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Sie wollen ein Gymnasium: die Bürgermeister Marcel Fath und Markus Trinkl.

Markus Trinkl und Marcel Fath kritisieren Landrat 

Neues Gymnasium im Landkreis: Zwei Bürgermeister fühlen sich übergangen

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Die Bürgermeister Markus Trinkl und Marcel Fath möchten, dass das fünfte Landkreisgymnasium in ihren Gemeinden Odelzhausen oder Petershausen gebaut wird - und nicht in Röhrmoos oder Hebertshausen. 

Odelzhausen/Petershausen – Kultusminister Bernd Sibler wird Anfang kommender Woche Post bekommen. In einem offenen Brief versuchen die Bürgermeister von Odelzhausen und Petershausen, Markus Trinkl (parteifrei) und Marcel Fath (Freie Wähler), den Minister auf ihre Seite zu ziehen und das im Landkreis Dachau angedachte fünfte Gymnasium nicht, wie im Schulausschuss angesprochen, in Röhrmoos oder Hebertshausen, sondern in einer ihrer Gemeinden zu bauen.

Wie berichtet drängte Landrat Stefan Löwl in der Schulausschusssitzung Ende September darauf, nach den bestehenden Gymnasien in Dachau (ITG und JEG) sowie in Indersdorf und dem beschlossenen in Karlsfeld (Fertigstellung 2024 geplant) eine fünfte Einrichtung im Landkreis zu bauen. Löwl verwies darauf, dass im Jahr 2025 der erste Jahrgang des G 9 in die 13. Klasse kommt und dass dann nicht genügend Klassenzimmer zur Verfügung stünden. Reagiere man nicht jetzt sofort darauf, „laufen wir 2025 über“, so der Landrat in der Sitzung. In dieser hatte ein vom Landratsamt beauftragter Statistiker konstatiert, dass ausschließlich Röhrmoos und Hebertshausen die erforderlichen Schülerzahlen für ein fünftes Gymnasium aufweisen würden. Darüber hinaus komme vielleicht noch Bergkirchen in Frage.

Diese Expertise zerreißen Trinkl und Fath, die ihre Gemeinden übergangen sehen, in der Luft. Die Behauptung des Statistikers, er habe sich bei seinen Erhebungen zu den Schülerzahlen nicht mit dem Planungsverband äußerer Wirtschaftsraum München absprechen können, sei falsch, so die Bürgermeister in einem Pressegespräch. „Die Zahlen für die einzelnen Landkreisgemeinden sind beim Planungsverband jederzeit online abrufbar“, so Fath. Trinkl greift explizit die Zahlen (Stand Juni 2018) für das Bevölkerungswachstum der Gemeinden heraus. „Hier stehen die Gemeinden Odelzhausen, Pfaffenhofen an der Glonn und Sulzemoos an erster, zweiter und fünfter Stelle“, so Trinkl. Kollege Fath fügt hinzu, dass auch Petershausen seit 2013 „in einem unglaublichen Ausmaß wächst“.

Ein Überblick über die Gymnasienlandschaft im Landkreis.

In ihrem Brief an den Kultusminister stellen die Bürgermeister zudem fest, dass es derzeit ein „sehr zentrales Gymnasialsystem“ im Landkreis gebe. Entstehe das fünfte Gymnasium in Röhrmoos, Hebertshausen oder Bergkirchen, dann komme erneut eine Schule in die Nähe von Dachau. Dies sei eine vertane Möglichkeit für das Erreichen von Chancengleichheit für die Schüler aus den Bereichen Odelzhausen und Petershausen.

„Die Odelzhauser Schüler müssen extrem lange Fahrzeiten von einer Stunde und mehr nach Indersdorf in Kauf nehmen. Auch nach Dachau sind eine Stunde keine Seltenheit“, meint Trinkl. Die Folge: unterdurchschnittliche Übertrittsquoten. „Mein Sohn, der momentan in die vierte Klasse geht, hat mir gesagt, dass er nicht aufs Gymnasium will, weil er so weit mit den Bus fahren muss“, spricht Trinkl aus eigener Erfahrung.

Weiter sind Trinkl und sein Petershauser Kollege Fath befremdet über die Geschwindigkeit, mit der Landrat Stefan Löwl und das Landratsamt voranpreschen. Trinkl spricht von einer „Hau-Ruck-Entscheidung“, die er „nicht nachvollziehen“ könne. Stattdessen sei hier eine „tiefere Prüfung“ notwendig, zu der weitere Daten und Fakten herangezogen werden müssten.

Das sieht auch Martin Güll so. Der Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Jugend und Sport gibt zu bedenken, dass man ein Gymnasium „für 30 Jahre oder mehr baut“. Daher bedürfe es einer „Gesamtkonzeption“. Für den SPD-Abgeordneten „liegt es nahe“, ein fünftes Gymnasium im westlichen Bereich entstehen zu lassen, wegen der „deutlich besseren Zukunftschancen“ dort. Wo genau, ob in Odelzhausen oder Bergkirchen sei zweitrangig.

Landrat Löwl verteidigt das Gutachten: „Die genutzten Zahlen entstammen dem – auch vom Ministerium bei seiner Entscheidung primär herangezogenen – Statistischen Landesamt sowie eigenen Anpassungen aufgrund den detaillierten Untersuchungen zum Karlsfelder Gymnasium 2015.“ Im Landratsamt sei bekannt, dass die Entwicklung im Landkreis seit Jahren schneller voranschreite, als die Statistiker dies projizieren, so Löwl. Dies gelte allerdings für den ganzen Landkreis und sei berücksichtigt worden. „Viel entscheidender ist“, so der Landrat weiter, „welche Schülerpotenziale je nach Standort zu erwarten sind. Da hinken Odelzhausen und Petershausen weit hinterher.“

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