Die von Bibern errichteten Dämme sind – so wie in Oberhausen – nicht immer willkommen.
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Die von Bibern (hier ein Symbolfoto eines Tieres) errichteten Dämme sind – so wie in Oberhausen – nicht immer willkommen.

Schäden an Abwasserkanal könnten die Glonn gefährden – Sanierung extrem teuer

Odelzhausen hat ein Biber-Problem - Droht ihm bald der Abschuss?

  • Claudia Schuri
    VonClaudia Schuri
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Hat Odelzhausen also einen Problem-Biber, der vielleicht sogar abgeschossen werden muss? Darüber diskutierten die Gemeinderäte. Denn unter Fachleuten gibt es unterschiedliche Meinungen, wie das Ufer auf Dauer gesichert werden kann.

Odelzhausen - Der Biber war und ist sehr fleißig – zum Leidwesen der Gemeinde Odelzhausen. Deshalb gibt es an der Glonn nicht nur mehrere Biberunterhöhlungen und Untergrabungen, sondern auch ein naher Abwasserkanal, der zur Kläranlage führt, liegt frei und ist gefährdet.

Das Ingenieurbüro Mayr schlug eine Sicherung mit Wasserbausteinen vor. Eine derartige Maßnahme wurde vergangenes Jahr nördlich der Brücke Hauptstraße umgesetzt und kostete rund 35 000 Euro. Laut einer Hochrechnung könnte demzufolge eine Notmaßnahme rund 140 000 Euro und eine gesamte Sanierung bis zu 250 000 Euro kosten.

Weitaus billiger ist der Vorschlag des südbayerischen Bibermanagers: Er veranschlagte nur Kosten von rund 25 000 Euro: Seiner Meinung nach wären nur an der Schadstelle Flussbausteine notwendig, und für den Rest der Strecke würde eine Sicherung mit Erden und Drahtgeflechten reichen.

Doch Bürgermeister Markus Trinkl ist skeptisch. „Wie ist es mit der Haftung?“, fragte er. „Ich möchte nicht die Verantwortung übernehmen, wenn wieder Dreck in die Glonn fließt.“ In die einfache Lösung habe er „kein Vertrauen“.

Damit war er nicht alleine. „In Zukunft müssen wir wahrscheinlich mit mehr Überschwemmungen rechnen“, erklärte Siegfried Kreppold (CSU). „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Sinn macht.“ Zudem müsse man vermutlich mit höheren Handwerkskosten rechnen, als vom Bibermanager kalkuliert. „25 000 Euro sind völlig daneben.“

Auch Lorenz Bradl (CSU) warnte: „Es ist ein Supergau, wenn das Schmutzwasser unbemerkt in die Glonn läuft. Dann sind wir wieder mit dem Staatsanwalt konfrontiert.“

Hintergrund dieser Anspielung ist, dass im Sommer 2013 die Glonn massiv verschmutzt wurde, weil die völlig überlastete Kläranlage ihren Dienst versagte (wir berichteten).

Andererseits sind die aufwendigen Vorsichtsmaßnahmen vielen Gemeinderäten zu teuer. „Das kostet uns auf Dauer ein Vermögen“, argumentierte Hans Heitmair (CSU). „Wenn es keine Förderung gibt, brauchen wir eine Abschussgenehmigung. Paul Brandhofer, ebenfalls CSU, ging sogar noch einen Schritt weiter: „Wir sollten gleich auf eine Abschussgenehmigung pochen.“ „Es kann nicht sein, dass wir jedes Jahr sehr viel Geld herrichten müssen.“

Roderich Zauscher (BGO), der auch Vorsitzender der Bund Naturschutz-Kreisgruppe ist, machte sich dagegen für den streng unter Artenschutz stehenden Biber stark. „Ich sehe nicht die Begründung für eine große Maßnahme oder eine Abschussgenehmigung“, machte er deutlich. Für die Probleme sei außerdem nicht nur der Biber verantwortlich, gab er zu Bedenken.

Letztlich beschloss das Gremium, dass zunächst einmal die dringend notwendigen Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt werden. Ansonsten soll abgewartet werden, ob die Gemeinde Förderungen für weitere Präventionsmaßnahmen bekommen kann –ist das nicht der Fall, wird wohl beantragt, dass der Biber abgeschossen werden darf. Dazu gab es vier Gegenstimmen.

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