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Vier der Helfer beim BRK in Odelzhausen vor der neuen Rettungswache: Sonja Ableitner, Kristina Seitz, Teamchef Daniel Ernst und Eberhard Evaenz (v.l.). Wertschätzung in Odelzhausen hoch

Neue BRK-Rettungswache in Odelzhausen

„Wir haben alles, was wir brauchen“

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Technisch auf dem neuesten Stand, und dazu viel mehr Platz als früher – über die neue Rettungswache sind die Mitarbeiter des Bayerischen Roten Kreuzes in Odelzhausen sehr glücklich.

Odelzhausen – Ein bisschen Deko fehlt noch, letzte Handwerkerarbeiten stehen aus: Ein paar Kleinigkeiten müssen noch gemacht werden in der neuen Rettungswache des Odelzhauser Roten Kreuzes. Ansonsten haben sich die Retter dort aber inzwischen gut eingelebt – und sind froh, endlich ein neues Domizil zu haben.

„Die Wache ist wirklich sehr schön geworden und super groß“, erzählt Kristina Seitz, die sich derzeit noch ehrenamtlich im Rettungsdienst engagiert und bald dort eine Ausbildung beginnen möchte. Was sie als Frau besonderes freut: In der neuen Wache gibt es für die Damen eine eigene Umkleide, Duschen, Toiletten. Einen eigenen Rückzugsort, der in der alten Wache im Feuerwehrhaus fehlte. Für geschlechtergetrennte Räume war dort kein Platz, das BRK hatte nur in etwa 50 bis 60 Quadratmeter zur Verfügung.

Im neuen Reich sind es knapp 200 Quadratmeter. Neben Schlafräumen, Umkleiden und Büros gibt es auch einen großen Aufenthaltsraum mit Küche. Im zweiten Stock sind Bereitschaftsräume für die Odelzhauser BRK-Ortsgruppe, in denen zum Beispiel Erste-Hilfe-Kurse oder Jugendaktionen durchgeführt werden können.

Auch die Garage für die Fahrzeuge ist jetzt auf dem neuesten Stand. „Früher mussten wir nach dem Transport von Patienten mit Infektionskrankheiten zur Reinigung die Rettungswache Gröbenried anfahren“, erklärt der Odelzhauser Wachleiter Daniel Ernst. „Jetzt können wir das alles hier abwickeln.“

In Odelzhausen steht immer ein Rettungswagen bereit, montags bis freitags von elf bis 20 Uhr zusätzlich ein Krankenwagen. „Damit ist der Standort Odelzhausen gut abgesichert“, sagt Ernst. Rund um die Uhr sind mindestens zwei Rettungskräfte vor Ort. Das Einsatzgebiet umfasst den Bereich rund um Odelzhausen, die Retter fahren aber bei Bedarf beispielsweise auch Richtung Indersdorf, Dachau, Oberschweinbach oder Dasing.

Pro Tag müssen sie im Durchschnitt drei bis vier Mal ausrücken, vom Schlaganfall über einen Autounfall oder eine anstehende Geburt ist alles dabei. „Natürlich kann es auch mal mehr oder weniger sein“, berichtet Ernst. Doch es zeichnet sich ein eindeutiger Trend ab, so Ernst: „Das Einsatzaufkommen nimmt stetig zu.“ Auch auf dem Land gibt es einen starken Zuzug und die Bevölkerung wird immer älter.

Hinzu kommt, dass die Retter oft länger unterwegs sind, bevor sie die Patienten bei einer Klinik abliefern können. „Weil die Kliniken oft ausgelastet sind, haben sich die Fahrstrecken zu den Kliniken erweitert“, sagt Ernst.  

Insgesamt arbeiten in der Odelzhausener Wache derzeit elf hauptamtliche Retter, ein Bundesfreiwilligendienstler und ein Auszubildender zum Notfallsanitäter. Außerdem rücken bei vielen Einsätzen auch Ehrenamtliche aus der Ortsgruppe mit aus.

„Wir sind eine tolle Truppe, man ist füreinander da, man unterhält sich, man trifft sich privat, da bin ich schon stolz darauf“, erzählt Teamchef Daniel Ernst. Nur eines findet er bei der Arbeit im Rettungsdienst ein bisschen schade: „Je nach Einsatz werden die Rettungskräfte auch mal ganz schön angegangen, da wünscht man sich dann schon manchmal etwas mehr Respekt“, so Ernst. Leute, die bei Unfällen gaffen, Videos drehen oder die Helfer blockieren, so etwas ärgert ihn.  

Auf der anderen Seite hat er in Odelzhausen aber oft auch schon positive Erfahrungen gemacht. „Hier bei uns ist die Wertschätzung schon relativ groß, das zeigen uns die Leute auch immer wieder“, sagt er. Manche Patienten schauen nach einen Notfall noch einmal vorbei, um sich für die Hilfe zu bedanken, manche Bürger lassen die Rettungskräfte im Supermarkt an der Kasse vor, wenn sie gerade Schicht haben. Viele sind auch neugierig, wie die Arbeit im Rettungsdienst genau abläuft.

Ihnen zeigen die Rettungskräfte gerne ihren neuen Standort: „Jeder kann gerne vorbeikommen und sich die Wache einmal anschauen“, betont Daniel Ernst. Er ist zufrieden: „Wir haben dort alles, was wir brauchen.“

cla

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