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Bald ein Bild der Vergangenheit? Eine Schulweghelferin hilft Schülern in Odelzhausen sicher über die Ampel an der Hauptstraße. 

Gemeinde sucht dringend Freiwillige

Schulweghelfer in Odelzhausen wollen streiken

Fünf sind es noch: Fünf Schulweghelfer für Odelzhausen. Wenn nicht bald Unterstützung kommt, wollen sie in den Streik treten.

Odelzhausen – Sie können Entfernungen noch nicht so gut einschätzen, haben ein eingeschränktes Gesichtsfeld und lassen sich leichter ablenken: Für Kinder ist es nicht leicht, sich im Straßenverkehr zurecht zu finden. Besonders für Grundschüler ist der Schulweg eine Herausforderung.

In Odelzhausen wird es für sie jetzt noch schwerer: Wenn sich nicht weitere Ehrenamtliche finden, wird der Schulweghelferdienst für die nächsten Monate eingestellt. Denn dann treten die Schulweghelfer in den Streik.

„Wir wollen ein Zeichen setzen“, erklärt Herbert Stanglmayr (67), der den Dienst koordiniert und organisiert. „Die Leute sollen merken, dass es ohne Engagement nicht geht.“ Schon seit Monaten sucht Stanglmayr nach Unterstützern. Aber: „Nicht ein Einziger hat sich gemeldet“, bedauert er.

Zuletzt waren es nur noch fünf Ehrenamtliche, die den Grundschülern jeden Tag von 7.20 Uhr bis 7.50 Uhr an der Kreuzung Hauptstraße/Kohlstattstraße in Odelzhausen über die Straße geholfen haben. Das heißt, dass jeder mindestens einmal in der Woche im Einsatz war. Inzwischen sind die Ehrenamtlichen an der Belastungsgrenze. „Es wird einfach zu viel für die Helfer, wir können das nicht mehr alleine leisten“, sagt Stanglmayr. „Jetzt brauchen wir eine Pause.“

Deshalb wird es von September bis Dezember keinen Schulweghelferdienst in Odelzhausen geben – es sei denn, es finden sich weitere Helfer. „Dann können wir natürlich jederzeit wieder starten“, betont Stanglmayr.

Sonderlich optimistisch ist er jedoch nicht. In den letzten Wochen hat er immer wieder Werbung für das Amt gemacht, auch an Elternabenden in der Schule. „Aber selbst unter den Eltern gibt es keine Bereitschaft“, erklärt er. Stanglmayr ist seit fünf Jahren Schulweghelfer, nachdem er damals in Rente gegangen ist, hatte er Zeit für das Ehrenamt. Er macht es aus Überzeugung: „Es ist immer besser, wenn die Schüler selbst zur Schule gehen können, anstatt mit dem Eltern-Taxi gefahren zu werden“, sagt er. „Und mir gefällt der Umgang mit den Kindern.“

Neben dem 67-Jährigen gehören drei Eltern sowie ein weiterer Rentner zum Odelzhauser Schulweghelfer-Team. „Man muss keine eigenen Kinder haben, um mitzuhelfen“, betont Herbert Stanglmayr.

Auch sonst gibt es nicht viele Voraussetzungen. Nur: „Man sollte natürlich Kinder mögen und körperlich so fit sein, dass man den Dienst durchhält.“ Alles andere lernen die angehenden Schulweghelfer bei einer Schulung der Polizeiinspektion Dachau. Die Termine für den Dienst werden unter den Schulweghelfern abgesprochen. „Man kann natürlich Wünsche zu den Tagen äußern“, verspricht Herbert Stanglmayr.

Wer sich als Schulweghelfer engagieren möchte, wird gebeten, sich bei Herbert Stanglmayr unter Telefon 0 17 1/7 79 46 97 oder per E-Mail an bss-stanglmayr@t-online.de zu wenden.

Claudia Schuri

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