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Gefälschter Impfpass: 66-Jährige zu Geldstrafe verurteilt

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Von: Christiane Breitenberger

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In Odelzhausen hat eine 66-Jährige ihren Impfpass gefälscht. Nun wurde sie am Dachauer Amtsgericht verurteilt.
In Odelzhausen hat eine 66-Jährige ihren Impfpass gefälscht. Nun wurde sie am Dachauer Amtsgericht verurteilt. © Friedrich Stark

Im Dachauer Amtsgericht ist eine Odelzhauserin (66) wegen ihres gefälschten Impfpasses zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Odelzhausen – Eine 66-jährige Frau aus Odelzhausen hat ihren Impfpass gefälscht. Deshalb wurde sie nun wegen Urkundenfälschung vor dem Dachauer Amtsgericht zu einer Geldstrafe verurteilt.

Im Januar dieses Jahres spaziert sie in eine Apotheke in Odelzhausen, will mit gefälschten Stempeln und gefälschten Unterschriften einer Münchner Arztpraxis ein digitales Zertifikat für eine Corona-Schutzimpfung erschleichen. Eine Impfung, die sie nie erhalten hat.

Amtsgericht Dachau: 66-Jährige wegen Impfpassfälschung zu Geldstrafe verurteilt

Warum sich die 66-Jährige nicht impfen lassen wollte, kam in der Verhandlung am Dachauer Amtsgericht nicht zur Sprache, die Angeklagte erschien aus gesundheitlichen Gründen nicht, ließ sich von ihrem Verteidiger vertreten.

Meine Mandantin hatte Angst, dass sie nun wegen der 2G-Regel ihre Mutter nicht mehr sehen kann.

Verteidiger im Prozess um Impfpassfälschung am Dachauer Amtsgericht

Der erklärte zumindest, warum seine Mandantin ihren Impfpass gefälscht hatte. Der Grund sei „aus menschlicher Sicht völlig nachvollziehbar“, wie Richter Tobias Bauer und der Staatsanwalt betonten. Laut Anwalt war die Mutter der Angeklagten schwer gestürzt, sollte ins Heim kommen. „Meine Mandantin hatte Angst, dass sie nun wegen der 2G-Regel ihre Mutter nicht mehr sehen kann.“

Odelzhauserin (66) fälscht Impfpass, um Mutter im Altenheim zu besuchen

Richter Bauer zeigte Mitgefühl mit der Odelzhauserin –wenn man nur die „eingeengte persönliche Umwelt betrachtet. Es gibt wohl wenig, das schlimmer ist, als wenn man seine Mutter nicht mehr sehen kann, weil man zögert wegen des Schritts, der dafür nötig wäre“. Es sei ihm klar, „dass man da nicht mehr rational ist“.

Doch Richter und Staatsanwalt betonten, wie wichtig selbstredend gerade der Schutz alter und kranker Menschen ist. Der Staatsanwalt brachte es auf den Punkt: „Man erwartet, dass Andere Schaden von sich und der geliebten Mutter abhalten, dann können auch alle anderen erwarten, dass ich mich so verhalte!“

Selbst der Anwalt pflichtete den Ausführungen vollumfänglich bei. „Da gibt es nichts hinzuzufügen.“ Trotzdem hoffte er, dass die Geldstrafe für diese „äußert unsinnige Tat“ zur Bewährung ausgesetzt werden könnte. „Dann würde meine Mandantin länger über ihr Tun nachdenken.“

Doch Richter Bauer machte schnell klar, dass die Voraussetzungen hierfür nicht erfüllt sind. Er verurteilte die 66-Jährige, die von einer Witwenrente in Höhe von monatlich 830 Euro lebt, zu einer Geldstrafe in Höhe von 2000 Euro.

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