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Dieser Anblick könnte bald Geschichte sein: das Gasthaus zur Sonne in der Ortsmitte von Odelzhausen. 

Gasthaus zur Sonne

Gerüchte um Schließung und Abriss

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Es ist der Ort, an dem die Dorfbewohner zusammenkommen, an dem sie ihre Vereinsversammlungen abhalten und ihren Fleisch- und Wursteinkauf erledigen: Das Gasthaus Zur Sonne ist die einzige traditionelle Wirtschaft in Odelzhausen, der dazugehörige Laden die einzige Metzgerei. Doch möglicherweise schließt 2018 beides – und die Gemeinde baut selbst auf dem Grundstück.

Odelzhausen – Seit mehr als 180 Jahren treffen sich die Odelzhauser im Gasthaus zur Sonne zum Essen, Trinken und Ratschen, seit sechs Generationen ist der Betrieb in Familienhand: Die bayerische Wirtschaft und die dazugehörige Metzgerei im Ortszentrum von Odelzhausen, gleich neben dem Maibaum, sind aus dem Dorfleben nicht wegzudenken.

Doch womöglich ist damit bald Schluss: Seit Monaten wird im Ort spekuliert, dass Wirt Xaver Willibald den Betrieb aufgeben möchte und die Gemeinde Interesse an einem Kauf des Grundstücks hat. Bei der Jahreshauptversammlung des CSU Ortsverbands wurde jetzt bekannt gegeben, dass die Gaststätte und die Metzgerei wohl Ende 2018 schließen werden. „Die Gemeinde will das Wirtshaus kaufen“, verkündete der zweite Bürgermeister Johann Heitmair bei dem Treffen. Einen Gemeinderatsbeschluss dazu gibt es jedoch noch nicht, auch ein Vertrag mit Willibald wurde noch nicht geschlossen.

Bürgermeister Markus Trinkl (parteilos) gibt sich zu dem Thema bedeckt. „Aktuell werden keine Verhandlungen geführt“, sagt er. „Aber für die Gemeinde ist es natürlich eine wichtige Entwicklung, was an dem Platz passiert.“ Immerhin hat Odelzhausen in den letzten Jahren die Ortsmitte saniert und neu gestaltet – und das Gasthaus und die Metzgerei liegen dort an zentraler Stelle. „Wir brauchen nicht viel Geld für die Ortsmittengestaltung ausgeben, damit dann dort etwas hin kommt, das die Ortsmitte verwaisen lässt“, so CSU-Gemeinderat Michael Kiemer. „Wichtig ist, dass man sich als Gemeinde rechtzeitig Gedanken darüber macht“, erklärt er. „Es ist aber noch nichts beschlossen, alles ist in den Anfängen.“ Ein Arbeitskreis aus dem Gemeinderat soll sich jetzt näher mit dem Thema beschäftigen.

Erste Ideen, was die Gemeinde bei einem Kauf mit dem Grundstück anfangen könnte, gibt es schon. Hierzu machte Vizebürgermeister Johann Heitmair bei der CSU-Versammlung einen Aufsehen erregenden Vorschlag: „Meine Vorstellung wäre, dass wir dort das bestehende Gebäude wegreißen und ein neues Gebäude bauen“, sagte er. Darin könnten dann im Erdgeschoss wieder ein Wirtshaus mit mindestens 120 Sitzplätzen sowie eine Metzgerei unterkommen. „Ein Wirtshaus gehört zu uns genauso wie die Kirche“, erklärte er. Das Obergeschoss könne von der Gemeinde selbst genutzt werden. „Über das Wirtshaus stelle ich mir ein Verwaltungsgebäude für die Gemeinde vor, möglichst groß, damit wir zukunftsfähig sind“, so Heitmair. Im derzeitigen Rathaus in der Schulstraße wiederum könnten elf bis zwölf Sozialwohnungen entstehen.

Auf eine Nachfrage in der CSU-Versammlung, wie denn das Parken vor einer neuen Verwaltung in der Ortsmitte geregelt werden könnte, schlug Heitmair den Bau eine Tiefgarage vor. Bürgermeister Markus Trinkl äußerte sich zu den Ideen nicht. „Zu dem Thema kann ich derzeit keine weiteren Aussagen geben“, sagte er auf Nachfrage.

Wirt Xaver Willibald möchte ebenfalls keine Stellungnahme zur Zukunft seines Gasthauses und der Metzgerei abgeben. Auch dass er bis Ende 2018 beides aufgeben wird, bestätigte er weder, noch dementierte er es. Derzeit wisse er selbst noch nicht, wie lange er den Betrieb weiterführen wird, erklärte er.

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