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„Es scheppert brutal“: Verkehrliche Anliegen aus Bürgerversammlungen im Odelzhauser Gemeinderat behandelt

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Von: Claudia Schuri

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Seit 2014 Rathauschef in Odelzhausen: Bürgermeister Markus Trinkl.
Bürgermeister Markus Trinkl und sein Gemeinderat mussten in ihrer jüngsten Sitzung die Wünsche der Bürger aus den vorangegangenen Bürgerversammlungen besprechen. © cla

Die Wünsche der Bürger waren jetzt Thema in der Sitzung des Odelzhauser Gemeinderats. Mehrere Anregungen gab es in den Bürgerversammlungen in Ebertshausen, Sixtintgern und Odelzhausen zum Thema Verkehr.

Verkehrsinsel bei Lukka

In Ebertshausen hatten Michael Zacherl und Juliane Fieber beantragt, am Ortseingang von Lukka aus kommend eine Verkehrsinsel zu errichten. Die beiden berichteten, dass dort regelmäßig mit sehr hoher Geschwindigkeit gefahren werde. „Es scheppert brutal“, machte Zacherl deutlich. „Man meint bei mir im Haus schon fast, es ist ein Erdbeben.“

Besonders belastend seien die vielen Lastwagen, die oft mit viel Krach vorbeirasen würden. Auch nachts sei es sehr laut. „Ich bin jede Nacht um 3 Uhr wach“, berichtete Juliane Fieber. „Es ist anscheinend ein ungeschriebenes Gesetz, dass man in Ebertshausen durchschießen kann.“ Sie regte außerdem an, am Ortsausgang in Richtung Lukka ein Tempomessgerät aufzustellen.

Thomas Riedmair beantragte zudem ein Tempomessgerät am Ortseingang von Ebertshausen in Richtung Wenigmünchen.

Die Verkehrsinsel sei ein „interessanter Vorschlag“, erklärte Bürgermeister Markus Trinkl. „Aber wir können es nicht umsetzen, weil es eine Kreisstraße ist.“ Der Gemeinderat beschloss deshalb, das Anliegen an das Landratsamt Dachau weiterzuleiten.

Für den Wunsch nach Tempomessgeräten hatten die Räte Verständnis. Sie entschieden, dass die Verwaltung regelmäßig überprüfen soll, welche bestehenden Geräte umgesetzt werden können, damit es an allen Brennpunkten einmal Messungen gibt.   

Linksabbiegespur

In der Versammlung in Sittenbach hatte sich Josef Mayr erkundigt, wann an der Kreuzung Hauptstraße/Schlossstraße in Odelzhausen eine Linksabbiegespur gebaut werde. Das hatte auch ein Verkehrsgutachten empfohlen. Da es jedoch eine Baumaßnahme des Landkreises und des Freistaats ist, hat die Gemeinde wenig Einfluss. Die Verwaltung wird aber um einen aktuellen Sachstand bitten.

Fußweg abgelehnt

Abgelehnt hat der Gemeinderat den Vorschlag von Michael Teuber. Schon seit mehreren Jahren setzt er sich für eine Fußwegverbindung in Odelzhausen von der Steinfeld-/Sternstraße zur Hauptstraße ein. „Es gibt keine neuen Tatsachen seit der letzten Beschlussfassung“, erklärte Trinkl dazu. Das Vorhaben sei rechtlich nicht umsetzbar.

Rad- auf Gehweg

Hans Brunschweiger hatte angeregt, an der Lukkaer Straße ab der Firma Gentherm in Richtung Ortsmitte bis zur Robert-Bosch-Straße auf dem breiten Gehweg einen Radweg auszuweisen. Der Gemeinderat stimmte zu, dass auf dem Weg künftig auch Radler fahren dürfen.

Umbau Bushaltestelle

Ein weiterer Antrag von Brunschweiger war ein Umbau der Bushaltestelle Rudolf-Diesel-Straße/Brücke. Der Bus solle nicht mehr auf der Staatsstraße halten müssen, außerdem brauche es Fahrradständer und ein Haltestellenhäuschen, forderte er. „Wenn der Bus dort steht, staut es sich bis in den Kreisverkehr“, bestätigte Gemeinderätin Angelika Aigner (BGO).

Wie Markus Trinkl berichtete, plant das staatliche Straßenbauamt den Umbau der Haltestelle im Laufe des Jahres. Die Räte beschlossen, beim Bauamt noch einmal auf das Thema hinzuweisen.

Thema Expressbus

Brunschweiger beantragte außerdem, dass der Express-Bus X 732 nach Pasing abends bis Mitternacht fährt. Ein Wunsch, der derzeit häufig in der Gemeinde nachgefragt wird. „Das kann man nur unterstützen“, sagte Bürgermeister Trinkl. „Wir sollten beantragen, dass das ursprüngliche Konzept wieder eingeführt wird“, ergänzte Roderich Zauscher (BGO). Denn ursprünglich waren längere Fahrtzeiten vorgesehen. Einstimmig schloss sich der Gemeinderat der Forderung an.

Mehrheitlich stimmten die Räte zudem dafür, zu beantragen, dass der Bus in Bergkirchen/Gada hält. Damit gäbe es einen Anschluss an die neue X 800-Linie zur Fahrt nach Fürstenfeldbruck oder Dachau. Es könnte jedoch sein, dass sich die Fahrtzeit dadurch um rund fünf Minuten verlängert. Das wiederum kritisierte Zauscher. Er hätte einen Halt außerhalb des Gada-Gewerbegebiets bevorzugt.

Ein Nein gab es für den Vorschlag von Martin Schneider aus Ebertshausen, den Expressbus ein oder zweimal täglich über Ebertshausen fahren zu lassen. „Die Attraktivität der Linie machen die Geschwindigkeit und die immer gleiche Strecke aus“, gab Roderich Zauscher zu bedenken. Auch Bürgermeister Trinkl sah die Idee deshalb kritisch: „Der Bus ist eine Linie am direkten Weg der Autobahn. Das ist faktisch nicht umsetzbar.“ Zudem gebe es auch in Ebertshausen viele Fahrtmöglichkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Einstimmig lehnte der Gemeinderat den Vorschlag ab.

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