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Umgerechnet 16 Fußballfelder ha t der Gemeinderat als Gewerbeflächen (rot) südlich des derzeitigen Gewerbegebietes und östlich der A 8 in Odelzhausen ausgewiesen.

Gemeinderat genehmigt 112 000 Quadratmeter Neuausweisung

Mehr Gewerbe in Odelzhausen

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Odelzhausen - Gewerbeflächen in Odelzhausen sind heiß begehrt. Deshalb hat der Gemeinderat weitere Flächen ausgewiesen. Doch was bedeutet das für die Zukunft des Ortes? 

112 000 Quadratmeter, also rund 16 Fußballfelder, hat die Gemeinde Odelzhausen als neue Gewerbeflächen ausgewiesen. Die größte Fläche entsteht südlich des derzeitigen Gewerbegebiets in Richtung Lukka: Rund 95 000 Quadratmeter Grünflächen werden dafür verschwinden. 

Zauscher: „Es reicht mit den Gewerbeflächen“

„Wir hatten Nachfragen für das Doppelte der Fläche“, sagt Bürgermeister Markus Trinkl. Deshalb will die Gemeinde eine weitere Gewerbefläche mit über 17 000 Quadratmetern schaffen, nämlich östlich der Fläche zwischen Autobahn und Staatsstraße. 

Der Gemeinderat hat sich dafür entschieden – gegen die Stimme von Gemeinderat Roderich Zauscher (Bürgergemeinschaft Odelzhausen). Er hat große Bedenken, wie es mit dem Ort weitergehen wird.

„Gewerbeflächen bedeuten Versiegelung und Flächenfraß“

„Es reicht mit den Gewerbeflächen“, kritisiert Zauscher: „Die Ortsentwicklung ist zu stürmisch.“ Denn mit den neuen Gewerbeflächen seien nicht nur eine Versiegelung der landwirtschaftlichen Felder und ein großer Flächenfraß verbunden. Außerdem stelle die Gewerbegebietserweiterung Odelzhausen vor Infrastrukturprobleme: Mit den Firmen kämen nicht nur Gewerbesteuern. 

Angst vor Infrastrukturproblemen

Die Gemeinde müsse in Zukunft auch die wachsenden Einwohnerzahlen stemmen. Die Arbeiter der Firmen bräuchten Wohnungen, Kindergarten- und Krippenplätze, Schulen und letztendlich einen Friedhof, so Zauscher. Zudem befürchte er, dass die Lärmbelästigung im Ort mit den Firmen zunehmen werde. Sie sei durch die Autobahn ohnehin schon hoch.

Bürgermeister will dem Anliegen Lärmbelästigung nachgehen

Bürgermeister Trinkl konnte ein wenig beruhigen. Derzeit sei keine Ausweisung von weiteren Gewerbeflächen geplant. „Es gibt kein weiteres Wachstum. Das muss sich erst einmal alles einspielen“, sagt er. Auch Zauschers Anliegen wegen der Lärmbelästigung durch die Gewerbegebiete will er nachgehen. Derzeit lasse die Gemeinde ein Lärmschutzgutachten erstellen. Nach diesem wird festgelegt, wie laut die Firmen an den neuen Gewerbeflächen arbeiten dürfen und ob sie zum Beispiel Schallschutzwände bauen müssen. 

Hohe Lärmbelästigung durch Autobahn

Außerdem sei er in Kontakt mit anderen Gemeinden, um über den Autobahnlärm zu sprechen. Dafür müsste die Geschwindigkeit auf der Autobahn begrenzt werden. Eine schwierige Sache, denn dazu müssten alle Gemeinden an der Autobahn zustimmen.

Doch Zauscher sorgt sich nicht nur wegen des Lärms in Odelzhausen. Er befürchtet, dass das Gewerbegebiet östlich der Autobahn nicht genehmigungsfähig ist. „Es gibt keine Anbindung an das derzeitige Gewerbegebiet“, sagt er. Das widerspreche dem derzeitigen Anbindegebot. Denn Gewerbegebiete dürften nur in der Nähe von Siedlungen entstehen. 

Trinkl: „Wir wollen kein Gewerbegebiet im Nirwana bauen“

Trinkl ist optimistisch. Er verweist darauf, dass Minister Markus Söder das Anbindegebot lockern will. Zudem sei das Gewerbegebiet in Geiselbullach abseits von jeglicher Wohnbebauung an der B 471 entstanden. Für die neue Gewerbefläche spreche außerdem, dass östlich der Autobahn die nötige Infrastruktur vorhanden sei „Wir wollen ja kein Gewerbegebiet im Nirwana bauen“, sagte er in der Gemeinderatssitzung.

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