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Bis die Glasfaserkabel in den Gemeinden Odelzhausen und Pfaffenhofen vollständig verlegt sind, dauert es noch. Bis dahin müssen einige Bürger auf schnelles Internet verzichten.

Breitbandausbau verzögert sich

Langes Warten auf schnelles Surfen

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Die einen surfen schon mit Höchstgeschwindigkeit, die anderen warten noch auf das schnelle Internet in den Gemeinden Odelzhausen und Pfaffenhofen. Doch der AltoNetz-Geschäftsführer Leonhard Asam fühlt sich nicht schuldig.

Odelzhausen/Pfaffenhofen – Der Breitbandausbau in den Gemeinden Odelzhausen und Pfaffenhofen geht schleppend voran. „Ich bin schon ein bisschen enttäuscht“, sagte Bürgermeister Markus Trinkl bei der Odelzhauser Bürgerversammlung. „Wir sind in deutlichem Verzug.“ Während einige Bürger schon mit Höchstgeschwindigkeit im Netz surfen, wie zum Beispiel im Odelzhauser Gewerbegebiet, Lukka und Ebertshausen sieht es in anderen Ausbaugebieten nicht so gut aus.

Große Verzögerungen: Miegersbach und Hadersried müssten schon angeschlossen sein

Dort sind die Glasfaseranschlüsse noch nicht verlegt. Eigentlich hätten zum Beispiel Miegersbach und Hadersried schon am Netz sein sollen – doch jetzt seien noch nicht einmal die Leitungen fertig, so Trinkl. Bei der Firma AltoNetz, die den Ausbau durchführt, gibt man sich dazu bedeckt: Verzögerungen in der Gemeinde Odelzhausen seien „nicht der Rede wert“, so AltoNetz-Geschäftsführer Leonhard Asam auf Nachfrage: „Unsere Bauzeiten werden wir in der Gemeinde Odelzhausen so gut es geht einhalten.“

Asam: „Es ist ein wahnsinns bürokratischer Aufwand.“

Doch es gebe Faktoren wie Krankheiten oder bürokratische Hürden, die die Firma nicht beeinflussen könne. „Es sind viele behördlichen Vorarbeiten nötig, die uns zeitlich etwas nach hinten versetzt haben“, sagt er. „Es ist ein wahnsinns bürokratischer Aufwand.“ Außerdem sei es generell schwierig, Firmen für den Tiefbau zu finden. „Tiefbaufirmen sind zur Zeit generell eine Rarität, weil der Breitbandausbau so boomt“, sagt Asam.

Auf der Bürgerversammlung in Egenburg verwies auch Christian Schweiger von AltoNetz auf diese Probleme. Bereits im vergangenen Oktober schrieb Bürgermeister Helmut Zech in der Bürgerinformation, dass der Breitbandausbau „hoffnungslos im Verzug“ sei und ihm „große Sorgen“ bereite. Denn wegen der Leistungstrassen und Einbauarbeiten bestehe großer Abstimmungsbedarf. Bis Ende März kommenden Jahres könne der Netzausbau nicht umgesetzt werden.

Außerdem sagt Schweiger von AltoNetz, dass es Lieferengpässe bei der Glasfaserkabel-Technik gegeben hätte und dass viele Kabelbauunternehmen überlastet seien.

Wann bekommen die anderen Orte schnelles Internet?

Zudem könne die sogenannte Microtrenching-Technik, ein spezielles Verlegeverfahren der Glasfaserkabel, nicht überall eingesetzt werden: Denn der Zustand vieler Straßen sei nicht geeignet für die Technik. Jetzt soll der Glasfaserausbau in Unterumbach im März 2018, in Oberumbach, Miesbach, Stockach, Weitenried, Kaltenbach im Juli 2018, in Bayerzell im August 2018, in Ebersried im Dezember 2018, in Egenburg im März 2019 sowie in Wagenhofen nach dem Kanalbau fertig werden. „Die Ausbautermine können eingehalten werden“, versprach Christian Schweiger.

Auch die Bürger aus den Orten Miegersbach, Hadersried, Taxa und Essenbach hoffen, dass sie im kommenden Sommer schneller surfen können. „Ich habe die große Hoffnung, dass es nächstes Jahr bis zum Juli, August, September klappt“, sagt Bürgermeister Markus Trinkl: „Alles andere wäre unakzeptabel.“ Neben der zeitlichen Verzögerung bereitet ihm auch der Zustand einiger Straßen nach dem Ausbau sorgen. „Die Bankette bei Dietenhausen darf man nicht mehr als Bankette bezeichnen“, sagt er. „Es ist eine Katastrophe.“ 

Auch das müsse wieder in Ordnung gebracht werden. Vielleicht habe die Gemeinde manche Dinge unterschätzt, so der Bürgermeister. „Es ist eben doch eine der größten Infrastrukturmaßnahmen seit dem Kanalbau.“

An dessen Ende soll fast die ganze Gemeinde Odelzhausen mit der schnellsten Internettechnologie ausgestattet sein, die es derzeit gibt. Nur die Orte Roßbach, Sittenbach und Sixtnitgern bekommen keinen Glasfaseranschluss, da das Internet dort sowieso schon etwas schneller ist. Ein Ausbau wäre zur Zeit nicht förderfähig. Hier gilt noch eine Sperrfrist von etwa drei Jahren.

In Odelzhausen dagegen sollen bald weitere Haushalte angeschlossen werden. Wie Trinkl bei der Bürgerversammlung mitteilte, ist das Vergabeverfahren für den zweiten Ausbauteil abgeschlossen. Dort bekam die Deutsche Telekom den Zuschlag, verkündete er erstmals bei der Versammlung.

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