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„Dann gehen wir vor Gericht“: Dr. Roderich Zauscher. 

Argumente gegen Bauvorhaben auf ehemaligem Baumschulenareal in Odelzhausen

Bund Naturschutz kämpft gegen neue Tankstelle

Der Bund Naturschutz kämpft gegen eine Tankstelle auf dem ehemaligen Baumschulareal in Odelzhausen - und damit gegen eine Erweiterung des Gewerbegebiets.

VON SIMONE WESTER

Odelzhausen – Auf dem Gelände der ehemaligen Baumschule Winkler in Odelzhausen, östlich der A8 und südlich der Abfahrt Odelzhausen, soll – wenn es nach dem Willen der Gemeinde Odelzhausen geht – eine Tankstelle gebaut werden. Damit würde zugleich das jetzige Gewerbegebiet erweitert werden. Der Bund Naturschutz will das jedoch unter allen Umständen verhindern.

Dr. Roderich Zauscher, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Dachau und Gemeinderatsmitglied in Odelzhausen, hält es für „falsch“, das Gewerbegebiet in diesem Bereich zu erweitern: „Ich befürchte, dass dann eine Tankstelle und ein Autohof kommen, die Tag und Nacht beleuchtet sein werden.“ Beide Kreisverkehre würden jetzt schon zu den Hauptverkehrszeiten zusammenbrechen. Um die Tankstelle zu verhindern, hat er ein artenschutzrechtliches Gutachten angeregt, das belegen soll, dass eine „große artenschutzrechtliche Prüfung erforderlich ist“.

So beauftragte die BN-Kreisgruppe das Büro PLAN in Boos, das auch fündig wurde. Da die Fläche ja nun seit einigen Jahren brach liegt, hat sich dort laut Gutachten für Flora und Fauna eine „strukturreiche Fläche“ entwickelt. „Besonders aus faunistischer Sicht biete die Fläche ein hohes Habitatpotenzial“, meinen die Fachleute. Entdeckt wurden beispielsweise neben der bedrohten Haselmaus auch die europarechtlich streng geschützte Zauneidechse. Allein für diese müssten laut Roderich Zauscher „Ersatzbiotope“ zur Umsiedlung geschaffen werden.

Obwohl die drei Begehungstermine außerhalb der Hauptuntersuchungszeit der Vögel lagen, konnten unter anderem die Goldammer und Gartengrasmücke nachgewiesen werden. Laut Gutachten ist sogar mit „weiteren potenziell brütenden Arten zu rechnen“, wie mit dem streng geschützten Neuntöter oder der Dorngrasmücke.

Im Bereich der Fauna wurden sogar zwei Pflanzen der sogenannten „Roten Liste Bayern“ entdeckt.

Zauscher hofft, dass „die Gemeinde jetzt zur Vernunft kommt“. Im Falle, dass Odelzhausen die Erweiterung des Gewerbegebietes an besagter Stelle weiterverfolgt, „gehen wir sofort vor Gericht“, kündigt Zauscher an. Der Bebauungsplan für diese Fläche stehe zwar noch gar nicht, aber das will der Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz „gar nicht abwarten, weil wir befürchtet haben, dass die Rodung vorher stattfindet“, erklärt Zauscher den Vorstoß mit dem Gutachten.

Juristisch sei es jetzt eindeutig, dass Artenschutz betrieben werden müsse. „Wenn das nicht gestoppt wird, gehen wir sofort vor Gericht“, kündigt er an.

„Sehr irritiert“ über dieses „Kurzgutachten“ zeigte sich der Odelzhauser Bürgermeister Markus Trinkl. Er verstehe nicht, warum der Bund Naturschutz dafür das Geld in die Hand nehme. Eventuell „aus wahlkampftaktischen Gründen“, mutmaßte das Gemeindeoberhaupt.

Es gebe ja noch nicht einmal ein Bebauungsplansverfahren, so Trinkl. In diesem Fall wäre rein rechtlich sowieso ein „artenschutzrechtliches Fachgutachten“ zwingend vorgeschrieben, erklärt Trinkl. Er zweifelte auch die rechtliche Relevanz dieses „Kurzgutachtens“ an, da ja auch die Experten in dem Gutachten selbst einräumen, dass dass die Begehungen „nicht den festgelegten Standards“ entsprechen, „um einen Eingriff auf europarechtlich geschützte Arten in Gänze zu beurteilen“.

Bürgermeister Trinkl widersprach seinem Gemeinderatskollegen auch in dem Punkt, dass beide Kreisverkehre jetzt schon überlastet seien. Beim östlichen Kreisverkehr gebe es derzeit „keine Probleme“, sagt Markus Trinkl. Ebensowenig seien eine Tankstelle oder ein Autohof bereits beschlossen worden. „Vom Gemeinderat gibt es bis heute keine endgültige Entscheidung über die tatsächliche Nutzung“, betonte er. Dem Flächennutzungsplan hätten damals alle Fraktionen zugestimmt, auch Zauschers Fraktionskollegen, kann sich der Odelzhauser Bürgermeister erinnern. Nur Zauscher selbst hätte dagegen gestimmt.

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