Kinder Rucksäcke
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Odelzhauser Familien, die gleichzeitig mehrere Kinder in Betreuungseinrichtungen der Gemeinde haben, müssen künftig mehr bezahlen.

Bürgermeister Trinkl: „Extrem großzügige Regelung“

Beschluss des Gemeinderats in Odelzhausen: Geschwisterermäßigung wird reduziert

  • Claudia Schuri
    vonClaudia Schuri
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Eltern mit mehreren Kindern, die gleichzeitig den Kindergarten oder die Krippe in der Gemeinde Odelzhausen besuchen, müssen künftig mehr Geld für die Betreuung bezahlen. Der Gemeinderat hat beschlossen, die Geschwisterermäßigung zu reduzieren.

Odelzhausen – „Wir haben ein hohes Defizit“, erklärte Bürgermeister Markus Trinkl. 2019 gab es bei den drei gemeindlichen Einrichtungen ein Defizit von 253 758,72 Euro. Zum Stichtag im Jahr 2019 wurden dort insgesamt 187 Kinder betreut – im Durchschnitt ergab sich damit ein Defizit von 1357 Euro pro Kind. Dazu kommen jedes Jahr Defizitzahlungen an die Awo und das Jolly-Jumper-Kinderzentrum.

Bisher betrug die Ermäßigung 50 Prozent für das zweite Kind und 75 Prozent für alle weiteren Kinder. „Eine extrem großzügige Regelung“ sei das, fand Bürgermeister Markus Trinkl. In den anderen Landkreisgemeinden sind die Regelungen laut der Aufstellung der Verwaltung sehr unterschiedlich. In Markt Indersdorf, wo die Gebühren um rund 30 Prozent höher sind, gibt es demnach für weitere Kinder eine Ermäßigung von jeweils 13 Euro. Vergleichbare Gebühren haben die Gemeinden Erdweg, wo es für Geschwisterkinder 10 Euro Rabatt gibt, und Bergkirchen, wo Familien mit mindestens drei Kindern für das jüngste Kind keine Gebühren bezahlen müssen.

In der Gemeinde Pfaffenhofen mit höheren Gebühren zahlen Eltern für das zweite Kind in der Kita noch 80 Prozent der Gebühren und für jedes weitere Kind 60 Prozent. In der Gemeinde Sulzemoos sind die Gebühren für den Kindergarten um rund 20 Prozent niedriger, für die Krippe vergleichbar. Geschwisterkinder zahlen nur 75 Prozent der Gebühren.

Der Gemeinderat Odelzhausen entschied schließlich einstimmig, künftig für das zweite Kind einen Rabatt von 25 Prozent und für jedes weitere Kind von 50 Prozent zu gewähren. Einige Beispiele für die derzeitigen Gebühren: Krippenkinder, die mehr als vier bis fünf Stunden betreut werden, zahlen 187 Euro, Krippenkinder, die mehr als neun bis zehn Stunden in der Einrichtung sind, 319 Euro. Bei Kindergartenkindern sind es 106 Euro für eine mehr als vier- bis fünfstündige Betreuung und 163 Euro für eine mehr als neun- bis zehnstündige Betreuung.

Für Kinder ab drei Jahren gibt es einen staatlichen Zuschuss in Höhe von 100 Euro, der von diesen Beiträgen abgezogen wird. Er gilt, wenn das Kind zu Beginn des Kindergartenjahres seinen dritten Geburtstag schon gefeiert hat, beziehungsweise auch, wenn es ihn bis Dezember noch feiern wird. Die Geschwisterermäßigung erfolgt nach Abzug des Zuschusses. Alle weiteren Gebühren wie zum Beispiel für das Mittagessen werden bei jedem Kind fällig.

Alle Eltern müssen sich jedoch darauf einstellen, dass die Kosten für die Kinderbetreuung kommendes Jahr weiter steigen. Der Gemeinderat hat sich bereits im Sommer für eine Gebührenerhöhung um zehn Prozent ausgesprochen. Das Thema soll in der kommenden Sitzung noch einmal bearbeitet werden, da die Satzung angepasst werden muss.

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