Herr Teuber, Sie führen die 136-köpfige deutsche Mannschaft bei der Eröffnungszeremonie am heutigen Dienstag ins Stadion. Wie fühlt sich das an?

Michael Teuber: Das ist das Sahnehäubchen auf meiner Karriere, eine unglaublich tolle Geschichte!

Sie haben fünf Goldmedaillen gewonnen, sind nun bei Ihren sechsten Paralympics. Warum ist es für Sie so toll, die Fahne tragen zu dürfen?

Weil es bei Olympia ja immer um mehr geht als nur den Einzelnen. Man ist Teil einer großen Mannschaft, wir alle bestreiten unsere Wettkämpfe für ein ganzes Land. Diese Mannschaft anführen zu dürfen, ist daher eine besondere Ehre.

Hand aufs Herz: Haben Sie nicht doch ein bisschen damit gerechnet, dass die Wahl des Fahnenträgers auf Sie fällt?

Sagen wir so: Als ich erfahren habe, dass es ein Duo aus einem männlichen und einem weiblichen Fahnenträger wird, habe ich es natürlich schon ein bisschen im Hinterkopf gehabt und gehofft, dass die Wahl auf mich fällt. Mit meinen sechs Teilnahmen bin ich ja doch einer der Erfahrensten bei uns im Team.

Wie sieht denn Ihre langfristige Planung aus? Wird es auch noch eine siebte Olympiateilnahme geben?

Also Schluss mache ich sicher noch nicht nach Tokio! Ich habe schon noch den Plan, bis Paris weiterzufahren. Klar, unter Vorbehalt, dass ich gesund bleibe. Aber ich habe nach wie vor Bock auf Radfahren, ich trainiere gerne und fühle mich gut.

Was rechnen Sie sich für diese Spiele aus?

Ich habe mir als Ziel eine Medaille gesetzt. Als älterer Teilnehmer sehe ich mich zwar nicht mehr als Favorit auf Gold, vor allem nicht bei den Rennen in der Halle. Aber bei meiner Spezialdisziplin, dem Einzelzeitfahren auf der Straße, möchte ich schon um eine Medaille mitfahren.

Hatten Sie schon Gelegenheit, olympische Luft zu schnuppern?

Wir Radfahrer sind ja etwas außerhalb von Tokio, haben hier unser eigenes Mini-Olympisches-Dorf. Es ist alles piccobello, wir werden jeden Tag getestet, die Coronaregeln werden wirklich sehr sehr streng eingehalten. Aber wir sitzen schon öfter zusammen, sodass doch ein wenig Olympia-Feeling aufkommt. Zumal wir ja wohl auch Zuschauer bekommen dürfen!

Wie gehen Sie an ihre heutige Aufgabe als Fahnenträger heran? Sind Sie aufgeregt?

Oh ja! Zumal wegen meines Jetlags schlafen eh grade noch schwierig ist. Jedenfalls werde ich in der Früh noch ein bisschen trainieren, dann habe ich noch ein paar Termine, und gegen Mittag ist dann eh schon Abfahrt nach Tokio zur Eröffnungsfeier.

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