Zwei Rektorinnen im Klassenzimmer.
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Die Vorfreude auf den Start überwiegt: die Schulleiterinnen Anette Schalk (links, Realschule) und Cordula Weber in einem neuen Klassenzimmer. 

Im Odelzhauser Neubau starten nach der Grundschule jetzt auch Mittel- und Realschule

Ein Komplex für fast 1000 Schüler wird bezogen

  • Claudia Schuri
    vonClaudia Schuri
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Der kommende Dienstag wird ein besonderer erster Schultag für die Schüler der Grund- und Mittelschule sowie der Glonntal-Realschule in Odelzhausen.

Odelzhausen – Auch bei den Lehrern ist die Aufregung groß, und das nicht nur wegen der Unsicherheit, wie der Unterricht in Zeiten von Corona ablaufen wird. Denn dieses Schuljahr wird im neuen Schulzentrum das Gebäude des zweiten Bauabschnitts bezogen.   

In den 19 Klassenzimmern von Bauabschnitt eins wurden bereits vergangenes Schuljahr vorrangig Grundschüler unterrichtet. Jetzt ziehen auch alle Mittel- und Realschüler in den zweiten Bereich des Schulkomplexes um. Insgesamt lernen in dem Neubau künftig rund 640 Grund- und Mittelschüler und 340 Realschüler.

„Natürlich ist ein wenig Unbehagen dabei, ob alles klappt“, sagt Anette Schalk, Schulleiterin der Realschule. „Aber die Vorfreude auf das neue Gebäude ist sehr groß.“

Das Schulhaus ist sehr modern eingerichtet. Die grünen Tafeln mit Kreide, Lineal und Zirkel gehören der Vergangenheit an. Stattdessen gibt es ein digitales Tafelsystem, das die Lehrer zum einen ganz klassisch mit Stiften per Hand beschreiben können. Zum anderen können sie darauf aber zum Beispiel auch Videos abspielen, Fotos und Grafiken sowie über einen Beamer Dateien zeigen, die auf dem iPad gespeichert sind. Eine Tafel-Schreib-Software ermöglicht es, verschiedene Lineaturen zu nutzen und zum Beispiel mit einem digitalen Zirkel, Lineal oder Geodreieck zu arbeiten.

„Wir sind technisch sehr gut ausgestattet“, betont Cordula Weber, Schulleiterin der Grund- und Mittelschule. Die Lehrer erhalten iPads, auch für die Schüler gibt es zehn iPad-Koffer mit jeweils 16 Geräten. Ein Großteil der Schüler-Geräte bleibt an der Schule, manche können bei Bedarf verliehen werden. In jedem Klassenzimmer befinden sich außerdem zwei Recherche-PCs. Die Grund- und Mittelschule bekommt zudem 30 Laptops. Zusätzlich stehen fünf Computerräume zur Verfügung.

Der sogenannte Marktplatz bietet den Schülern viel Platz für freies Lernen. 

Auch für den Kunst- und Musikunterricht gibt es extra Räume. In einem der Musiksäle sind Bodendosen installiert, an denen 16 Keyboards angeschlossen werden können. „So können die Schüler gleich in der Praxis umsetzen, was sie lernen“, sagt Schalk. Auch die naturwissenschaftlichen Fachräume im zweiten Stock sind dafür ausgelegt, dass die Schüler selbst experimentieren. An jedem Platz gibt es säurefeste Tabletts und Gas-, Wasser- und Stromanschlüsse können heruntergefahren werden.

Neben den Fachräumen, die die beiden Schulen zum Teil gemeinsam nutzen, gibt es im Schulzentrum insgesamt 46 Klassenzimmer, 32 für die Grund- und Mittelschule und 14 für die Realschule. In dem Gebäudeteil, der jetzt in Betrieb geht, befinden sich im ersten Stock vor allem die Klassenzimmer der Mittelschule und im zweiten Stock die der Realschule. Bei der Mittelschule teilen sich immer zwei Klassenzimmer einen Gruppenraum, und auch die Realschule hat mehrere Gruppenzimmer.

Zum „Odelzhauser Lernraumkonzept“ zählt, dass die breiten Gänge in den Unterricht miteinbezogen werden können. Außerdem gibt es eine weitere große freie Fläche, den sogenannten „Marktplatz“. „Er bietet Raum für freie Unterrichtsformen“, erklärt Cordula Weber. Sehr großzügig gehalten ist auch die Aula mit Sitzstufen, die sich vom Untergeschoss bis ins Erdgeschoss erstreckt.

Die gesamte Schule ist sehr hell

Die gesamte Schule ist sehr hell gestaltet. Farbliche Akzente beschränken sich meist auf das Grau des Betons und das helle Weißtannen-Holz, das immer wieder verbaut wurde. „Die Schüler können sich durch die schlichte Farbgestaltung besser konzentrieren“, erklärt Elke Fechter, Konrektorin der Grund- und Mittelschule.

Die Beleuchtung funktioniert über Bewegungsmelder. In den meisten Räumen gibt es eine Tageslichtsteuerung, sodass sich die Lampen automatisch der aktuellen Lichtsituation anpassen. Geheizt wird über eine Fußbodenheizung. Bei der Lüftung sorgen CO2-Fühler dafür, dass in allen Zimmern ein optimales Raumklima herrscht. Dank eines Akustik-Konzeptes soll auch die Lautstärke möglichst angenehm sein. Das Gebäude ist barrierefrei, es gibt zwei Aufzüge und Informationen in Brailleschrift für Menschen mit Sehschwierigkeiten.

Die Baukosten betrugen für den ersten Bauabschnitt rund 23 Millionen Euro und für den zweiten Bauabschnitt rund 30 Millionen Euro.

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