Ein Grüngebiet mit Wiesen und Bäumen
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Eine Gewerbegebietserweiterung soll am Ortseingang von Odelzhausen soll östlich der Autobahn entstehen.   

Gemeinderat billigt Entwurf des Bebauungsplans

Mehr Platz für Gewerbe in Odelzhausen

Auf einem 16792 Quadratmeter großen Areal östlich der Autobahn sollen neue Gewerbeflächen entstehen. Der Gemeinderat hat den Entwurf des Bebauungsplans gebilligt.

Odelzhausen – In Odelzhausen entsteht mehr Platz für Gewerbe. Welches Unternehmen sich auf dem Gelände am Ortseingang von Odelzhausen, das früher die Baumschule Winkler genutzt hatte, ansiedeln wird, steht noch nicht sicher fest.

Eine Möglichkeit wäre, dass dort eine weitere Tankstelle oder Stellplätze für Lastwagen hinkommen. Das wollte Gemeinderätin Elisabeth Kappes (BGO) verhindern. Sie beantragte, in den Bebauungsplan aufzunehmen, dass Tankstellen nur für die eigene Betriebsnutzung zugelassen sein sollen. Denn Odelzhausen habe bereits ausreichend Tankstellen. Und: „Tankstellen mit Lkw-Parkplätzen ziehen automatisch Lastwagen an“, erklärte sie. „Man muss sich fragen, ob das im Sinne der Bevölkerung ist. Wenn der Parkplatz voll ist, werden die Lastwagen ins Gewerbegebiet fahren.“

Bereits jetzt sind die vielen parkenden Lkw im bestehenden Gewerbegebiet ein großes Ärgernis. „Die Situation im Gewerbegebiet kann sich gar nicht verschlechtern“, argumentierte deshalb Bürgermeister Markus Trinkl. Die Fläche gleich neben der Autobahn sei ein „absolut geeigneter Standort für eine Tankstelle.“ Das Gewerbegebiet könne dadurch sogar entlastet werden. Ähnlich sah es Robert Arzberger (CSU): „Das Gewerbegebiet ist voll“, sagte er. „Es könnte eine Chance sein, dass man die Lkw von dort rausbringt.“ Letztlich lehnte das Gremium Kappes Antrag mehrheitlich ab.

Weitere Vorgaben von den Gemeinderäten

Die Gemeinderäte legten außerdem einige weitere Vorgaben fest: Demnach dürfen nur zehn Prozent der überbaubaren Grundstücksfläche als Lagerflächen genutzt werden. Wohnungen sind aus Lärmschutzgründen nicht zulässig und bei Gebäuden, die mehr als 45 Meter lang sind, ist ein Versatz der Außenwände Pflicht. Dadurch soll die Fassade aufgelockert werden.

Entlang der Staatsstraße in Richtung Wiedenzhausen sind außerdem keine Maschendrahtzäune erlaubt. „Das ist optisch nicht so schön“, erklärte Trinkl. Auch Stützmauern darf es hier nicht geben. Bei den nördlichen, westlichen und südlichen Grundstücksgrenzen sind diese aber gestattet. Zulässig sind zudem auch außerhalb der Baugrenze freistehende Werbeanlagen mit einer maximalen Höhe von 25 Quadratmetern.

Gegenstimmen vom Bund Naturschutz

Gegen den Bebauungsplan stimmte Roderich Zauscher (BGO), der nicht nur Gemeinderat, sondern auch Vorsitzender der Kreisgruppe des Bund Naturschutz ist. Diese hatte bereits Anfang 2020 ein Kurzgutachten vorgelegt, wonach es auf der Fläche mehrere seltene Tier- und Pflanzenarten gab. Für den Bebauungsplan wurde eine artenschutzrechtliche Prüfung erstellt.

Der Experte schätzt, dass auf dem gesamten Untersuchungsgebiet rund 50 Zauneidechsen leben, zirka 40 davon im Planungsgebiet. Er sprach sich dagegen aus, alle Eidechsen außerhalb des Planungsgebietes umzusiedeln. Denn es bestünde die Gefahr, dass die Tiere bei der Umsiedlung getötet oder verletzt werden oder sich im neuen Habitat nicht einleben. Genehmigungsfähig seien deshalb nur zwei Varianten: Zum einen könne die Kompensation innerhalb des Planungsgebiets erfolgen. Hier blieben dann noch 8179 Quadratmeter bebaubare Fläche. Zum anderen könne ein kleiner Teil der Eidechsen auf eine externe Ausgleichsfläche abgesiedelt werden. Die restliche Kompensation müsse auch hier im Planungsgebiet sein. Die bebaubare Fläche wäre dann 9072 Quadratmeter groß.

Die artenschutzrechtlichen Maßnahmen werden im Bebauungsplan jedoch erst noch festgesetzt. Zunächst beschloss der Gemeinderat gegen die Stimme Zauschers, dass das Planungsbüro das Verfahren fortsetzen soll.

Claudia Schuri

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