Gemeinderat Odelzhausen setzt auf mehr Umweltschutz

Großes Klimakonzept

  • Claudia Schuri
    VonClaudia Schuri
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Es ist ein ambitioniertes Vorhaben: Die Gemeinde Odelzhausen möchte mehr für den Umweltschutz machen – und plant ein großes Klimakonzept. Den Antrag dazu hatten die Freien Wähler im Gemeinderat gestellt. „Es geht um die kommunale Förderung verschiedener Maßnahmen“, sagte der Vorsitzende Wolfgang Steininger.

VON CLAUDIA SCHURI

Fotovoltaikanlagen sind Maßnahmen, die man in Odelzhausen fürs Klima überlegt

Odelzhausen – Einen ersten Entwurf stellten die Freien Wähler mit einer Präsentation vor. „Uns ist ein ganzheitlicher Ansatz wichtig“, erklärte Edgar Hiller (FW). Die Fraktion regte an, die Aspekte Energie und Klima, Verkehr und Mobilität, Bauen und Wohnen sowie Natur und Artenschutz zu beachten. Sowohl die Bürger als auch die Gemeinde, Gewerbe, Industrie sowie die Land- und Forstwirtschaft könnten sich einbringen. Die ersten Ideen waren vielfältig: Ein Energiepreis, Energieberatungen, die Anschaffung von stromsparenden Elektrogeräten, der Ausbau von Elektro-Ladestationen, Photovoltaikanlagen, mit Strom oder Gas betriebene Fahrzeuge für den gemeindlichen Fuhrpark, mehr Car-Sharing und Verbesserungen beim ÖPNV standen zum Beispiel auf der Vorschlagsliste.

Weitere Anregungen waren unter anderem die Modernisierung von Heizungen, die Förderung von nachhaltigem Bauen sowie die Schaffung von Ausgleichs- und Grünflächen mit Blumen. Privatpersonen könnten hier zum Beispiel Patenschaften übernehmen oder mit einer naturnahen Gestaltung ihrer Gärten einen Beitrag zum Artenschutz leisten.

Es gehe nicht darum, alle Maßnahmen sofort umzusetzen, betonten die Freien Wähler, sondern vielmehr um einen gesamtheitlichen Ansatz. Steininger schlug vor, ein Fachbüro mit einzubeziehen. „Vielleicht gibt es ja sogar schon irgendwo ein Konzept, das für uns auch passen würde“, sagte er.

Der Antrag kam über alle Fraktionen hinweg gut an. Für die Verwaltung bedeute es zwar viel Arbeit, erklärte Bürgermeister Markus Trinkl. „Aber es bringt auch nichts, das Thema nur in die Zukunft zu schieben.“ Bereits vor sechs Jahren wurde in Odelzhausen eine Projektgruppe für die Themen Umwelt und Energie gegründet. Doch: „Sie ist im Dornröschenschlaf“, berichtete Michael Kiemer (CSU).

Damit soll jetzt Schluss sein: „Wir müssen mit kleinen Schritten anfangen“, sagte Elisabeth Kappes (BGO). „Auch damit kann man schon viel erreichen.“

Die Räte waren sich außerdem einig, dass das Konzept kein starres Konstrukt sein soll, sondern flexibel und offen für neue Ideen sein muss. Um Anreize zu schaffen, sich an den Umweltschutz-Maßnahmen zu beteiligen, seien Förderungen sinnvoll. „Wir werden priorisieren müssen“, sagte Trinkl.

Der Gemeinderat beschloss, dass zunächst mit Hilfe eines Fachbüros ein Gesamtkonzept erstellt werden soll. Auch die Gründung einer Arbeitsgruppe ist geplant. Die Verwaltung soll Vorschläge ausarbeiten, wie diese aussehen und besetzt sein könnte. Das Gremium entschied zudem, einen Antrag von Gemeinderat Roderich Zauscher (BGO) miteinzubeziehen. Er hatte bereits 2019 vorgeschlagen, Bachuferstreifen mit Blühpflanzen einzusäen und diese ökologisch zu pflegen. Der Antrag wurde damals wegen des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ zurückgestellt.

Rubriklistenbild: © Peter Bauersachs

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