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Mit 86 Jahren gestorben: Siegfried Freisinger. 

Siegfried Freisinger aus Sixtnitgern ist gestorben

Die Gemeinde verliert „ein Unikat“

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Siegfried Freisinger aus der Gemeinde Odelzhausen ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Er war ein Mann mit vielen Facetten.

Sixtnitgern – „Mein Vater war ein Unikat“, sagt Waltraud Behner-Freisinger über ihren Vater Siegfried Freisinger. Der war nicht nur immer für seine große Familie da, sondern hat auch über Jahrzehnte das politische, kulturelle, sportliche und kirchliche Leben in der Gemeinde Odelzhausen geprägt wie kaum ein anderer. Jetzt ist er im Alter von 86 Jahren gestorben.

Freisinger kam als junger Mann von Mering nach Sittenbach und übernahm die Lehrerstelle an der örtlichen Schule. Lange unterrichtete er nicht, schon wenige Jahre später wechselte er zu einem Moosacher Unternehmen, um dort als Zahnradtechniker zu arbeiten. Sittenbach hielt er aber dennoch die Treue – dort fand er mit seiner Frau Theresia die große Liebe. Die beiden heirateten und bauten 1972 im Nachbarort Sixtnitgern ein eigenes Haus. Fünf Kinder, Sohn Georg und die Töchter Waltraud, Ingrid, Doris und Martina, zogen die beiden miteinander groß. Es war immer viel los im Hause Freisinger – doch für die Kinder war immer Zeit. „Wir haben mit allen Problemen zu ihm kommen können. Er hat uns gefordert und gefördert“, erzählt seine Tochter Waltraud Behner-Freisinger. „Und er hat alles versucht, damit es uns gut geht.“ Ihren ersten Wintermantel, so erinnert sie sich, habe ihr Vater zum Beispiel liebevoll von Hand genäht.

Jedes Jahr bekamen die Kinder zu Weihnachten selbst geschnitzte Figuren geschenkt. „Mein Vater liebte Holz und war künstlerisch sehr begabt“, sagt Behner-Freisinger. Auch von der Geiselwieskirche hat Siegfried Freisinger ein Miniaturmodell gebastelt. Hinzu kamen viele weitere Hobbys. Bald nachdem er nach Sittenbach gekommen war, trat Freisinger im Jahr 1957 dem Sportverein Odelzhausen bei. 1967 wurde er dessen Vorsitzender. Freisinger war gerne in Bewegung. Er pfiff Fußballspiele, war Schiedsrichter-Obmann und fuhr außerdem gerne Fahrrad.

Eine andere Leidenschaft von ihm war die Musik. „Bis zu seinem Tod hat er an der Heimorgel gespielt“, erzählt seine Tochter. Früher spielte Siegfried Freisinger außerdem Geige und Trompete, in jungen Jahren war er bei der Kissinger Blaskapelle aktiv. 1988 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Sittenbacher Blaskapelle. Über 20 Jahre setzte er sich als Vorsitzender für den Aufbau des Vereins ein. Als Dank dafür wurde er später zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Auch im Kirchenchor sang Freisinger bis zu seinem Tod mit.

Seit 1957 engagierte er sich in der Kirche zudem als Lektor, ab 1975 war er Wortgottesdienstleiter. „Es gab kaum etwas, das meinen Vater nicht interessiert hat“, sagt seine Tochter. Die Radieserl in seinem Garten zu pflegen habe ihm genauso viel Spaß gemacht wie Watt- oder Schafkopfturniere zu leiten, oder sich selbst Stenografie beizubringen. Ab 1977 engagierte er sich außerdem 24 Jahre lang für die Freien Wähler im Gemeinderat. „Mein Vater war immer korrekt und kommunikativ“, sagt Waltraud Behner-Freisinger. „Nur daheim rumzusitzen wäre gar nichts für ihn gewesen.“

Ein schwerer Schicksalsschlag war es für Siegfried Freisinger, als sein Sohn Georg vor 15 Jahren während eines Urlaubs in Ghana völlig unerwartet an Herzversagen starb. „Das war eine sehr schwierige Phase für meine Eltern“, erzählt Waltraud Behner-Freisinger. Doch die Familie hat zusammengehalten und gemeinsam die schlimme Zeit überstanden. Vor kurzem erlitt Siegfried Freisinger einen Bandscheibenvorfall. Nach der Operation kam er in die Reha, wo er zwei Tage vor seiner Entlassung eingeschlafen ist. Er hinterlässt neben seiner Frau und seinen Kindern mit Johann, Neoma, Samina, Tarissa, Tamira, Sophia und Roman auch sieben Enkelkinder. Die Beerdigung findet heute, Freitag, um 10 Uhr in Sittenbach statt.   Claudia Schuri

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